Ein Lokaljournalist von altem Schrot und Korn

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Der ehemalige langjährige SchwäPo-Chefredakteur Erwin Hafner ist 85 Jahre alt.

Aalen. Ein Lokaljournalist von altem Schrot und Korn. Das ist Erwin Hafner. Am heutigen Montag feiert der ehemalige langjährige Chefredakteur der Schwäbischen Post seinen 85. Geburtstag: in der Eisenbahnstraße, in "seinem" Hirschbach, wo er aufgewachsen und groß geworden ist. Und wo er noch heute wohnt, im 20. Jahr seines Ruhestands.

Wer Erwin Hafner besucht, den führt der Jubilar erst zu seinem Christbaum und dann zum 100-jährigen Krippele, ein Erbstück. Hafner ist ein Leben lang praktizierender Christ. Man kennt ihn aus seinem 40-jährigen Redakteursleben nicht nur als aufrechten Kämpfer für lokalpolitische Anliegen und Bürgerrechte, sondern genauso als Anwalt der sozial Schwachen. So ist der Jubilar rückblickend zum einen stolz auf seine lokalpolitische Kompetenz, weswegen er eigener Aussage nach als Lokaljournalist von vielen respektiert wurde. Von vielen gefürchtet gar war seine schwäbische Kolumne, in der Hafner als "Schpio" knallhart auf den Punkt brachte, was er ansonsten hätte nicht beim Namen nennen dürfen.

Gleichermaßen stolz ist der Jubilar auch auf seine Unabhängigkeit, die er sich über sein gesamtes 40-jähriges Berufsleben bewahren konnte. "Ich hätte mit der gesamten Stadt per Du sein können. Aber ich bin mit Absicht stets auf Distanz gegangen."

Das hat sich in seinem bereits 20 Jahre währenden Ruhestand freilich geändert. Inzwischen ist der Jubilar nun auch mit dem früheren und von ihm stets sehr geachteten OB Ulrich Pfeifle auf Du und Du, was auch mit einer gewissen Dankbarkeit verbunden ist. "Denn erst mit Pfeifles Amtsantritt 1976 in Aalen konnte ich mich als freier Journalist in einer freien Demokratie fühlen."

Eng mit seinem Namen verbunden ist immer noch die Hilfsaktion der Schwäbischen Post für bedürftige Menschen im Altkreis Aalen. Als Gründer der St-Georgs-Pfadfinder in Aalen und Umgebung hat sich Hafner die "Last Message" von Pfadfinder-Gründer Baden-Powell ein Leben lang zu Herzen genommen: "Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt." Und so hat er die SchwäPo-Hilfsaktion "Advent der guten Tat", die er 1962 gründete, in Anlehnung an die gute Tat der Pfadfinder benannt.

Im Ruhestand lässt der Jubilar nun den Griffel von der Kommunalpolitik. Er mischt sich möglichst nicht mehr ein – "obwohl mich's manchmal schon piezelt". Stattdessen widmet er sich mit großer Intensität sozialen Einrichtungen, Organisationen und Menschen, die kaum eine Lobby haben: Dazu gehört der Aufbau eines Aalener Vertriebsnetzes für "Trottwar", die Straßenzeitung der Wohnungslosen; dazu gehört sein Engagement im Arbeitskreis Asyl, und sein persönlicher Einsatz für die kirchliche Hilfsaktion "Kinder in Not", die Hafner angestoßen hat. Die Liste ließe sich noch weiterführen. Wen wundert's da, dass Erwin Hafner bereits seit 20 Jahren Träger des Bundesverdienstkreuzes ist. Und auch die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg nennt er sein eigen, verliehen wurde sie ihm einst für seine lokaljournalistische Arbeit.

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