Ein neues Haus für den Wettbewerb der Zukunft

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Auf dem Campus soll das "Digital Innovation Space" entstehen. Warum das wichtig für die Region ist und wie es aussehen soll.

Aalen

Das nehmen wir", sagt Hochschulrektor Professor Dr. Gerhard Schneider begeistert nach ein paar Minuten. In denen hat Architekt Cemal Isin per Video im explorhino einen animierten Entwurf für das Gebäude vorgestellt, das Schneider so gut gefällt. Isin wird es bauen, "Digital Innovation Space" soll es heißen, stehen soll es auf dem Hochschulcampus. Ein Zentrum, in dem es um das große Thema Digitalisierung gehen soll. Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft ist dieses Projekt, da sind sich alle einig, die bei der Realisierung im Boot sind. Hochschule, Landkreis, Stadt Aalen, das Architekturbüro. Die Unternehmer und Unternehmen aus der Region, die es fördern: Gerhard Grimminger und die Stiftungen, die Carl Zeiss AG und die Carl-Zeiss-Stiftung, wie Aalens OB Thilo Rentschler sie dankend aufzählt. "Sie sehen mich an einem der ganz glücklichen Tage", fasst er zusammen.

"Wir wissen, dort, wo es schon Aktivitäten gibt, da kommen die Professoren und Studierenden", sagt Rentschler dazu. Und die forschungsstärkste Hochschule im Land zeige mit ihrem in die Zukunft gerichteten Campus mit beispielsweise neuer Fakultät, Steinbeis-Transfer und Jugendwerk solche Aktivitäten. Nun schaffe man ein "weiteres starkes Scharnier" für die Hochschullandschaft der Region. Die sich trotzdem mit anderen messen müsse.

Sie sehen mich an einem der ganz glücklichen Tage.

Thilo Rentschler Oberbürgermeister Aalen

Warum das Gebäude nötig ist

"Der Wettbewerb der Regionen ist knallhart geworden", sagt auch Landrat Klaus Pavel. Für Produktionsstandorte seien Forschung und Entwicklung vor Ort wichtig. Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und Robotik zentrale Herausforderungen. "Dort, wo Hochschulen sich um Forschung und Innovation kümmern, findet Zukunft statt", so Pavel.

"In Zukunft geht es um den Rohstoff Daten", erläutert Hochschulrektor Gerhard Schneider dazu. Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Machine Learning, aber auch Smart Products, wie "die Bohrmaschine, die genau weiß, wo sie das Bild aufhängen muss" – für all dies brauche es Expertisen. Auch für mittelunterständische Unternehmen seien diese wichtig. So wie der Weiterbildungsbereich. "Das alles braucht eine Heimat, sichtbare Architektur", sagt Schneider.

In Zukunft geht es um den Rohstoff Daten.

Gerhard Schneider Rektor der Hochschule Aalen

Wie das "Space" aussehen soll

An der Anton-Huber-Straße zwischen Parkhaus und Stadion, "auf einer ungenutzten Fläche", so OB Rentschler, soll das "Digital Innovation Space" stehen. Begonnen werden soll mit dem Bau spätestens im Frühjahr 2021.

"Wie kann ich all das in der Gebäudeform darstellen", sei beim Entwurf die Frage gewesen, sagt Architekt Cemal Isin. Das Ergebnis: ein Erdgeschoss mit der Form einer Ellipse, mit 42 Metern Durchmesser "darüber ein Zylinder, schwebend". Im Innern ein Atrium mit 18 Metern Durchmesser, Veranstaltungsräume, die sich zu einem einzigen großen umfunktionieren lassen. In die Galerie-Ebenen soll eine geschwungene Treppe führen. Mit Blick in die Landschaft soll dort experimentiert und sich ausgetauscht werden. Auch Firmen sollen in dem Gebäude Platz finden. Eine Vollholzkonstruktion, die energetisch autark und klimaneutral sein soll. Ein Gebäude, umgeben von Lamellen, die spiralförmig angeordnet für Unendlichkeit stehen sollen. Auch die digitale Entwicklung hört ja nicht auf, so Isin zur Idee dahinter.

Der Wettbewerb der Regionen ist knallhart geworden.

Klaus Pavel Landrat

Wie alles finanziert werden soll

Es sind die genannten Unterstützer, die den Bau in Höhe eines "zweistelligen Millionenbetrages" finanzieren, so Rentschler. Erneut ins Rennen gehen wird der Kreis mit dem Space-Projekt zudem beim RegioWin-Wettbewerb für den Förderzeitraum 2021 bis 2027 als Leuchtturmprojekt, so Pavel. Dabei gehe es nicht "um Beton", sondern die Idee und den Betrieb des "Digital Innovation Space". Die Transferakademie Ellwangen oder die Schwäbisch Gmünder Eule seien nur einige der Beispiele, wie erfolgreich der Ostalbkreis hier sein könne.

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