Dr. Fashion hat wieder geöffnet

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Dank geändertem Konzept konnte Uli Riegel sein Geschäft Dr. Fashion in der Radgasse am Mittwoch wieder öffnen. Auf 60 Prozent der Verkaufsfläche gibt es nun Blumen und Lebensmittel, auf 40 Prozent der Fläche Mode und Schuhe.
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Da Uli Riegel schon vor der Corona-Pandemie Blumen und Lebensmittel verkauft hat, kann er nun eine Möglichkeit nutzen.

Aalen

Die Freude und die Erleichterung ist Uli Riegel am Mittwoch deutlich anzumerken. Für ihn und sein Team bei Dr. Fashion ist der zweite Lockdown vorbei. Seit Mittwoch hat das Geschäft in der Radgasse wieder geöffnet. "Wir sind völlig happy", fasst er die Stimmung zusammen. Nicht nur er und sein Team freuen sich, auch die Kunden seien glücklich, wieder bei ihm einkaufen zu können. "Wir haben heute schon viel gutes Feedback bekommen", sagt Uli Riegel.

Änderung zum 1. März: Möglich geworden ist das mit der geänderten Corona-Verordnung, die seit 1. März gilt. Sie erlaubt es, wieder Blumen zu verkaufen. Lebensmittel zu verkaufen war ohnehin auch während des Lockdowns erlaubt. Um sein Geschäft nun wieder öffnen zu können, hat Uli Riegel ein neues Konzept entsprechend den Vorgaben erarbeitet. "Wir haben die Fläche verkleinert und die Flächen umgestellt", erläutert er.

60 Prozent Blumen und Essen: Das heißt, 60 Prozent der Verkaufsfläche bei Dr. Fashion machen nun Blumen und Lebensmittel aus. Dazu ist Uli Riegel verschiedene Kooperationen eingegangen. Jeden Mittwoch und Donnerstag gibt es bei ihm Bio-Brot aus dem Holzbackofen vom Hofcafé Mangold aus Herdtlinsweiler. Außerdem bietet er Wurst in der Dose von der Metzgerei Hauber aus Neresheim an. Dazu gibt es eingemachte Suppen, Soßen und Italienisches wie Pesto.

Auch Blumen, Floristik und Kunsthandwerk wie Vogelhäuschen umfasst das Sortiment Uli Riegel zufolge. All das sei Teil des sogenannten relevanten Sortiments. Ohne Blumen und Floristik wäre es schwierig gewesen, auf 60 Prozent der Verkaufsfläche diese relevanten Produkte anzubieten, erzählt er. Doch seit Montag ist der Verkauf wieder erlaubt. "Die Blumen haben uns Gott sei Dank eine Tür geöffnet", sagt Uli Riegel.

Wir sind völlig happy.

Uli Riegel Inhaber Dr. Fashion

40 Prozent Mode: Auf 40 Prozent der Verkaufsfläche bietet Dr. Fashion Mode und Schuhe an. Der Platz reicht nicht aus, um sämtliche Ware zu präsentieren. Aber auch dafür hat sich Uli Riegel etwas einfallen lassen. Jedes Teil ist einmal auf der Verkaufsfläche vertreten. Wenn einer Kundin oder einem Kunden dieses Teil gefällt, aber eben nicht in der richtigen Größe da hängt, holen es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Lager und die Kundin oder der Kunde kann es anprobieren.

Abgestimmt mit Ordnungsamt: Er nutze kein Schlupfloch und bewege sich nicht in einer Grauzone, sagt Uli Riegel. Sein Konzept sei "völlig legal und höchst offiziell abgestimmt mit dem Ordnungsamt". Im Einzelhandel sei es viel einfacher, Hygieneregeln einzuhalten, als in so manchem Supermarkt, wo sich die Leute drängen würden, sagt Uli Riegel. Im Dr. Fashion gelte natürlich die Maskenpflicht, außerdem darf nur eine Kundin oder ein Kunde pro 20 Quadratmeter das Geschäft betreten und am Eingang steht ein Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände bereit.

Uli Riegel wünscht den Einzelhändler-Kollegen, dass sie ebenfalls bald öffnen dürfen. "Denn wir alle sind sehr gebeutelt", sagt er beim Gespräch am Vormittag. Die Nachrichten, die am Abend aus der Besprechung der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten dringen, klingen nicht danach. Wie überregionale Medien berichten, ist von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende März die Rede.

Konzept nicht übertragbar auf andere

Citymanager Reinhard Skusa lobt das Dr.-Fashion-Konzept: "Uli Riegel hat das geschickt eingefädelt und clever umgesetzt."

Vorbild für andere könne das Konzept aber nicht sein. Denn Uli Riegel habe schon vor der Corona-Pandemie Lebensmittel und Blumen verkauft und das auch so im Gewerbeschein stehen. Andere Modehändler könnten nun nicht einfach etwas anderes verkaufen, das sei so ausdrücklich in der Corona-Verordnung geregelt.

Andere Modegeschäfte in Aalen haben Citymanager Reinhard Skusa zufolge aber ebenfalls kreative Ideen in der Krise gehabt. Die Puppenmodenschau von Malibu oder die Online-Modenschau von Mode Funk nennt er als Beispiele. ks

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