Ein Gedenkstein erweckt Erinnerungen

+
Foto: Der Gedenkstein mit den Namen der getöteten Fliegersoldaten. (Foto: -afn)
  • schließen

Beim Aalbäumle kamen 1938 drei Soldaten der Luftwaffe ums Leben.

Aalen. Immer wieder fragen Wanderer, welche Bewandtnis es mit dem Gedenkstein am Fuße des Aalbäumle hat? Nach der Wende wandte sich eine Dame, die aus der Gegend von Dresden mit dem Zug nach Aalen gefahren war, ans Aalener Polizeirevier. Sie erkundete sich nach der Absturzstelle eines Flugzeugs in der Nähe von Aalen, bei dem ihr Bruder, ein Feldwebel der Luftwaffe mit zwei Kameraden ums Leben gekommen war. Die zunächst ratlosen Polizisten wandten sich an mich in der SchwäPo-Redaktion, ob ich weiterhelfen könne.

Konnte ich. Weil ich mich noch gut an den 4. April 1938 erinnern konnte. Damals war unterhalb des Aalbäumles im dichten Nebel eine Militärmaschine abgestürzt. So viel ich weiß, handelte es sich um einen Bomber vom Typ He 111. Wir Buben waren schnell vor Ort und sammelten Bruchstücke der zerfetzten Maschine.

Zurück zur besagten Besucherin. Die Polizei gab mir Erlaubnis, die Dame aus der ehemaligen DDR aufs Aalbäumle zu fahren. Zuvor kauften wir noch einen Blumenstrauß in einer Aalener Gärtnerei, den wir in stillem Gedenken am Absturzort niederlegten.

Zahlreiche Flugzeugabstürze

Der 1914 geborene Bruder der Frau, Heinz Peters, war angeblich der Pilot der verunglückten Maschine. Später ließ die Stadt einen Gedenkstein mit den Namen der ums Leben gekommenen Flieger errichten: mit Peters der 1911 geborene Erich Hungel und der 1913 geborene Max Heinrich.

Der Gedenkstein steht neben einem Gebüsch rechterhand am letzten Auffahrtsabschnitt zum Aalbäumlesturm. Übrigens gibt es in Aalen weitere Absturzstellen von Flugzeugen. Unterhalb des Altenheims St. Elisabeth verunglückte, nahe der Straße nach Himmlingen, eine weitere Militärmaschine, deren Besatzung gleichfalls getötet wurde. Auch hier spielte der Nebel eine Rolle. Genauso beim Absturz eines Zivilflugzeugs unweit des Vierwegzeigers mit vier Toten. Und Ende des Kriegs wurde ein viermotoriger US-Bomber über dem Braunenberg von deutschen Jagdfliegern abgeschossen. Diese Maschine stürzte im Gewann Vaterswald, hoch über Himmlingen, ab. Etlichen Fliegern der neunköpfigen Besatzung gelang es noch, mit dem Fallschirm abzuspringen. Diese wurden von Remonte-Soldaten gefangen und zunächst im heute noch bestehenden sogenannten „Theodor-H eus(l)e“ in Arrest genommen. Eine weitere deutsche Militärmaschine stürzte beim Gelände der ehemaligen Gärtnerei Königer ab. Und viele Aalener erinnern sich noch, als beim Grauleshof ein Turbo- Starfighter abstürzte und im Geäst eines Baumes an der Straße der Fallschirm des getöteten Piloten in Fetzen hing.

Erwin Hafner

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare