Eine Jugendkunstschule für Aalen

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Bildende Kunst, Musik, Tanz und Theater ... den Angeboten der geplanten Jugendkunstschule Aalen sind keine Grenzen gesetzt. Fotos/Grafik:archiv, pixabay/ca
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Ein Pilotprojekt soll im September starten in enger Kooperation zwischen Kulturamt, Vhs Aalen, Theater, Kollektiv K und Stadtbibliothek. An wen sich das Angebot richtet.

Aalen

Aalen bekommt eine Jugendkunstschule. Dieses Projekt, das die kreative Entwicklung von Kindern und Jugendlichen abseits von Noten und Leistungsdruck fördern will, ist schon längere Zeit eine Herzensangelegenheit von OB Thilo Rentschler. „Eigentlich wollten wir damit schon 2019 durchstarten“, bekannte er am Donnerstag. Doch dann kam Corona.

Wenige Monate vor Ende seiner Amtszeit als Oberbürgermeister, gibt Rentschler jetzt gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Partnern Gas und stellt die Weichen. Die Idee stößt auf starken Rückenwind des Gemeinderats. Der Grundsatzbeschluss, im Herbst in eine Pilotphase zu starten, fiel einstimmig.

Die Idee: Ob Theater, Fotografie, Musik, Literatur, ob Malen oder plastisches Gestalten – in der Jugendkunstschule sollen sich Kinder und Jugendliche in Kursen, Workshops und Seminaren kreativ entfalten, Gemeinsamkeit erleben und ihre Talente ausleben können. Es ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche vom Grundschulalter bis zum jungen Erwachsenenalter. Dem OB ist ein niederschwelliges Angebot wichtig; dass also Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten teilnehmen können.

Das Pilotprojekt basiert auf einer engen Kooperation zwischen Kulturamt, Volkshochschule Aalen, dem städtischen Theater, der Stadtbibliothek, dem Künstlerkollektiv K und weiteren Akteuren aus der Kunst- und Kulturszene. In der Pilotphase sollen die Kursangebote in vorhandenen Räumlichkeiten im gesamten Stadtgebiet stattfinden – später ist an eigene Atelier- und Werkstatträume gedacht.

Die einjährige Pilotphase soll nach den Sommerferien im September starten.

Die Leitung: Für die Pilotphase wird die Leitung für den Aufbau der Jugendkunstschule zunächst mit einer 50-Prozent-Stelle aus der Rathausverwaltung gestellt.

Die Finanzierung: „Wir schießen auch Geld in den Topf, damit der Gemeinderat dafür keine finanziellen Mittel freimachen muss“, erläutert Rentschler. Mit Sponsorengeldern, einem Landeszuschuss und Umschichtungen von insgesamt 20 000 Euro im städtischen Kulturetat wolle die Stadt das Projekt stemmen. Eine Förderung zugesagt haben bereits die Franke-Stiftung (2500 Euro), die Stadtwerke Aalen (5000 Euro), die Wohnungsbau Aalen (5000 Euro), die Stiftung Schloss Fachsenfeld (2500 Euro) und der Förderverein Treffpunkt Rötenberg (1500 Euro). Angefragt für Fördergelder von insgesamt 10 000 Euro sind die VR-Bank-Stiftung, die Trude-Eipperle-Stiftung, die Barmer Krankenkasse und die KSK Ostalb. Weitere 10 000 Euro habe ein Förderer aus Aalen bereits zugesagt.

Das sagen die Kooperationspartner: Vhs-Leiterin Dr. Nicole Deufel begrüßt den Vorstoß sehr, zumal Kinder und Jugendliche sehr unter dem Lockdown gelitten hätten. Theater-Intendant Tonio Kleinknecht bekräftigt: „Wir merken, dass die Spielfreude der Kinder aus allen Poren kommt.“

Das sagen die Gemeinderäte: Allesamt loben sie ausdrücklich die Initiative und stehen hinter dem Projekt. Inge Birkhold (CDU) ist wichtig, dass Doppelstrukturen vermieden werden, und fordert eine Rückmeldung an den Gemeinderat zum Ende der Pilotphase. Doris Klein (Grüne) denkt an die Teilorte. „Auch dort müssen die Angebote etabliert werden.“ Hermann Schludi (SPD) regt an, Kontakte zu Schulen und Kunsterziehern zu suchen. Bernhard Ritter (FW) appelliert, auch Bereiche des Sports mit einzubeziehen. Arian Kriesch (FDI) ist es wichtig, dass man das Konzept über einen längeren Zeitraum betrachtet. „Wir sollten es nicht nur unter dem Aspekt 'raus aus dem Lockdown' sehen“, meinte er sinngemäß. Roland Hamm (Die Linke) ist sich sicher, dass sich weitere Förderer finden werden. „Auch der Aalener Kunstverein wird dieses Initiative sicher unterstützen“, meint er.

Eine Herzensbitte des OB: Wenn Thilo Rentschler am 24. September offiziell als Oberbürgermeister verabschiedet wird, wünscht er sich statt Geschenken Spenden für die Jugendkunstschule.

Eigentlich wollten wir damit schon 2019 durchstarten.“

Thilo Rentschler, Oberbürgermeister

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