Ein Zuschuss fürs Weihnachtsland?

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Der Aalener Weihnachtsmarkt. Wird es im zweiten Jahr mit Corona klappen?
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Warum Georg Löwenthal, privater Veranstalter des Aalener Weihnachtsmarkts auf dem Spritzenhausplatz, erstmals nach einer städtischen Förderung aus Steuergeldern ruft.

Aalen

Der Termin steht: Am 22. November soll das Aalener Weihnachtsland erstmals unter Coronabedingungen auf dem Spritzenhausplatz eröffnet werden. Aber so einfach, wie in den Zeiten vor Corona, kann der vorweihnachtliche Budenzauber freilich nicht funktionieren. Nicht für die Standbetreiber, nicht für die Besucherinnen und Besucher – und vor allem nicht für den Veranstalter.

"Die Kontrolle muss gewährleistet sein, aber das Weihnachtsland muss auch noch finanzierbar sein."

Georg Löwenthal, Veranstalter

Die Auflagen: Eine aktuelle Änderung der Corona-Verordnung greift zum 28. November. Demnach hat der Veranstalter eines Weihnachtsmarktes nicht nur ein Hygienekonzept zu erstellen, sondern muss auch Sorge dafür tragen, dass für einen Besuch der Verköstigungsstände mit Bratwurst, Glühwein & Co die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst und - nach der jeweils geltenden Stufe des Corona-Warnsystems - 3G oder 2G eingehalten werden.

Frage der Finanzierbarkeit: „Die Kontrolle muss selbstverständlich gewährleistet sein, aber der Weihnachtsmarkt muss auch noch finanziert werden können“, spricht Löwenthal den durch die Corona-Auflagen höheren Aufwand und die damit verbundenen Mehrkosten an. Auf die Beschicker ließe sich das nicht umlegen, meint Löwenthal. Weil ihm aufgrund der Corona-Vakanz jetzt auch Personal für den Auf- und Abbau fehle, habe er bei der Stadt einen Antrag auf eine einmalige finanzielle Hilfeleistung gestellt. Eine konkrete Zahl will er nicht nennen. Nur so viel: Es handle sich um einen vierstelligen Betrag. Laut Löwenthal liege dieser Antrag der Stadt seit Dienstag vor. Zu entscheiden hat letztlich der Gemeinderat, welche Leistungen und in welchem finanziellen Umfang er den privaten Unternehmer aus der städtischen Haushaltskasse unterstützen will.

Zaun oder Bändele ums Handgelenk? Müssen sich die Gäste des Aalener Weihnachtslandes nun diesmal auf einen umzäunten Budenzauber einstellen? Oder tut es auch eine Lösung mit einer 3G-Kontrollstelle und unterschiedlich farbigen Bändchen fürs Handgelenk?

Welche Lösung der Bürgermeister favorisiert: Karl-Heinz Ehrmann ist eindeutig für eine Umzäunung der Getränke- und Essensstände. Andernfalls, erläutert Ehrmann, könne man aus allen Himmelsrichtungen auf das Weihnachtsland gelangen. Nur mit einer Umzäunung ließe sich verhindern, dass ein einziger Bändchenträger zu den Verköstigungsständen vorgeschickt wird, der dann die gesamte nicht ausgewiesene Gruppe mitversorgt. Eine etwa 80 Zentimeter hohe und weihnachtlich dekorierte optische Abgrenzung reiche Ehrmanns Meinung nach aus. Ob die nicht leicht zu übersteigen sei? Ehrmann: „Ich gehe mal davon aus, dass wir rechtstreue Bürgerinnen und Bürger haben, die nicht über den Zaun steigen.“

Stichprobenartige Kontrollen: Letztlich aber liege die Verantwortung, und somit Entscheidung über die Gewährleistung der Kontrollen beim Veranstalter, sagt der Bürgermeister. Und kündigt an: „Dieser hat auf jeden Fall mit stichprobenartigen Kontrollen unseres Gemeindevollzugsdienstes zu rechnen.“ Denn: Im Gegensatz zu vielen anderen Städten obliegen in Aalen Organisation und Verantwortung des Weihnachtsmarktes nicht der Stadtverwaltung oder der städtischen Tourismusbehörde, sondern einem Privatunternehmer. Georg Löwenthal stemmt das Aalener Weihnachtsland seit 2006. Und will jetzt, nach einer knapp zweijährigen Zwangspause seines Schaustellerbetriebs, den Budenzauber auf dem Spritzenhausplatz endlich wieder wuppen.

Veranstalter will Bändchen-Lösung: „Tendenziell neigen wir zur Bändele-Lösung, nicht zur Umzäunung“, sagt Löwenthal in Absprache mit Citymanager Reinhard Skusa und den am Spritzenhausplatz ansässigen Geschäftsleuten. Vor allem dem ACA-Vorsitzenden Josef Funk liegt am Herzen, dass der Platz durchgängig offen bleibt für die Kunden der Geschäfte.

  • Wie es Ellwangen und Schwäbisch Gmünd handhaben: Auch Aalens Nachbarstädte haben sich längst gegen eine Umzäunung ihrer Weihnachtsmärkte entschieden und favorisieren die Bändchenlösung. An Kontrollstellen vor Ort sollen die Besucherinnen und Besucher auf die 3G überprüft werden.

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