Diskussion um Übungsleiterpauschale: Bürgermeister Ehrmann kassiert Klatsche

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Die Pauschale sollte von 200 auf 100 Euro gekürzt werden.
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Räte sind empört über angekündigte Kürzung der Pauschale für Übungsleiter. Rehm stellt entscheidenden Antrag.

Aalen. Laut Sitzungsvorlage sollte es lediglich eine schriftliche Information an die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) sein. Eine Darstellung dessen, warum Sportbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann den 322 lizenzierten Übungsleitern in den Aalener Sportvereinen die jährliche Pauschale in diesem Jahr um die Hälfte kürzen will, von 200 auf 100 Euro. Schließlich, so Ehrmann, konnten die Übungsleiter Lockdown-bedingt 33 Wochen keine Leistung erbringen. Ehrmann: „Wir verwalten als Stadtverwaltung treuhänderisch öffentliche Gelder und haben damit verantwortungsvoll umzugehen.“

Von allen Fraktionen hagelte es heftigen Protest. Nadine Patzelt (CDU) hielt eine flammende Rede aufs Ehrenamt und die Vereine und maßregelte die Stadtverwaltung: „Gerade in der Krise wäre es wichtig, dass die Stadt den Vereinen Mut macht und sie finanziell unterstützt.“ Die CDU-Fraktion werde die Kürzungen auf keinen Fall mittragen. „Das ist das total falsche Signal!“

Dr. Thomas Battran (Grüne) betonte den sozialen Auftrag der Stadtverwaltung. Die Übungsleiterpauschale sei wichtig als symbolische Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements. Zumal in einer Zeit, in der den Vereinen aufgrund der langen Zwangspause Übungsleiter und Mitglieder abzuspringen drohten. Dem schlossen sich Dr. Frank Gläser (AfD) und auch Timo Lorenz für die SPD-Fraktion an. Dass die Stadtverwaltung die Gemeinderäte über ihr Vorhaben nicht informiert habe, nannte Lorenz „sehr unglücklich“. Auch der ansonsten eher harmonisierende Bernhard Ritter (Freie Wähler) war entrüstet. „Als ich das in der SchwäPo gelesen habe, war ich wie vor den Kopf gestoßen. Ich wollte es nicht glauben, dass die Verwaltungsspitze das wertvollste Gut der Sportstadt Aalen, die Übungsleiter, so geringschätzt.“

Zum Schluss war es Norbert Rehm (FDI), der das Ruder im Sinne aller Fraktionen herumriss. Er stellte den Antrag zur Abstimmung, die Übungsleiterpauschale auch in diesem Jahr in vollem Umfang auszuzahlen. 200 Euro pro Übungsleiter, ungekürzt. Zustimmung kam ausnahmslos von allen Fraktionen. Mit diesem eindeutigen Signal zwang das Gremium die Verwaltungsspitze in die Knie. Die Übungsleiterpauschale wird demnach ungekürzt ausgezahlt werden müssen. Ulrike Wilpert

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