Eine Weihnachtsmeile wäre denkbar

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Georg Löwenthal macht's schon mal vor: Die Order von Glühwein & Co. wird in der kommenden Vorweihnachtszeit nur mit Mund- und Nasenschutz gestattet werden.
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Warum Weihnachtsland-Macher Georg Löwenthal zuversichtlich ist, dass die Besucher der Aalener City auch in diesem Corona-Jahr nicht auf Glühwein und gebrannte Mandeln verzichten müssen.

Aalen

Mehrere Städte haben ihn bereits abgesagt. Und wie entscheidet Aalen? Wird es in der Kocherstadt in diesem Corona-Jahr einen Weihnachtsmarkt geben? Georg Löwenthal, der als Privatunternehmer den jährlichen Weihnachtsrummel auf dem Spritzenhausplatz veranstaltet, ist zuversichtlich. "Ja", sagt er. "Es könnte klappen. In einer anderen Form zwar. Und mit einem ausgetüftelten Konzept zur Einhaltung der Abstandsregeln, der Hygiene und der Kontaktverfolgung."

Wie alle Schausteller ist auch Löwenthal seit sechs Monaten ohne nennenswerte Einnahmen. Der improvisierte Würstle-Imbiss am Bahnhof ist viel mehr Betätigungsfeld in der Corona-Krise, als dass er seinen Schaustellerbetrieb am Leben halten kann. Nach monatelangen Einnahmeausfällen setzt Löwenthal jetzt wie alle seine Kollegen und Standbetreiber darauf, dass in diesem Jahr wenigstens noch ein Weihnachtsgeschäft läuft.

Und auch der Innenstadtmarketingverein Aalen City aktiv (ACA) will auf diesen vorweihnachtlichen Besuchermagneten möglichst nicht verzichten, weil die Kombination aus weihnachtlicher Illumination und Requisiten gemeinsam mit Glühwein, gebrannten Mandeln und Co. Kunden aus nah und fern ins Städtle lockt.

Darum hat sich Löwenthal gemeinsam mit Citymanager Reinhard Skusa bereits im Juli an die Aalener Stadtverwaltung gewandt, um gemeinsam darüber zu beraten, was unter Corona-Bedingungen überhaupt möglich wäre. Denn Fakt ist: Großveranstaltungen wie Volksfeste sind bis zum 31. Dezember 2020 verboten. Und seit dem 1. August gilt in Baden-Württemberg ein Verbot für Großveranstaltungen mit über 500 Personen.

Es ist klar, dass wir Stände und Angebote entzerren müssen.

Georg Löwenthal Veranstalter

Eine finale Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen. Aber Löwenthal erzählt von "guten Gesprächen" mit dem Ordnungsamt, mit OB Thilo Rentschler und Vertretern des City-Marketings. Was sich derweil abzeichnet, ist vielmehr eine Weihnachtsmeile, als ein Weihnachtsmarkt. "Es ist ja klar, dass wir Stände und Angebote entzerren müssen", betont der Veranstalter.

Das Konzept: Jeweils ein "Dreigestirn" von Glühwein, Imbiss und einem Warenstand in großen Abständen platziert zwischen Spritzenhausplatz, Beinstraße, Mittelbachstraße, Reichsstädter Straße, Sparkassenplatz und Löwenstraße. Die Mund- und Nasenschutz-Pflicht wäre verpflichtend sowohl für die Betreiber der Stände als auch für die Kunden, die für Glühwein, Bratwurst oder Wollsocken anstehen. Der Plan ist, entlang dieser weihnachtlichen Meile 100 Stehtische, an denen jeweils fünf Personen Platz finden, in einem Abstand von mindestens zweieinhalb Metern aufzustellen – "und zwar unverrückbar", betont Löwenthal.

"Derzeit prüfen wir noch, ob diese dezentrale Ausrichtung im Einklang mit den geltenden Corona-Vorschriften realisierbar ist", sagt die städtische Pressesprecherin Karin Haisch. Um einen möglichen Besucherandrang zu steuern und Menschenansammlungen zu vermeiden, prüfe die Stadt zudem verschiedene Methoden – auch digitale. In den nächsten Tagen, so Haisch, werden die notwendigen Abstimmungsgespräche stattfinden.

Aber eins ist jetzt schon klar: Die angedachte Weihnachtsmeile wird den zeitlichen Rahmen des traditionellen Weihnachtsmarktes nicht sprengen. Heißt: Der Zeitraum für Schupfnudeln, Punsch & Co. bliebe derselbe wie in den Vorjahren: vom 23. November bis 23. Dezember; täglich von 11 bis 20 Uhr.

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