Ein Fasching mit Fragezeichen: Das planen die Vereine

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Fasching während der Pandemie - was bisher geplant ist
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Zwischen Fasching feiern mit Maske und online Prunksitzungen: So planen Faschingsvereine in Aalen und drumrum die fünfte Jahreszeit.

Aalen. Die Uhr tickt: In einem Monat ist der 11. November, Faschingsbeginn. Was planen die Vereine in Aalen und drumherum für die närrische Zeit? Die SchwäPo hat Stimmen gesammelt.

Hauga-Narra Essingen 1978: Präsident Holger Franke: „Wir sind frustriert. Es gibt eine neue Coronaverordnung, aber sie deckt diese Form von Veranstaltungen nicht ab. Wir haben noch immer keine Gewissheit, wie wir planen können. Die Gemeinde wartet auf eine Konkretisierung vom Land. Wir haben verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit unseren unterschiedlichen Veranstaltungen befassen. Bei uns spielt das Tanzen im Anschluss an die Prunksitzung eine große Rolle. Das mit Maske und 3G? Luftfilter für die Halle kaufen, ist finanziell nicht drin. Es wird immer schwerer, die Leute bei der Stange zu halten. Ein Umzug mit 3-G-Regeln ist in Essingen nicht umsetzbar. Dafür gibt es zu viele Zugänge. Das ließe sich nicht kontrollieren.

Aalener Fasnachtszunft zum sauren Meckereck: Präsident Timo Riek: „Wir planen alle Veranstaltungen. Die Maskentaufe am 6. Januar ist im Freien. Die Prunksitzung würden wir mit personalisierten Tickets und Tischreservierung ohne Abendkasse und mit beiden Sälen in der Stadthalle versuchen. Dann können wir die Abstände einhalten. 3-G-Regel ist klar. Das Meckereck am Faschingsdienstag im Rathausfoyer sehe ich kritisch, da es da immer eng zugeht. Eine Möglichkeit wäre es, das ins Freie zu verlegen. Oder in die Ulrich-Pfeifle-Halle. Für einen Verein wie unseren, der nur saisonal tätig ist, ist das schlicht eine Katastrophe. Sowohl was die Gemeinschaft der Vereinsmitglieder als auch die finanzielle Seite betrifft.“

Fastnachts-Club Virngrundkrähen Ellwangen: Präsident Jürgen Fünfgelder: „Wir versuchen die Termine zu realisieren. Im schlechtesten Fall machen und tun wir monatelang und müssen dann eine Woche vorher alles absagen. Die Garden trainieren, aber ihnen fehlt vier, fünf Monate intensives Training. Bei 3G können wir die Prunksitzungen machen. Falls aber ein PCR-Test erforderlich ist: Wer zahlt zusätzlich zum Eintritt noch einen teuren Test? Bei 2G hätten wir ein Riesenproblem. Dann dürfen unsere Gardemädle, die ja zu jung zum Impfen sind, nicht auftreten. Es gibt uns ja keiner Infos, mit denen man planen kann. Den Kinderfasching müssen wir vielleicht streichen.“

Wörter Rotachnarren: Präsident Harald Salzer: „Wir haben ja zwei große Veranstaltungen. Den Umzug und die große Party im Festzelt. Für den Umzug haben wir viele Anfragen. Fürs Zelt gibt's ja andere Auflagen als für eine Veranstaltung im Freien. Insgesamt sind wir da flexibel und können das noch kurzfristig entscheiden. Rosenmontags- oder BiWu-Ball werden vermutlich nicht gehen. Da ist der Aufwand größer als alles andere.“

Narrenzunft Bärenfanger Unterkochen: Zunftmeister Daniel Mock: „Wir planen momentan ganz normal, also Prunksitzung, Umzug, Dreißig-Drunter-Drüber-Party und den Showtanz-Contest. Im Dezember gehen wir aufs Ordnungsamt und schauen, wie die Vorgaben sind. Das Training läuft auf Hochtouren. Wir hoffen: Was in Discos klappt, kann ja auch bei einem Hallenfasching funktionieren. Der Plan B wäre, Prunksitzung oder Party online zu veranstalten.“

