Ein Leben im Fahrradsattel

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Tanya Edwards versorgt ein Nashorn-Waisenkind. Gemeinsam mit Simon Bihr will die 28-Jährige helfen, dass die Nashörner nicht aussterben.
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Vor einem Jahr sind Simon Bihr und Tanya Edwards in Aalen losgeradelt. In einem Jahr wollen sie in Südafrika sein. Ein Zwischenbericht.

Aalen/Uganda

Auf ihren Rädern sind die beiden inzwischen 9000 Kilometer weit gestrampelt. Vor einem Jahr, am 9. Mai, sind Simon Bihr und Tanya Edwards in Aalen gestartet. Das Ziel: 2019 Port Edwards in Südafrika erreichen. Das Paar radelte durch Deutschland. Durch Kroatien. Durch Griechenland. Durch Albanien und Äthiopien. Nun ist das Paar in Uganda angekommen. Knapp 11 000 Kilometer haben die beiden noch vor sich.

Das vergangene Jahr sei mit "zahllosen, schönen Erlebnissen gefüllt gewesen", sagt Simon Bihr. "Doch es gab auch einige Schlaglöcher." Etwa in Äthiopien. Dort seien die Menschen unfreundlich, aggressiv gewesen. "Ständig wurden wir angepöbelt oder belästigt. Tanya wurde sogar von einer Gruppe Kinder vom Fahrrad gestoßen", sagt Bihr. Das Paar stieg deswegen auf den Bus um, übersprang 1000 Kilometer, kam in Kenia an.

"Die Leute dort waren wieder freundlich. Die wilde Natur mit ihren Tieren hat uns in ihren Bann gezogen", sagt Tanya Edwards, die aus Port Edward im Süden Afrikas kommt.

Gedanken ans Aufhören haben wir im Moment nicht.

Tanya Edwards

Die beiden radelten vorbei an Elefanten, an Zebras, an Giraffen. "Sogar an zwei Löwen sind wir vorbeigefahren", sagt der Aalener. Nashörner faszinieren das Paar. "Wir wollen helfen, dass diese Tiere nicht aussterben und widmen unsere Afrika-reise ihrer Erhaltung", erzählt Simon Bihr. Da das Horn der Tiere begehrt ist, werden sie gejagt. Ein Horn sei mehr wert als Gold. "Eine bewaffnete Rundumbewachung für die Nashörner ist wichtig. Allerdings kostet die viel Geld." Auf ihrer Homepage sammeln die beiden deswegen Spenden für eine Organisation namens "Save the Rhino".

Was bei dem Paar besonders hängen blieb: die Gastfreundschaft im Sudan. Dort wurden sie oft zum Essen eingeladen. Und: "Tanya kam in den Genuss eines sudanesischen Spa Tags, mit Henna, Rasur der Augenbrauen und selbst gemachtem Parfüm", sagt der 32-Jährige.

Der weitere Reiseplan der beiden: Uganda durchqueren. Danach geht's über Tansania, Malawi, Sambia, Namibia nach Südafrika. "Gedanken ans Aufhören haben wir im Moment nicht. Dafür gefällt uns das Leben auf dem Fahrrad, die vielen Erlebnisse und auch die Herausforderungen viel zu sehr", meint die 28-Jährige.

Geschafft: Ankunft am Äquator in Kenia.

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