Douglas: Onlinehandel boomt - Filialen schließen

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Die Filiale der Parfümeriekette bleibt Aalen erhalten. Wie Citymanager Skusa die Lage des Einzelhandels in der Innenstadt beurteilt.

Aalen

Die Kluft zwischen Onlinehandel und stationärem wird größer. Das hat sich in den vergangenen Tagen am Beispiel der Parfümeriekette Douglas gezeigt. Bis zum Herbst nächsten Jahres sollen 60 Filialen in Deutschland schließen – betroffen unter anderem die Gmünder Filiale in der Bocksgasse. Der Grund: Das Einkaufsverhalten während der Lockdown-Phasen habe den Trend zum Online-Shopping zusätzlich beschleunigt, teilt das Unternehmen mit.

Nicht betroffen vom Einschnitt: die Filiale in der Aalener Innenstadt. Laut Heidenheimer Zeitung ist die Filiale in den Schloss Arkaden von den Schließungen ebenfalls nicht betroffen.

Citymanager Reinhard Skusa ist froh über den Standorterhalt in Aalen. "Es ist ein schönes Geschäft und ich bin froh, dass die Filiale in Aalen bleibt", sagt er. "Aber ich halte die Strategie für sehr gefährlich, sich auf den Online-Handel zu konzentrieren und Filialen zu schließen." Zum Einkaufen gehöre das Anfassen der Produkte, das Erleben und natürlich auch die Beratung. Diese falle durch das Online-Shopping weg. Welche Lösung sieht Skusa im Dilemma online gegen stationären Handel? "Es muss zweigleisig gefahren werden."

Ich bin froh, dass die Douglas-Filiale in Aalen bleibt.

Reinhard Skusa Citymanager der Stadt Aalen

Doch Skusa sieht weitere Probleme. "Durch das Online-Einkaufen steigen auch die Rücksendungen der Waren. Allein im vergangenen Jahr wurden 315 Millionen Pakete zurückgeschickt", sagt Skusa. Dabei kommen auf die Händler Portokosten und der Verwaltungsaufwand, der beispielsweise mit dem Prüfen der zurückgesendeten Ware verbunden ist, zu. Zudem leide die Umwelt durch den zusätzlich produzierten Müll.

In der kommenden Woche beraten Bundeskanzlerin und Länderchefs über die Corona-Maßnahmen. Skusa sieht keine Lockerung des Lockdowns am Horizont. "Gefühlsmäßig kriegen wir es im Februar nicht hin." Wünschen würde er sich aber, dass der Handel und die Gastronomen wieder öffnen können. "Und vielleicht, dass die Ausgangsbeschränkung auf 22 oder 23 Uhr verschoben wird." Das die Abstands- und Marken-Strategien in der Stadt funktionieren, haben Händler und Gastronomen bereits nach dem ersten Lockdown bewiesen. "Und dass es weiterhin funktioniert sieht man am Wochenmarkt", sagt Skusa und betont: "Das ist natürlich aus der Sicht des Citymanagers."

Die große Insolvenzwelle habe die Innenstadt bislang nicht erreicht. "Aber einige Händler haben schon signalisiert, dass es nicht mehr lange geht", warnt Skusa. Zudem brauche es nach dem Lockdown eine gewisse Zeit, bis die Menschen wieder wie gewohnt in die Stadt gehen werden. "Das kann drei oder vier Wochen dauern", meint Skusa.

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