Ein Naturschützer durch und durch

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Hanspeter Pfeiffer ist seit Anfang der 80-er Mitglied des BUND. Er kämpft gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern gegen das Arten- und Waldsterben.
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Hanspeter Pfeiffer bekam vor Kurzem das Bundesverdienstkreuz überreicht. Konflikte sind bei seiner Arbeit vorprogrammiert.

Aalen. Wenn ein neues Baugebiet erschlossen wird, dann landen die Pläne meist auf seinem Tisch. Nein, Architekt oder Bauingenieur ist Hanspeter Pfeiffer nicht. Dafür Umweltschützer durch und durch. Und als solcher darf er über die Unterlagen blicken, anmerken, wenn Ausgleichsflächen fehlen oder in einem Gebiet seltene Vögel daheim sind. 1007 Stellungnahmen hat der 70-Jährige in 20 Jahren verfasst. Bei der 1000. wollte er Schluss machen. Eigentlich. „Ich bin nicht der Typ, der sagt: Ne, das mache ich nicht“, so Pfeiffer – und so landen weiterhin Bauanträge aus dem Raum Aalen auf seinem Tisch.

Der Kocher und der Bund

Sein Tun nur auf das Sichten von Anträgen und Plänen zu beschränken, das würde dem ehemaligen Biologie- und Chemielehrer nicht gerecht werden. Seit dem Ende der 70er Jahre ist Pfeiffer dem Naturschutz verfallen. Der Kocher hatte „jeden Tag eine andere Farbe“, seine Schülerinnen und Schüler am beruflichen Gymnasium waren besorgt. Und so kam es, dass die Truppe den Fluss vom Ursprung bis nach Hüttlingen chemisch untersuchte und der Bund für Naturschutz und Umwelt, kurz Bund, auf den damals frisch gebackenen Lehrer aufmerksam wurde. Anfang der 80er übernahm er den Bund-Vorsitz. „Wir waren eine starke Truppe“, sagt der Pensionär und versinkt für einen Moment in Erinnerungen. „Wir haben einen Biolandbauern auf den Markt gebracht, auf das Waldsterben aufmerksam gemacht und einen Runden Tisch zum Thema Naturschutz ins Leben gerufen, den es immer noch gibt.“

Das Wald- und Artensterben: Dinge, die dem 70-Jährigen Sorgenfalten auf der Stirn bereiten. „Wir sehen wie die Arten abnehmen. Das ist ein riesiges Problem“, sagt er. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wolle dies nicht wahrhaben. Gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern organisierte der Lehrer daher etwa Bionikausstellungen. „Wenn die Leute wissen, was man sich von der Natur abschauen kann, verstehen sie diese besser“ – und interessieren sich eher für deren Schutz, so Pfeiffers Credo.
Seit er im Naturschutz aktiv ist, sei im Ostalbkreis kein Naturschutzgebiet mehr ausgewiesen worden, merkt er an.

Konflikte vorprogrammiert

Die, die es weniger mit der Natur und mehr mit Radfahren oder Wandern haben, sind freilich nicht immer begeistert von den Ideen der Bundler. Bei der Ausweisung eines neuen Schutzgebietes oder von offiziellen Trails im Wald gebe es immer Menschen, die dagegen sind. „Dabei müssen wir schauen, dass wir alle die gleichen Ziele haben“, appelliert der Vater von drei Kindern und Opa zweier Enkel. Es müssten Kompromisse gefunden werden.

Keine Konflikte gibt’s, wenn der Aalener Posaune spielt oder im Salvatorchor singt. „Für mich ist das ein Ausgleich“, so Pfeiffer.

Auszeichnungen erhalten

Für seine Arbeit bekam Pfeiffer vor Kurzem das Bundesverdienstkreuz von Umweltministerin Thekla Walter verliehen. Und auch der Landesnaturschutzverband (LNV) überreichte dem Sprecher des LNV-Arbeitskreises Ostalbkreis/Aalen die Ehrennadel.

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