Ein großes Bravo für das Stadtoval

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240 Wohnungen entstehen in diesem neuen Quartier inmitten der Stadt. Foto/Montage:
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Ein Moment mit Seltenheitswert: Die Ratsmitglieder überschütten die städtische Bauverwaltung mit Lob und Anerkennung. Was in dem neuen Quartier jetzt noch ansteht.

Aalen

Die Aufsiedelung des Aalener Stadtovals ist fast vollbracht. Rund 200 Menschen wohnen laut Baubürgermeister Wolfgang Steidle derzeit auf dem Stadtoval mit seinen insgesamt 240 neuen Wohnungen. Aber noch nicht alle Gebäude sind bezugsfertig. Das Punkthaus der Projektgesellschaft Stadtoval am Geschwister-Scholl-Platz ist noch am Entstehen. Und die Gebäude der Firma Weisenburger an der Düsseldorfer Straße befinden sich noch im Rohbau.

Das Maxx by Steigenberger-Hotel will im Oktober dieses Jahres mit einem Soft-Opening starten. Der Baubeginn für die Drehscheibe Grüne Mitte soll einen Monat später, im November sein.

Eigentlich sollte das Stadtoval als beispielhaftes Städtebauprojekt am vergangenen Samstag, zum Tag der Städtebauförderung, im Kulturbahnhof vorgestellt und gebührend gefeiert werden. Doch weil Corona keine Präsenzveranstaltungen zulässt, gab's statt Sekt und Häppchen dann eben Selters und harte Fakten – und das bereits zwei Tage zuvor im Gemeinderatsausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST). Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, Tiefbauamtsleiter Stefan Pommerenke und Grünflächenamtsleiterin Maya Kohte gaben den Räten einen Überblick über das, was auf dem etwa 6,5 Hektar großen Konversionsgelände jetzt noch ansteht:

Drehscheibe Grüne Mitte: Vom künftigen „Grünen Herz“ des Stadtovals, mit einer Wiese neben dem dann aufgestauten und offen gelegten Hirschbach, mit Platz zum Picknicken und Verweilen, ist derzeit noch nichts zu erkennen. Laut Steidle soll die Ausschreibung der Arbeiten im August dieses Jahres erfolgen, so dass man noch im November mit dem Bau beginnen könne. Kostenvolumen: 4,1 Millionen Euro.

Der Georg-Elser-Platz vor dem Kulturbahnhof ist noch ein Provisorium. Nachdem der Bauzaun abgebaut worden ist, stehen dort mobile Pflanzkübel und Sitzbänke. „Damit wollen wir verhindern, dass der Platz zugeparkt wird“, erläutert Steidle. Die Georg-Elser-Stele an der Südseite des Veranstaltungssaals informier über den Aalener Bezug des Namensgebers des Platzes. „Georg Elser war unweit des heutigen Aalener Rathauses als Schreiner tätig“, weiß Steidle.

Das Hotel: Das 130-Betten-Hotel soll ab November ins Soft-Opening gehen. Petra Kimmerle, geschäftsführende Gesellschafterin der Dudoq Real Estate Süd GmbH drängt darauf, dass bis dahin die Zufahrt fertiggestellt ist. Denn: Solange die Loktankstelle hinter dem Lokschuppen noch besteht, gibt es für das Hotel nur die Zufahrtsmöglichkeit über die Düsseldorfer Straße am Kulturbahnhof und Georg-Elser-Platz vorbei. Erst wenn die Loktankstelle verlegt ist, wird man den Anschluss zur Hirschbachstraße herstellen können. Stefan Pommerenke spricht von einem „gemeinsamen Verkehrsknotenpunkt“ mit dem Gaskessel-Areal.

Geschwister-Scholl-Platz: Die Andienung der Baustellen für die Grüne Mitte und für den potenziellen Fußgängersteg übers Stadtoval werden über diesen Platz erfolgen. „Daher können wir den Platz erst später gestalten“, so Pommerenke.

