Ein Fast-Absturz vom Mahnmalturm

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Die Schillerhöhe und das angrenzende Hüttfeld aus der Vogelperspektive. An den Park wie angedockt sind die Stadthalle und das Limesmuseum. Innerhalb der Grünanlage befinden sich der Mahnmalturm, die Sternwarte und der Spielplatz.
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Das Augustblatt des ersten Aalener "Vorher-Nachher-Kalenders" zeigt die Schillerhöhe mit Mahnmalturm und Stadthalle. Caroline Hafner erzählt davon, was sie dort erlebt hat.

Aalen

Luftbilder von Aalen – im Zeitraum von 1935 bis 2020 – im ersten Aalener "Vorher-Nachher"-Kalender. Das weckt bei vielen in der Kocherstadt Erinnerungen daran, wie es einst war. Das August-Kalenderblatt zeigt die Schillerhöhe mit dem Mahnmal und die am 31. Mai 1957 feierlich eingeweihte "Stadt- und Sporthalle" sowie das angrenzende Wohnquartier, das Hüttfeld.

Dort ist Caroline Hafner aufgewachsen. In der Eugen-Bolz-Straße steht ihr Elternhaus, in dem sie heute wieder lebt. An die Schillerhöhe mit Mahnmal und Stadthalle erinnert sich die TV-Autorin gerne. Sie spricht von schönen Momenten – aber auch von einem Ereignis, das sich vor allem bei ihrer Schwester Tina tief eingeprägt hat.

Damals, Anfang der 1970er Jahre, ist der 30 Meter hohe Mahnmalturm immer sonntags geöffnet. Anlass auch für die Familie Hafner, die Treppen zur Plattform nach oben zu steigen und den herrlichen Rundumblick zu genießen. "Ich war gerade mal zwei Jahre alt, und Tina hat mich beim Aufstieg an der Hand geführt", erzählt Caroline Hafner. Die zehnjährige Schwester geht an der Außenseite der Treppe, Caroline innen. Es ist die letzte Stufe, die der Zweijährigen zum Verhängnis wird. Caroline stolpert, ist kurz davor, in die Tiefe zu stürzen. Tina hält sie in letzter Sekunde zurück. "Das war eine dramatische Situation für meine Schwester, die heute noch davon erzählt und der Ansicht ist, dass ich damals fast tödlich verunglückt wäre."

Weit weniger dramatisch sind die Spaziergänge, die Caroline mit ihrer Oma im Koniferengarten auf der Schillerhöhe unternimmt. Ziel für das Kleinkind sind die beiden gusseisernen Rehlein. "Das eine äst, da ist man abgerutscht, aber auf dem anderen bin ich immer geritten."

Unweit der Rehe, südlich vom Mahnmalturm, befindet sich die elektrische Blumenuhr, die jedes Frühjahr neu bepflanzt wird. "Schade, dass es die heute nicht mehr gibt", bedauert Caroline.

Das war eine dramatische Situation für meine Schwester.

Caroline Hafner TV-Autorin

Erinnerungen blitzen auf: Im Westen des Areals ist ein Spielplatz angelegt, auf dem die Kinder aus dem Hüttfeld und der Gartenstraße herumtollen. "Wir hatten eine rot, gelb, blau gestrichene Rutsche." In den gleichen Farben sind die Haltegriffe der beiden Wippen aus Holzstämmen gestrichen. "Der Kletterturm war immer von Größeren belegt." Weshalb sie und ihre Freundinnen sich nicht hinauftrauen. Dafür haben die Mädchen im Karussell, das man selbst drehen kann, jede Menge Spaß. So richtig Gaudi haben Caroline und die Nachbarskinder auch im Winter beim Rodeln auf dem Hang zur Stadthalle hin.

Dann macht die 50-Jährige eine zeitlichen Sprung. "Als Schulkind war die Schillerhöhe Teil meines Schulwegs." Durch den Koniferengarten, an Sternwarte und Stadthalle vorbei über die Steimlestraße zum Schubart-Gymnasium. "An heißen Tagen haben wir uns im Löschteich vor der Stadthalle abgekühlt." Im fast gleichen Atemzug fügt sie an, dass das wohl nicht ganz legal gewesen sei. Deutlich gefährlicher hingegen war der Test, ob das Eis beim damaligen Teich hinter der Stadthalle auch trägt.

Nicht nur Erinnerung ist das Läuten der Mahnmalglocke für die TV-Autorin. Als Kind ist das Geläut um 19.45 Uhr der Zapfenstreich – das akustische Signal nach Hause zu gehen – meist zu rennen. "Heute hat das für mich eine neue Bedeutung", sagt sie und erzählt von einer älteren Dame, die dabei an ihren Vater erinnert wird, der nicht aus dem Krieg heimkam. Wichtiges Zeichen sei heute die Gedenkformel auf der Glocke: "Den Opfern zum Dank, den Hinterbliebenen zum Trost, den Lebenden zur Mahnung für den Frieden." Als schönen Mythos bezeichnet sie die Assoziation von 19.45 Uhr und dem Kriegsende 1945. "Das hat was Tröstliches."

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