Eine der modernsten Polizeizentralen des Landes entsteht in Aalen

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Ein imposantes Gebäude entsteht derzeit beim bisherigen Polizeipräsidium in Aalen. Das Land ist der Bauherr für das moderne Führungs- und Lagezentrum, das dort gebaut wird.

In Aalen entsteht zurzeit das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums. Bezug und Inbetriebnahme Ende des Jahres geplant.

Aalen

An der Böhmerwaldstraße in Aalen entsteht das neue Führungs- und Lagezentrum, das Herzstück des Polizeipräsidiums Aalen. "Wir peilen den Bezug und die Inbetriebnahme noch dieses Jahr an", berichtet Polizeipräsident Reiner Möller bei einem Baustellenrundgang. Oberbürgermeister Thilo Rentschler und Landrat Klaus Pavel informierten sich vor Ort über den Baufortschritt und die hochmoderne Ausstattung des zweistöckigen Gebäudes.

Der Auftrag: Gebaut wird das Lagezentrum im Auftrag des Landes, ausgeführt von Vermögen und Bau Schwäbisch Gmünd, vertreten durch Christine Olbort-Zeller, verantwortliche Projektleiterin und Architektin sowie Abteilungsleiterin Martina Ruppe. Gemeinsam mit dem Architekten Jens-Christian Beck aus Stuttgart vom Architekturbüro Burckhardt und Partner GmbH aus Berlin, informierten sie über die bautechnische Ausführung.

  • 17 Millionen werden insgesamt investiert. Das Projekt war im Zusammenhang mit der Evaluation der Polizeistrukturreform im Jahr 2016 durch das Innenministerium vorübergehend gestoppt worden. "Wir mussten hart kämpfen und die Drähte nach Stuttgart sind heiß gelaufen." Dass der Aalener Standort der einzig richtige sei, davon ist auch Landrat Pavel überzeugt. Auch er hatte sich auf allen Ebenen gemeinsam mit dem Oberbürgermeister für den Aalener Standort stark gemacht und stets für eine Zusammenführung des Lagezentrums mit dem Polizeipräsidium favorisiert.

Das Land investiert rund zehn Millionen Euro in den Neubau – und seit Beginn dieses Jahres wird zusätzlich der Altbau an der Böhmerwaldstraße für mehr als sieben Millionen Euro generalsaniert: Das macht dann 17 Millionen Euro in der Summe.

  • 100 Personen werden nach Fertigstellung im neuen Führungs- und Lagezentrum in der Böhmerwaldstraße arbeiten.

Man muss sich klar machen, dass es bei jedem Anruf um Leben und Tod gehen kann.

Thilo Rentschler Oberbürgermeister
  • 150 Personen arbeiten im Altbau, darunter unter anderem das Kriminalkommissariat, die Verwaltung und die Prävention. Präsident Möller wird im Neubau ein mit modernster Technik ausgestattetes Büro beziehen.
  • 2 Stegbrücken jeweils auf Erdgeschoss-Ebene und im Obergeschoss verbinden die beiden Gebäude, sodass der bisherige Zugang über den Haupteingang Böhmerwaldstraße bestehen bleibt. Der Eingangsbereich und Vorplatz werden komplett neu gestaltet. Beim Rundgang wird deutlich, welch besondere Anforderungen an die Ausstattung eines Führungs- und Lagezentrums gestellt werden. Um für Einsatzlagen gerüstet zu sein, kommen besondere Materialien und Technik zum Einsatz. Als kritische Infrastruktur muss das Führungs- und Lagezentrum auch im Ernstfall autark sein und einen Ausfall der Versorgungsnetzwerke kompensieren können.

Wo sich später das eigentliche Lagezentrum befindet, erfordert die High-End-Technik für eine Bild-und Datenübertragung die Verlegung von mehreren Kilometern Datenkabel. Als erstes und einziges Lagezentrum werde man auf die moderne IP-Datentechnik umstellen, erläutert Möller. Die Inbetriebnahme sei eine Herausforderung, denn im Ernstfall müsse alles reibungslos funktionieren "sonst kommt der Notruf nicht an", sagt der Polizeipräsident.

  • 5 bis sieben Wochen soll es dauern, bis die Technik im Hochsicherheitsbereich des Lagezentrums einsatzbereit ist, denn aus Sicherheitsgründen werden diese Arbeiten nur von eigenen Polizeikräften übernommen, berichtet Polizeikommissar Michael Bauer, zuständig beim Präsidium für die Koordination der Baumaßnahme.
  • 24 Stunden am Tag ist das Lagezentrum der Polizei besetzt, alle Notrufe laufen dort auf und werden je nach Alarmierungsplan entsprechend verarbeitet. "Man muss sich klar machen, dass es bei jedem Anruf um Leben und Tod gehen kann", unterstreicht der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Notwendigkeit einer technisch und personell gut aufgestellten Polizei im Land. Wie schnell die Situation kippen könne, das habe jüngst die Vorfälle in Stuttgart gezeigt.

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