Ein Weltmeister im Vortragen: Wolfgang zu Putlitz

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Wolfgang zu Putlitz, Wahl-Aalener, hat eine internationalen Wettbewerb für gutes Vortragen gewonnen.

Der 54-Jährige hat internationalen Wettbewerb für Sprecher gewonnen. Worauf es dabei ankam und warum es ihn immer wieder auch nach Finnland zieht.

Aalen


Sprechen ist sein Talent, darf man sagen. Denn er hat es quasi amtlich. Der Wahl-Aalener Wolfgang zu Putlitz hat einen Slam Wettbewerb gewonnen. Genauer gesagt den 7. Internationalen Speaker Slam-Wettbewerb. Der hat nicht so richtig was mit Poetry Slam zu tun. Konkurrenz um die am besten gewählten Worte gab es aber auch für zu Putlitz. Und zwar reichlich. 80 Rednerinnen und Rednern aus 9 Nationen stellten sich mit ihren Vorträgen der internationalen Jury. "Bei diesem Slam geht es darum, dass die Teilnehmer Zeit haben, ein Thema in vier Minuten zu positionieren", erklärt der Gewinner des "Excellence Awards", der sich auch Weltrekordhalter nennen darf. Von Putlitz wählte das Thema "Schulungsexperte", denn darin ist der 54-Jährige, selbst Schulungsexperte, zuhause. "Die Frage war, wie bringt man das hin, das ist ja eigentlich ein eher langweiliges Thema. Das war schon eine Herausforderung", sagt von Putlitz.
Seit drei Jahren lebt von Putlitz in Aalen. Seine Frau ist Ärztin am Ostalbklinikum. Auch deshalb hat es ihn von Halle hierher verschlagen. Wo es ihm gut gefällt. "Aalen hat eine wunderbare Größe als Stadt", sagt von Putlitz. Sein Unternehmen, eine Firma für Mitarbeiterschulungen, hat er zwar nach wie vor in Berlin, aber hier bereitete er sich auf den Wettbewerb vor. Geschätzt 50-mal hat er seinen Vortrag, in dem es als Beispiel um ein Beratungsgespräch in einem Drogeriemarkt geht, vor dem Mikrofon geübt. Dann trat er im September an in Masterhausen, wo der Wettbewerb, der auch schon in New York, München, Wien, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart lief, diesmal ausgetragen wurde. Ausgestrahlt wurde er weltweit auf YouTube. Von Putlitz trat im Bereich Business international an und musste sich mit 20 Mitbewerberinnen und Mitbewerbern vor einer internationalen Jury messen. "Das war schon eine spannende Geschichte", sagt von Putlitz.
Fünf Kriterien, wie man das Publikum anspricht, hatte er zu erfüllen. "Darunter, wie flüssig das rüberkommt, aber auch, wie emotional und ob das Thema auch für das Radio geeignet ist." Die vorgegebenen vier Minuten seien "brutal kurz" gewesen, so der Redner. Manche der Wettbewerbsteilnehmer hätten es in der vorgegebenen Zeit gar nicht geschafft. "Denen wurde dann das Mikrofon abgestellt."
Er habe gehofft, dass er Talent habe, so der Gewinner. Da er es nun live getestet und bescheinigt hat, werde er nun mehr Vorträge halten. Zudem schreibt er gerade an einem Buch über Mitarbeiterschulungen. Wolfgang zu Putlitz ist ohnehin einer, der ständig irgendwie in Bewegung ist. Nicht, weil er unbedingt eine Sportskanone wäre. Nur ab und zu läuft er mit seiner Frau durch den Wald - dann aber schnell zwischen sieben und 12 Kilometern. Die freie Zeit verbringt er vor allem mit seinem 13-jährigen Sohn aus erster Ehe, der in Finnland lebt. Gerade vor drei Wochen war er wieder dort, mit dem Schiff von Stockholm aus nach Helsinki. "Eine komplett andere Welt mit einer phantastischen Landschaft", sagt zu Putlitz kurz und knapp, wie es sich für einen weltmeisterlichen Sprecher gehört.

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