Eine Sitzung mit heißen Eisen

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Gewichtige Themen im Gemeinderat: Steg (von links oben, im Uhrzeigersinn), Kombibad, Kreisel Unterkochen und Waldcampus.
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Von Bad bis Steg: Der Aalener Gemeinderat soll an diesem Donnerstag über einige Vorhaben entscheiden, die in der Stadt kontrovers diskutiert werden. Das sind die wichtigsten Fakten.

Aalen

Eine prall volle Tagesordnung hat der Gemeinderat an diesem Donnerstag auf dem Tisch. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15 Uhr. Schon Punkt eins ist brisant: Es geht um den geplanten Bau des Fußgängerüberwegs über die Gleise am Stadtoval.

Steg am Stadtoval: Seit Oktober 2018 ist der Übergang beschlossene Sache. Auf Grundlage der inzwischen überarbeiteten Planung von Architekt Werner Sobek soll das Projekt Anfang Juni europaweit ausgeschrieben werden. Baubeginn ist für März 2022, die Fertigstellung Ende des gleichen Jahres avisiert.

Wegen deutlich gestiegener Rohstoffpreise wird das Projekt nun erheblich teurer: 8,71 Millionen Euro Baukosten sind veranschlagt – damit 2,2 Millionen mehr als geplant. Unterm Strich, so die Kalkulation aus dem Rathaus, werden rund 3,2 Millionen Euro bei der Stadt „hängen“ bleiben, davon allein 800 000 Euro aus der jüngsten Kostensteigerung.

Der Gemeinderat soll an diesem Donnerstag über die aktualisierten Berechnungen befinden und einen entsprechenden Finanzierungsbeschluss fassen. Grüne und FDI hatten sich im Umweltausschuss bereits wegen der Mehrkosten gegen den Bau ausgesprochen. Sprecher der anderen Fraktionen signalisierten Zustimmung.

Die Verwaltung informiert in der Sitzungsvorlage: Eine Verschiebung wäre folgenreich, weil dann auch der mit der Bahn für das Jahr 2022 abgestimmte und genehmigte Zeitrahmen hinfällig wäre. Ein neuer Anlauf würde „mindestens drei Jahre“ Vorlaufzeit brauchen.

Kreisel Unterkochen: Weiterer Tagesordnungspunkt ist die Abstimmung über den geänderten Bebauungsplan für einen Kreisverkehr an der „Kreuzung ehemaliger Schützen“. Der Unterkochener Ortschaftsrat hatte für den Kreiselbau votiert, eine Bürgerinitiative in Unterkochen lehnt ihn ab: Der Kreisel sei zu groß. Sie vermutet, dass das Vorhaben deswegen so dimensioniert ist, weil der Kreisel auch als Zubringer für eine zur B-29a ausgebaute Steige hinauf nach Ebnat dienen soll. Einen solchen Ausbau lehnt die Bürgerinitiative seit Jahren vehement ab.

Schule Dewangen: Die Schwarzfeldschule will Ganztagsschule werden. Der Gemeinderat soll über einen entsprechenden Antrag inklusive der Maßnahmen wie Übernahme von Sachkosten oder die Bereitstellung von Mittagessen abstimmen. So weit ist das unstrittig. Beim notwendigen Anbau an die Schule aber zeichnete sich in der Vorberatung im Finanzausschuss Unmut ab. Die Räte wollen mehr Tempo: Planungskosten schon in den Etat 2022 einstellen, so dass der Bau 2024 fertig sein kann, lautete der Tenor.

Der Vorschlag der Stadt, erst für die Haushaltsjahre 2023/2024 Realisierungsvorschläge für einen solchen Anbau sammeln zu wollen, war auf massive Kritik gestoßen – genau so steht er aber nun in der Sitzungsvorlage.

Wohnmobilstellplätze: Auf Antrag der CDU sollen die Wohnmobilstellplätze vom Hirschbach an die Osterbucher Steige verlegt werden – eine außerplanmäßige Ausgabe von 150 000 Euro für eine Versorgungsanlage für zwölf Wohnmobile. In der Vorberatung waren Grüne und FDI dagegen: Der Standort sei zu weit weg vom Stadtzentrum, so ihr Haupt-Argument.

Waldcampus: Die Studentenzahlen und das Lehrangebot an der Hochschule wachsen. Zurzeit entsteht an der Rombacher Straße ein neues Fakultätsgebäude für die Wirtschaftswissenschaften. Zur weiteren konzentrierten Entwicklung des Waldcampus ist der Gemeinderat nun aufgerufen, den Flächennutzungsplan zu ändern.

Kombibad: Am 25. März hat der Gemeinderat den Baubeschluss für das neue Bad im Hirschbachtal gefasst. Im weiteren Verfahren müssen dazu die Bebauungspläne „Sport- und Freizeitgelände im Hirschbachtal“ sowie „Hirschbach/Heide“ geändert werden.

Jugendbeteiligung: Die Linksjugend „Solid“ Aalen hat im Januar bei der Stadt die Schaffung eines Jugendgemeinderats beantragt. Bis Ende Mai muss der Gemeinderat entscheiden, ob er einen solchen oder ein ähnlich formalisiertes Gremium aus der Taufe heben möchte.

Zusammen mit den politischen Jugendorganisationen hat der Beauftragte für Jugendbeteiligung der Stadt Aalen eine „Planungsgruppe Jugendbeteiligung“ organisiert. Darin vertreten sind auch die Geschäftsführung des Stadtjugendrings, eine Fachkraft der Schulsozialarbeit, der mobilen Jugendarbeit und ein externer Berater. Zwischenbilanz nach vier Treffen: Eine institutionelle Jugendvertretung wie ein Jugendparlament kann ein zusätzlicher sinnvoller Baustein sein zum Konzept für Jugendbeteiligung der Stadt Aalen sein. Sie könnte aber auch für viele Jugendliche sehr formal und damit abschreckend wirken. Die Verwaltung bietet nun an, bis zum Herbst ein schriftliches Konzept vorzulegen.

Gemeinderatssitzung im Rathaus verfolgen

Die Sitzung des Gemeinderats an diesem Donnerstag findet coronabedingt digital statt. Für Besucherinnen und Besucher wird sie in den großen Sitzungssaal des Aalener Rathauses übertragen. Beginn ist um 15 Uhr.

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