Ein Dschungel in der City

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In der Reichstädter Straße wachsen Bambusse, Ginkgos und Nesseln. Auch Dinosaurier gibt's dort zu entdecken.

Aalen

Pssst. Wer die Reichstädter Straße betritt, muss leise sein. Ganz leise. Denn im Dickicht bewegt sich etwas. Genauer: Im Blumenbeet vor dem Spielzeugwarenladen Wanner. Dort streifen zwei Dinosaurier umher. Grau-orange-farben ist das eine Tier, grün-, blau-, und rosafarben das andere. Wer noch einen genaueren Blick in das Beet wirft, entdeckt dort Gerhard Goldammer. Will er etwa die Dinos zähmen? Nicht ganz.

Goldammer ist einer von sieben Gärtnern, der ein Beet für die ACA-Aktion "Aalen City blüht urzeitlich" entworfen hat. Im gesamten Stadtgebiet gibt's Beete zu bestaunen, die sich unterschiedlichen Erdzeitaltern widmen. Das Beet des Tannhäuser Gärtners zeigt die Erde vor mehr als 200 Millionen Jahren – oder bildet sie ab, denn "mit den heutigen Pflanzen können wir nicht darstellen, wie es damals aussah", sagt der Gärtner.

Um die Dinosaurier herum wachsen Gräser und Pflanzen in lila, dunkelgrün und leichtem rot. Eine dunkellaubige Süßkartoffel ist dort etwa zu entdecken. "Hier soll es gefährlich aussehen. Ein bisschen wie im Dschungel", erklärt Goldammer, der mit seinem Team einige hundert Pflanzen auf dem Areal eingegraben hat. Darunter auch einige Bambusse und zwei Ginkgos. "Wir haben Pflanzen ausgewählt, die groß sind und ins Auge stechen."

Durch einige Bögen, um die sich rosafarbene Ranken winden, entsteht eine Art Höhle. "So soll die Übermacht der Pflanzen damals dargestellt werden", erklärt der 57-jährige – denn damals seien die Pflanzen größer gewesen als heute.

Hier soll es gefährlich aussehen.

Gerhard Goldammer Gärtner

Gepflegt und gegossen werden Bambus, Ginkgo, Nessel und Pennisetum von den Aalener Gartenfreunden. "Ohne deren Engagement wäre die Aktion nicht möglich", betont Goldammer.

Wer das Beet der Gärtnerei Goldammer betrachtet, kann sich gar nicht auf einen Punkt fokussieren. Dort gibt's viel zu entdecken. "Das Beet konzentriert sich nicht auf einen Punkt. Wer es sich ansieht, sollte den Verlauf betrachten", sagt Goldammer. Wer aus Richtung Kreissparkasse in die Reichstädter Straße geht, blickt zuerst auf gelb,- rosa- und lilafarbene Blumen. Dort ist alles fröhlich und sommerlich. Je weiter sich der Spaziergänger in Richtung Spielzeug Wanner bewegt, desto dunkler werden die Farben der Blüten. "Wir wollen den Besuchern die Vielfalt und Abwechslung der damaligen Zeit durch die unterschiedlichen Farben zeigen." Denn im Erdmittelalter geschah viel: Die ersten Säugetiere entstanden und viele Bäume wuchsen, die es auch heute noch gibt. Und: Die Dinosaurier entwickelten sich aus den Reptilien und begannen, sich in Aalen umherzutreiben.

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