Ein Bett für Aalens Herzbuben

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Bernhard Lessle
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Am VR-Bank Platz lassen Kreisgärtnermeister Bernhard Lessle und Kunsttherapeutin Andrea Lingel Besucherherzen höher schlagen.

Aalen

Wo schlägt das Herz der Kocherstadt? Diese Frage ist in diesem Aalener Blütensommer gar nicht so leicht zu beantworten. Denn die prächtigen innerstädtischen Blütenplätze der beherzten Sommeraktion "Aalen City blüht – verliebt in Aalen" lassen bei ihrem Anblick garantiert jedes Besucherherz höher schlagen.

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Dabei haben die Aalener doch nur einen einzigen Herzbube. Richtig. Genau den. Der mit seinem Pfeifle "in dr Gosch" – wie der waschechte Aalener Schwabe zu sagen pflegt – tagein, tagaus von seinem alten Rathaustürmle hinunter nach dem Rechten guckt. Mündlich überliefert aber nicht verbürgt ist, dass er zur Kaiserzeit einer der Schlausten der Aalener Reichsstadt gewesen sein soll, der sich unbemerkt Zugriff zum feindlichen Lager in Schwäbisch Gmünd verschafft, und mit pfiffigem Schalk die Reichsstadt Aalen vor der Belagerung der kaiserlichen Truppen befreit haben soll.

Klar, dass sich so ein Spion mit solch Heldentat ins Herz des Aalener Völkchens spielt. Das ihm darum jetzt, zur diesjährigen Sommeraktion, ein weiteres Denkmal gesetzt hat: Denn bis Ende Oktober darf der clevere Kopf nun auch den Vorplatz der VR-Bank Ostalb bewachen. Weil sich aber der Spion nicht selbst duplizieren kann, hat die Aalener Kunsttherapeutin Andrea Lingel Hand angelegt und ihre Spionkunst beigesteuert. Hat in ihrem Atelier "MalSein" eine großen Spionkopf-Skulptur gefertigt, die Kreisgärtnermeister Bernhard Lessle liebevoll auf einen grünen Ehrenkranz von Zierspargel bettet.

Das Traurige an der Geschichte: Der liebevolle Kerl mit seinen Herzchen im Spionbart muss einen unbekannten Passanten derart angesprochen haben, dass dieser auf der Stelle das Kunstwerk untern Arm und mit nach Hause nehme wollte.

"Nach der ersten Woche war der Kopf schon aus seinem Blumenbett gerissen", berichtet Lessle. Dem potenziellen Dieb war der Transport dann wohl aber doch zu schwer und zu aufwendig, so dass er den ramponierten Kopf an Ort und Stelle zurückließ und sich unertappt davon machte.

Nach der ersten Woche war der Spionkopf schon aus seinem Blumenbett gerissen.

Bernhard Lessle Kreisgärtnermeister

Doch weil am Ende immer alles gut wird, ist er inzwischen, "verarztet" von Adrea Lingel, längst wieder zurück in seinem Bettchen, wo drei rote Herzen aus Holz über ihn wachen.

Der Besucher des VR-Bank-Platzes schreitet durch ein grünes, über dreieinhalb Meter hohes Herz aus Jasmin. "Weil der Platz sehr schattig ist, blüht es leider nicht mehr", bedauert Lessle.

Das Blumenarrangement dahinter hat Lessle in den Farben der VR-Bank gehalten: in hellem orange blühen Zinnien und flammende Käthchen, und Männertreu liefert das nötige Blau. Dazwischen entdeckt man rote Kindskopf-Dahlien, weiße Hortensien "Annabelle", feuerrote Dipladenia und vornehme Chardonnay-Begonien umranken die aufgeschriebene Spion-Geschichte.

Dank der fürsorglichen Pflege der Stadtgärtnerei und der Gärtnerei Lessle werden die meisten Blumen am VR-Bank-Platz bis Ende September aushalten. "Wenn das flammende Käthchen danach verblüht sein wird, werden Chrysanthemen, Gräser, Alpenveilchen und Dahlien seinen Platz einnehmen", sagt Lessle. Damit sich der Aalener Spion der Herzen hier noch bis mindestens Ende Oktober wohl fühlt.

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