Eine Andacht für die Heilige Corona

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Aufzeichnung in der Kirche St. Elisabeth: Hans-Christian Richter (von links) filmt die Andacht, die Ralph Häcker, Teresa Nar und Wolfgang Fimpel gestalten.
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Was das Virus mit der Schutzheiligen aus Antakya zu tun hat, das ist im Video aus der Kirche St. Elisabeth in Aalen an diesem Donnerstag, ab 9 Uhr, zu sehen.

Aalen

Die Kirchenbänke sind mit rot-weißen Bändern abgesperrt. Pastoralassistent Hans-Christian Richter misst die Lichtverhältnisse und den Ton ein. Pastoralreferent Wolfgang Fimpel ist in der Sakristei der Kirche verschwunden, um sich umzuziehen. Teresa Nar nimmt an der Orgel Platz und Ralph Häcker stimmt schon mal erste Töne an.

Die vier werden in wenigen Minuten eine Andacht in St. Elisabeth an der Weißen Steige in Aalen gestalten und aufzeichnen und an diesem Donnerstag ab 9 Uhr auf YouTube streamen. Es ist keine gewöhnliche Andacht – eine mit Augenzwinkern. Es ist die Andacht für Corona, die Schutzheilige, die an diesem 14. Mai bei Seuchen und Unwetter angerufen wird, die Schutzheilige der Metzger und Lottospieler.

Die Idee, den Gedenktag zu begehen, hatte Ralph Häcker, Leiter des Kulturbüros Schwäbisch Gmünd und Dirigent des Chors der Aalener Marienkirche. Bis vor wenigen Tagen wussten weder er, noch die anderen Beteiligten, dass es eine Schutzheilige ‚Corona‘ gibt. "Ich habe gelesen, dass in Aachen ein Schrein mit Gebeinen der Heiligen Corona restauriert worden ist", erklärt Häcker. Die für später geplante Restauration des Bleisargs habe man dort vorgezogen, der Corona-Krise wegen.

"Heilige werden als Vorbilder im Glauben verehrt", sagt Häcker weiter. Sie seien Menschen, die sich konsequent zu Jesus Christus bekannt hätten. Man bete sie übrigens nicht an, sondern rufe sie an, um Fürbitte bei Gott zu halten. Dies ersetze nicht das persönliche Gebet zu Gott. "Aber man muss ja nicht mit allem gleich zum Chef rennen!", sagt Kantor Ralph Häcker und schmunzelt.

Heilige werden als Vorbilder im Glauben verehrt.

Ralph Häcker Chorleiter

Inzwischen ist alles vorbereitet. Teresa Nar spielt die Orgel zum Auftakt, ehe Wolfgang Fimpel den liturgischen Part übernimmt. Der Pastoralreferent erzählt die Geschichte von Corona, die um 200 möglicherweise im biblischen Antiochia – dem heutigen Antakya, Aalens Partnerstadt – geboren ist. Corona war den Legenden nach die Frau oder Freundin des Märtyrers Viktor. Im Alter von erst 16 Jahren starb sie ebenfalls den Märtyrertod.

Fimpel erzählt aber auch davon, dass Kaiser Otto III. Reliquien im Jahr 997 nach Aachen gebracht habe und davon, dass Corona als Seuchenheilige eher selten angerufen werde und wenig bekannt sein dürfte. Beeindruckt hat Fimpel, dass man Corona als Patronin bei Zahnweh anrufen könne.

Passend zum Gedenken singt Kantor Ralph Häcker vier Heiligenlieder aus dem katholischen Gesangbuch. "Im Gotteslob finden sich einige schöne Heiligenlieder, wie ‚Ihr Freunde Gottes allzugleich‘, das zu Beginn erklingt", sagt Häcker. Oder das "Für alle Heiligen in der Herrlichkeit". Im Mai dürfe ein Marienlied nicht fehlen: Zum Schluss intoniert er "Maria, breit den Mantel aus", eine Hommage an die "Schutzmantelmadonna".

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