Drei Kreisstädte suchen neuen OB

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Für die Rathäuser von Aalen (rund 70 000 Einwohner), Heidenheim (rund 50 000 Einwohner) und Schwäbisch Hall (rund 41 000 Einwohner) wird dieses Jahr eine neue Chefin oder ein neuer Chef gesucht. Fotos/Grafik: opo, privat, Jürgen Weller/ca
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Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Hall wählen dieses Jahr eine neue Chefin oder einen neuen Chef fürs Rathaus. Welche Termine im Raum stehen und welche Kandidaten gehandelt werden.

Aalen

Gleich drei Große Kreisstädte in der Region suchen dieses Jahr eine neue Oberbürgermeisterin oder einen neuen Oberbürgermeister: Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Hall. Alles Wichtige rund um die drei Wahlen im Überblick.

Aalen: OB Thilo Rentschlers (SPD) erste Amtszeit endet am 30. September. Dann wird er sein Amt abgeben. der 53-Jährige hat sich gegen eine erneute Kandidatur als Aalener Oberbürgermeister entschieden. Stattdessen sucht er neue Herausforderungen. Kürzlich wurde er zum neuen Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg gewählt.

Im März berät der Aalener Gemeinderat darüber, wann die Stelle ausgeschrieben wird und wann gewählt wird. Die Verwaltung schlägt den 16. April für die Ausschreibung vor. Die Einreichungsfrist für Bewerbungen beginnt am Tag nach der Stellenausschreibung und endet am Montag, 7. Juni, 18 Uhr.

Gewählt werden darf frühestens drei Monate und spätestens einen Monat vor Freiwerden der Stelle. Damit muss die Wahl an einem Sonntag zwischen dem 1. Juli und dem 31. August stattfinden. Die Verwaltung schlägt den 4. Juli für die Wahl vor. Bekommt keine oder keiner der Bewerberinnen und Bewerber mehr als die Hälfte der Stimmen, gibt es einen zweiten Wahlgang. Der muss zwischen zwei und vier Wochen nach dem ersten Wahlgang stattfinden.

Die Amtszeit der neuen Oberbürgermeisterin oder des neuen Oberbürgermeisters beginnt am 1. Oktober. Kandidatinnen und Kandidaten sind bisher noch nicht in Scharen aus der Deckung gekommen. Einzig die AfD hat angekündigt, jemanden ins Rennen zu schicken. Gemeinderat Marcus Waidmann wird namentlich genannt. Große Chancen rechnen sich für ihn aber nicht einmal Parteifreunde aus. So naiv zu glauben, dass ein AfD-Mitglied OB in Aalen werde, sei man nicht, hatte Fraktionssprecher Dr. Frank Gläser gesagt, kurz nachdem Thilo Rentschler seine Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, bekannt gegeben hatte.

Mehrere andere Namen werden gehandelt. Frederick Brütting, Bürgermeister in Heubach, erwägt eine Kandidatur. Aalens Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, hatte vor Kurzem auf Nachfrage keine direkte Antwort gegeben, ob er überlegt oder nicht. Für Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler ist eine Kandidatur "derzeit kein Thema". Kreisrat Bennet Müller und CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast schließen es zumindest nicht aus, ins Rennen zu gehen.

Heidenheim: Auch die Kreisstadt im Nachbarlandkreis sucht eine neue Oberbürgermeisterin oder einen neuen Oberbürgermeister. Amtsinhaber Bernhard Ilg (CDU) ist 65 Jahre alt. Er möchte Ende Juli sein Amt abgeben und in den Ruhestand gehen. 20 Jahre lang war er OB in Heidenheim.

Die Wahl findet am Sonntag, 20. Juni, statt. Sollte in dieser Wahl kein Bewerber die absolute Mehrheit erhalten, gibt es am Sonntag, 11. Juli, eine Neuwahl. Das hat der Heidenheimer Gemeinderat beschlossen. Gleichzeitig hat das Gremium festgelegt, dass die Stelle am Freitag, 19. März, ausgeschrieben wird. Kandidatinnen und Kandidaten können sich anschließend bis Dienstag, 25. Mai, 18 Uhr mit ihren Unterlagen bewerben.

Im Falle einer notwendigen Neuwahl endet die Bewerbungsfrist am Mittwoch, 23. Juni, ebenfalls um 18 Uhr. Noch keine Kandidatin und kein Kandidat hat bisher den Hut in den Ring geworfen.

Schwäbisch Hall: Auch in Schwäbisch Hall wird es eine neue Oberbürgermeisterin oder einen neuen Oberbürgermeister geben. Der 61-jährige Amtsinhaber Hermann-Josef Pelgrim (SPD), seit 24 Jahren im Amt, tritt nach längerem Hin und Her nun doch nicht mehr an.

Wegen mehrerer Vorfälle stand er zuletzt in der Kritik. Unter anderem hatte 2017 seine Ex-Frau als Meistbietende ein Pflegeheim gekauft, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft errichtet hatte. Außerdem steht der Vorwurf der Vorteilsnahme nach einer Dienstreise nach Namibia im Jahr 2018 im Raum. Ursprünglich war die Wahl für 18. April geplant. Der Haller Gemeinderat hat sie nun aber auf den 4. Juli verschoben. Offizielle Begründung: Corona. Man munkelt aber, dass auch der Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern eine Rolle gespielt haben könnte. Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann war bereits als Favorit gehandelt worden. Doch er kandidiert nun in Backnang. In Hall ist Jonathan Richter (parteilos) bisher einziger Kandidat. Der 31-Jährige ist Kämmerer in Obersontheim.

Am Freitag, 23. April, wird die Stelle ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 7. Juni. Mögliche Neuwahl wäre am 18. Juli. Pelgrims Amtszeit endet eigentlich am 31. Mai. Nun, da die Wahl verschoben worden ist, bleibt er noch länger im Amt.

Voraussetzungen, um OB zu werden

Laut Gemeindeordnung (GmO) in Baden-Württemberg ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeinderats und Chef der Gemeindeverwaltung. In Stadtkreisen und Großen Kreisstädten nennt er sich Oberbürgermeister.

Die Amtszeit eines Bürgermeisters oder Oberbürgermeisters beträgt acht Jahre. Damit ist er Wahlbeamter auf Zeit.

Gewählt werden kann jeder deutsche Staatsangehörige oder Unionsbürger, der vor der Zulassung zur Bewerbung in Deutschland wohnt. Bewerber müssen am Wahltag mindestens 25 Jahre alt und dürfen höchstens 67 Jahre alt sein. ks

Jetzt oder nie

Drei Große Kreisstädte in der Region, die mehr oder weniger gleichzeitig eine neue Oberbürgermeisterin oder einen neuen Oberbürgermeister suchen: Das könnte bedeuten, dass das Bewerberfeld in Aalen dünner ausfällt als bei der Wahl vor acht Jahren. Was schlecht für die Wählerinnen und Wähler ist, wäre ein Vorteil für mögliche Kandidatinnen und Kandidaten. Außerdem wird in der Region so schnell wohl kein OB-Posten mehr frei werden. Für jeden, der es sich überlegt, heißt es also: Jetzt oder nie!

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