Einblicke in das neue Kombibad

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Blick von der Liegegalerie im Obergeschoss auf das Freizeitbecken und den Kinderbereich. Im Hintergrund des Bildes liegt das Sportbecken und dahinter das Sprungbecken. Links, im Obergeschoss, sind Sammelumkleiden vorgesehen. Grafiken: 4a Architekten
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Architekt legt überarbeitete Pläne mit acht Bahnen im Innenbereich vor. Der Baukörper und die Außenanlagen schieben sich schollenartig ins Hirschbachtal. Was das Projekt bietet.

Aalen

Ein "Bürgerbad im besten Sinne" wird es werden, finden die Grünen. "Zukunftssicher", sagt die CDU. "Qualitativ und finanziell vernünftig", nennt die SPD die Pläne für das neue Kombibad. Vom Streit um die Anzahl der Schwimmbahnen abgesehen, sind sich die Gemeinderatsfraktionen einig im Lob über den Entwurf der 4a Architekten Stuttgart.

"Gebaute Landschaft" nennt Architekt Ernst Ulrich Tillmanns das 44,5 Millionen Euro teure Projekt. Das neue Gebäude schiebt sich mit einem Höhenunterschied von insgesamt 17 Metern schollenartig vom Hang her ins Hirschbachtal hinein.

Außenbereich, Eingangsebene: ein Nichtschwimmerbecken, ein wettkampftaugliches 50-Meter-Becken mit acht Bahnen, Planschbecken und Wasserspiel, Sitzstufen in verschiedenen Bereichen, Gastronomie mit Außenterrasse, Umkleiden, Sanitär- und Nebenräume.

Innenbereich, Erdgeschoss: Eingangszone mit Kassen- und Bewirtungszone, abgegrenzt durch Glas. 25-Meter-Sportbecken – nach dem neuen Entwurf abgespeckt von zehn auf acht Bahnen, Freizeitbecken, Sprungbecken mit Ein-Meter-Brett sowie Drei- und Fünf-Meter-Sprungturrm. Lehrschwimmbecken (ca. 175 Quadtratmeter) mit versenkbarem Boden. Kinderbecken mit zwei Wassertiefen, ein mit Sitzbänken abgegrenzter Kinderspielbereich mit Schiffchenkanal – "wertig gemacht und nicht plastikmäßig quietschebunt", sagt Architekt Tillmanns. Eine 60 Meter lange Röhrenrutsche führt über zwei Schleifen nach außen und wieder ins Gebäude hinein. Umkleiden, Liegezonen und Gastronomie.

Innenbereich, Obergeschoss: Sammelumkleidekabinen mit direktem Zugang zum Sportbereich, Liegegalerie mit Blick auf die Badehalle. Im ursprünglichen Entwurf nicht enthalten, jetzt aber eingeplant ist ein "kleiner, aber feiner Saunabereich" (Tillmanns). Vorgesehen ist auch ein Außenbereich mit Tauchbecken.

Gefühlt liegen die Becken innen und außen direkt nebeneinander.

Stefan Studer Bäderexperte

Materialien und Technik: Der Entwurf von 4a Architekten setzt auf große Glasflächen mit viel Tageslicht, die Innen und Außen optisch verschmelzen sollen. Unterschiedliche Deckenhöhen und "zurückspringende" Dächer gliedern den Baukörper. Veredelter Rohbeton, verfeinert mit Fliesen, dominiert bei der Innenausstattung. Energieversorgung: Die Dächer sind begrünt, regenerative Energie liefern Fotovoltaikanlagen auf den Dächern. Beheizt wird mit Fernwärme und mittels zweier Blockheizkraftwerke. Maßnahmen wie eine Duschabwasser-Wärmerückgewinnungsanlage und Wärmepumpen bei der Lüftung sollen helfen, Energie einzusparen.

Barrierefreiheit: Laut Architekt werden die Bereiche innen behindertengerecht mit einem Aufzug erschlossen. Die Linke fordert einen zweiten Lift. Laut Baubürgermeister Wolfgang Steidle werden die Rampen zur Überbrückung der Höhenunterschiede im Außenbereich auf 1,80 Meter verbreitert. Die Stadt sichert weiteren Meinungstausch mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung zu.

Öffnungszeiten und Nutzung: Im Vergleich zum Aalener Hallenbad aus den 1960er Jahren sieht Stefan Studer, Bäderexperte der Beratungsfirma Kannewischer, entscheidende Vorteile:

  • Funktionen: Freizeitschwimmen, Lehrschwimmen, Sportschwimmen und Sprungtraining im Innenbereich werden getrennt, künftig gibt es für jede Funktion ein eigenes Becken. Insgesamt sollen rund 1050 Quadratmeter Wasserfläche entstehen – laut Studer mehr als doppelt so viel wie im Hallenbad. Hinzu kommen rund 1000 Quadratmeter im Außenbereich.
  • Öffnungszeiten: 14 Stunden in der Woche war das Hallenbad nur für den Vereinssport, weitere fünf Stunden nur für den Schulsport reserviert und in dieser Zeit für die Öffentlichkeit geschlossen, so die Zahlen von 2018. Im Kombibad sollen öffentlicher Badebetrieb und Vereinssport laut Bäderexperte Studer künftig gleichzeitig störungsfrei möglich sein.
  • Nutzen: Zwischen Innen- und Außenbecken liegen kurze Wege. Das, so Studer, mache Baden wetterunabhängiger und verbreitere auch die Möglichkeiten für Vereinssport.

Wie viele Bahnen will man bauen?

Aalen. Entgegen dem ursprünglichen Architektenentwurf sind im Sportbecken innen nur noch acht statt zehn Schwimmbahnen vorgesehen. Das ärgert die Schwimmsportvereine. CDU und Grüne im Gemeinderat haben signalisiert, dass sie die zwei Bahnen wieder drin haben wollen. Diese Mehrkosten von 300 000 bis 400 000 Euro sollen durch Streichungen bei der Rathaussanierung ausgeglichen werden. Bäderexperte Stefan Studer stellte dem Gemeinderat Zahlen aus der Erhebung zum Schwimmsport im Hallenbad vor: Die Vereine belegten in der Woche 80 Bahnstunden. Mindestens 10 wünschten sie sich zusätzlich. Mit der jetzt geplanten Lösung, so Studer, könne man im Kombibad 150 bis 170 Bahnstunden anbieten, wenn man das 50-Meter-Außenbecken mit einbeziehe. Finanzierung: 35 Mio. Euro zahlen die Stadtwerke. Weitere 11 Mio. Euro kommen aus dem Etat der Stadt: jährlich zwei Mio. Euro 2021 bis 2025 und 2026 eine Mio. Euro. Baubeschlusss soll am 25. März sein. bea

Das Sprungbecken (vorn) und das Sportbecken mit acht Bahnen sind voneinander getrennt.

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