Ein Sonnenaufgang mit Gott

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Gottesdienstbesucher und Pfarrer Bernhard Richter (rechts).

Die evangelische Kirche Aalen hat am Karfreitag und Ostersonntag Präsenzgottesdienste abgehalten. Welche Eindrücke Gläubige davon mitnehmen.

Aalen

Die evangelische Kirche in Aalen hat in diesem Jahr ihre Präsenzgottesdienste reduziert, nicht aber an Karfreitag und an Ostern.

So stand der Karfreitagsgottesdienst mit Dekan Ralf Drescher und der Schola unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller unter dem Thema des stellvertretenden Leidens des Gottesknechtes aus dem Buch des Propheten Jesaja.

"Es ist unser Privileg, dass wir diesen Text bereits von Ostern her verstehen dürfen", so der Dekan. "So unfassbar das grausame Leiden des Gottesknechtes war, so unfassbar ist die neue und geschenkte Gerechtigkeit. Das Leben ist uns neu geschenkt, weil er, der Knecht, die Sünde trägt. Es ist kein Wunder, dass die christliche Kirche von Anfang an dieses Lied so gehört und auf Christus bezogen hat. Seither glauben und verkündigen wir, dass Gott uns in Jesus Christus alle Sünden vergibt und uns so den Weg in die sichtbare Gemeinschaft mit ihm und untereinander eröffnet."

Pfarrer Jan Langfeldt predigte im Ostalbklinikum am Karfreitag über das Schweigen Gottes am Kreuzigungstag. "Es ist beides: gut und schlecht; geprägt zugleich von schier unendlicher Abgründigkeit und dann auch wieder von großer Gelassenheit; von wahrer Souveränität einerseits und zugleich doch auch von Schmerz und Ohnmacht. Es ist ein Schweigen auf der Grenze und am absoluten Nullpunkt des Seins, den das Kreuz markiert. Es ist ein Schweigen, das nachhallt bis in unsere Tage."

Auferstehen auf dem Friedhof

Gott bricht die Furcht der Menschen auf.

Bernhard Richter Pfarrer

Der Ostermorgen begann mit einer Auferstehungsfeier um 5 Uhr im evangelischen Gemeindehaus mit Prädikantin Christine Krauth. Bei Minustemperaturen fanden sich um 7 Uhr rund 150 Gläubige auf dem Friedhof St. Johann ein. Der Gottesdienst begann mit festlichen Osterklängen des Ensembles des Posaunenchores unter Leitung von Wolfgang Böttiger.

Bewegend war der Moment, als beim Lesen des Osterevangeliums die Sonne hinter der Kirche aufging und über den Friedhof strahlte. Pfarrer Bernhard Richter sprach dann auch von Ostern als einem Fest des dreifachen Aufbrechens. "Gott bricht den Tod auf, die Furcht der Menschen und damit können wir aufbrechen in die nachösterliche Welt", so Richter.

"In all die vielen schlechten und furchterregenden Botschaften der letzten Tage kommt am Ostermorgen eine ganz andere, wichtige Botschaft: Jesus lebt und wir dürfen auch leben. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort über uns", sagte Richter.

Im Gottesdienst in der Stadtkirche hielt Pfarrer Jan Langfeldt die Predigt. "Christus lebt, so feiern wir und wir mit ihm. Nicht einmal die äußersten und letzten Grenzen haben ihn halten können. Was er in sich von Ewigkeit her ist und was wir durch seine Gnade mit ihm haben und teilen dürfen, das überwindet Sünde, Tod und Teufel.", so Langfeldt.

Ostersonntag, 7 Uhr, Friedhof St. Johann: Auferstehungsgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Aalen.

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