Der Eingangsplatz Nord befindet sich am DRK-Verwaltungsgebäude. Dort ist eine neue Bushaltestelle geplant, die auch eine direkte Verbindung zum neuen Kombibad herstellen soll. Weiter befinde man sich im Gespräch mit der OVA, um eine sogenannte Kulturlinie für zentrale Veranstaltungen im Kulturbahnhof einzuführen.

Der multifunktionale Platz seitlich des Kulturbahnhofs ist fertiggestellt. Dort befinden sich 39 Stellplätze für Besucher, davon zwei Behindertenstellplätze. Zudem gibt es dort zwei Ladesäulen für Elektroautos sowie eine Ladestation für E-Fahrräder und einen Fahrradabstellplatz.

Der rückseitige Platz des Kulturbahnhofs, an den Gleisen, könne künftig für eine Außenbewirtschaftung oder für ein Open-Air-Kino genutzt werden.

Der Steg über die Gleise: Falls der Gemeinderat die Mehrkosten von 2,2 Millionen Euro bewilligt, soll der Bau im März 2022 beginnen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2022 geplant.

Das sagen die Stadträte

Thomas Wagenblast (CDU): „Was auf dem Stadtoval in relativ kurzer Zeit entstanden ist, ist wirklich fantastisch“, lobt der Fraktionsvorsitzende die städtische Bauverwaltung. Er erinnert an die von den Bürgern angeregte Durchlässigkeit des Stadtovals zum Wohnquartier im Hirschbach. „In Richtung Eisenbahnstraße wird es eine Querungshilfe für Fußgänger geben“, antwortet der Tiefbauamtsleiter.

Michael Fleischer (Grüne) betont die beispielhafte Innenentwicklung auf der einstigen Industriebrache mit kurzen Wegen zum Bahnhof, ZOB und der Innenstadt. „Ich glaube, das wird ein sehr schöner Magnet werden.“ Den fahrbahnbegleitenden Radweg entlang des Stadtovals werde es weiterhin geben, versichert ihm der Tiefbauamtsleiter.

Petra Pachner (SPD) bezeichnet das Stadtoval als ein Leuchtturmprojekt, auf das man stolz sein könne. Wie schon Fleischer betont sie die Bedeutung des Konversionsgebiets, das helfe, den Flächenfraß zu reduzieren.

Claus Albrecht (FW) ist „persönlich sehr beeindruckt“ und dankt dem Baudezernat für die „großartige Leistung“. „Keiner hätte gedacht, dass es in dieser kurzen Zeit gelingen wird, das Gebiet aufzubauen.“

Norbert Rehm (FDI) lobt ebenfalls, gießt dann aber Wasser in den Wein. Unter anderem kritisiert er die „viel zu hohen“ Mietpreise auf dem Stadtoval. Er moniert, dass die Stadt beim Neubau der Wohnungen nicht ein Angebot für die breite Mehrheit der Bevölkerung geschaffen habe. Der Erste Bürgermeister entgegnet, dass die 25-Prozent-Quote für Sozialmietwohnungen vom Gemeinderat erst später beschlossen worden sei.

Christa Klink (Die Linke) schließt sich dem allgemeinen Jubel an. Gleichwohl mahnt sie überdachte Fahrradabstellplätze an.

Was auf dem Stadtoval entstanden ist, ist fantastisch!“

Thomas Wagenblast, Stadtrat

Die Geschichte des Stadtovals

Das heutige Stadtoval ist auf einer Konversionsfläche des ehemaligen Bahnausbesserungswerks entstanden. Die Eisenbahn-Reparaturwerkstätte wurde bis 1955 betrieben. Danach schloss sich mit der Baustahlgewebe GmbH eine gewerbliche Nutzung an. 2002 wurde die industrielle Produktion von Baustahlmatten aufgegeben, eine 6,5 Hektar große Brachfläche entstand. Intensive Überlegungen zur künftigen Nutzung des Areals mündeten 2010 in einen städtebaulichen Wettbewerb. Im Jahr 2012 konnte die Stadt Aalen das Areal erwerben.

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