Neulermer Narren 1906: Vorsitzender Klaus Vaas: „Ich sehe das grade noch entspannt. Die Ball-Veranstaltungen müssten wir mit 3- oder 2G hinkriegen. Der Umzug ist derzeit nicht planbar. Wir warten bis Dezember. Dann wissen wir auch, was die Regierung sagt. Alles, was möglich ist, werden wir auch machen. Absetzung, Schnitzelbank und Umzug gab's letztes Mal digital. Das ist sehr, sehr gut angenommen worden. Eine Prunksitzung wäre auf diese Weise auch möglich.“

Narrenzunft Neresheim: Präsidentin Dagmar Schwenk: „Wir sind in den Startlöchern mit allem. Beim Umzug warten wir erstmal ab. Zwei bis drei Bälle haben wir in der Planung. Hofball (15. Januar) und den Zunftball am Faschingssamstag.“

Faschingsfreunde Kösingen: Präsident Michael Hafner. „Den Nachtumzug haben wir abgesagt. Da ist uns das Risiko einfach zu groß. FFK-Ball (21. Januar), Kinderfasching (22. Januar), Reloaded-Party (12. November) und Kehraus sollten nach den dann geltenden Regeln hoffentlich machbar sein. Da die Halle bei uns in Kösingen recht klein ist, würden wir gern einen zweiten FFK-Ball anbieten. So dass auch alle kommen können.“

Narrenzunft Schlaggawäscher Oberkochen: Präsidentin Nina Stadler: „Sobald die Regeln im November draußen sind, entscheiden wir. Wir würden gerne drei statt zwei Prunksitzungen machen, um weniger Leute gleichzeitig in der Halle zu haben. Das hängt aber natürlich von den Kosten ab. Noch mal Hallenmiete, ein weiteres Mal Gage für die Band. Der Kinderfasching ist in der Schwebe. Die sitzen ja nicht still auf dem Stuhl. Das ist schlechter kontrollierbar. Den Umzug machen wir tendenziell eher nicht.“

Aalen

Die Uhr tickt: In einem Monat ist der 11. November, Faschingsbeginn. Was planen die Vereine in Aalen und drumherum für die närrische Zeit? Die SchwäPo hat Stimmen gesammelt.

Die Aalener Fasnachtszunft zum sauren Meckereck, der Fastnachtsclub Virngrundkrähen Ellwangen, die Wörter Rotachnarren, die Bärenfanger Unterkochen, die Neulermer Narren 1906, die Narrenzunft Neresheim, die Faschingsfreunde Kösingen und die Narrenzunft Schlaggawäscher Oberkochen – sie alle sind sich einig: „Wir planen. Und wir versuchen alles, was geht.“

Prunksitzungen wollen alle abhalten, Essingen vielleicht ohne den sonst so wichtigen Tanzteil. Die Aalener Fasnachtszunft zum sauren Meckereck schlägt personalisierte Tickets und einen reinen Vorverkauf ohne Abendkasse, aber mit festen Sitzplätzen und beiden Sälen der Stadthalle vor. Kösingen und Oberkochen wollen weitere Termine anbieten, „um weniger Gäste gleichzeitig in der Halle zu haben und dennoch allen, die kommen möchten, die Möglichkeit zu bieten“, so Hafner.

3G kontrollierbar?

Die Wörter Rotachnarren hatten ziemlich gehadert. Doch nach ihrem Treffen am Donnerstagabend steht der Entschluss: Der große Umzug am Faschingssonntag, 27. Februar, soll stattfinden, wie Präsident Harald Salzer verkündet. In Wört lasse sich der Zugang gut kontrollieren, also auch die 3-G-Regel einhalten. Unterkochen hofft auf einen Umzug. Anders sieht es in Kösingen aus. „Den Nachtumzug haben wir abgesagt. Da ist uns das Risiko einfach zu groß“, so Präsident Michael Hafner. Auch den Essinger Hauga-Narra bereitet der Umzug Kopfzerbrechen. Bei ihnen im Ort lasse sich der Zugang zum Umzug nicht kontrollieren und somit auch kein 3- oder 2G einhalten, sagt Präsident Holger Franke. Nina Stadler, Präsidentin der Schlaggawäscher Oberkochen, sieht das Thema Umzug ebenfalls kritisch, rechnet derzeit nicht damit, dass er umgesetzt werden kann. Dagmar Schenk, Präsidentin der Narrenzunft Neresheim, will abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Genauso sieht dies auch Klaus Vaas, der Vorsitzende der Neulermer Narren.

Was den Kinderfasching angeht, äußern Stadler und Kollege Jürgen Fünfgelder von den Ellwanger Virngrundkrähen größere Bedenken: „Das ist ziemlich in der Schwebe. Die sitzen ja nicht still auf ihrem Stuhl. Da sind Abstände nicht kontrollierbar“, erklärt Stadler.

Das Meckereck am Faschingsdienst im Rathausfoyer braucht eine andere Variante. „Das ist in der üblichen Form nicht machbar“, sagt Präsident Timo Rieck. „Da geht’s ja immer recht eng zu.“ Eine Möglichkeit sei es, das ins Freie zu verlegen. Oder in die Ulrich-Pfeifle-Halle.

Unsicherheit: „Was ist, wenn wir 2G haben? Wie sollen dann unsere kleinen Gardemädle auftreten? Die können ja noch gar nicht geimpft sein“, sagt Fünfgelder besorgt. Oder wenn ein PCR-Test nötig wäre: „Wer zahlt einen teuren Test und dann noch die Eintrittskarte für die Prunksitzung?“

Spontanität und Optimismus sind gefragt: „Wenn's blöd läuft, machen und tun wir monatelang, und müssen dann eine Woche vorher alles abblasen“, so Fünfgelder. Die Bärenfanger planen ihre Dreißig-Drunter-Drüber-Party und den Showtanz-Contest. „Was in Discos klappt, kann ja auch bei einem Hallenfasching funktionieren“, findet Zunftmeister Daniel Mock. Der Plan B: Prunksitzung und Party online veranstalten. Auch Vaas sieht das für Neuler als Möglichkeit. Absetzung, Umzug und Schnitzelbank gab's ja dieses Jahr schon digital. „Das ist sehr, sehr gut angenommen worden.“

Die Probleme: Der Präsident der Haugga-Narra Essingen 1978, Holger Franke, dröselt auf, mit welchen Problemen die Faschingsvereine derzeit zu kämpfen haben. „Wir sind frustriert. Es ist die totale Unsicherheit. Wir haben noch immer keine Gewissheit, wie wir planen können.“

„Bei uns spielt das Tanzen im Anschluss an die Prunksitzung eine große Rolle. Das mit Maske? Wir haben ja nicht die Chance auszuprobieren, ob die Leute trotzdem kommen würden. Das ist einfach top oder flop.“ Luftfilter für die Halle zu kaufen, sei finanziell nicht drin.

Prunksitzung ohne Tanz?

Das „Hallentreiben“ ins Freie zu verlegen, sei eine Möglichkeit. Allerdings nur, wenn die Basisstufe gelte. „Eine reine Prunksitzung sehe ich nicht so problematisch, solange sie ohne Tanz ist.“ Der Brauchtumsabend habe eine Art Clubcharakter. „Da kämen wir vielleicht mit Lüften durch. Wenn die Vorgabe allerdings Dauerlüften ist, bringt's nichts. Das wird zu kalt.“

„Gar nichts machen, ist keine Alternative“, betont Franke. Er hofft, dass das Treffen der Vereinspräsidenten mit Landrat und Bürgermeistern am 21. Oktober Klarheit bringt.

„Fakt ist: Die Behörden müssen Regelungen schaffen. Die Veranstaltungen sind ja auch unsere Einnahmequellen.“ Eineinhalb Jahre ohne Einkünfte zehre an den Reserven des Vereins. Und an der Motivation. Bei vielen nehme die Bereitschaft zur Vernunft ab, wie Franke sagt.

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