Eine Woche Maskenpflicht - das sagt die Polizei

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Obwohl im Freien keine Maskenpflicht herrscht, tragen viele Aalener auf dem Wochenmarkt einen Mundschutz.
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Aalens Polizeisprecher Holger Bienert spricht im Interview darüber, wie die neue Verordnung von der Bevölkerung aufgenommen wurde.

Aalen

Wer keine Maske trägt darf weder in den Supermarkt noch mit Bus und Bahn fahren – was früher schwer vorstellbar war, ist seit über einer Woche gesetzlich vorgeschrieben. Ob sich alle an diese neue Coronaverordnung halten, kontrolliert neben dem Ordnungsamt auch die Polizei. Holger Bienert, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Aalen, spricht im SchwäPo-Interview darüber, ob es schon Verstöße gab und wie die Polizei solche ahndet.

Herr Bienert, liegen dem Polizeipräsidium Aalen Zahlen zu den bisherigen Verstößen gegen die Maskenpflicht im Präsidiumsgebiet vor?

Holger Bienert: Nein, Zahlen liegen noch keine vor. Es ist ja so, dass die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zwar seit Anfang letzter Woche in bestimmten Bereichen verpflichtend, jedoch erst seit diesen Montag tatsächlich bußgeldbewehrt ist. Man muss aber auch wissen, dass nicht jeder Verstoß sofort in einer Anzeige mündet. Wir haben da einen Ermessensspielraum und mussten seither noch keine förmliche Anzeige hinsichtlich der Maskenpflicht fertigen. Nur diese schlagen sich auch in der Statistik nieder. Seit Inkrafttreten der ersten Coronaverordnung Mitte März haben wir bislang präsidiumsweit rund 1800 Corona-Verstöße mittels Anzeige geahndet.

Also zum Beispiel das Nichteinhalten des Mindestabstands oder illegale Versammlungen?

Ja richtig, quasi alle Verstöße gegen die Coronaverordnung. Der überwiegende Anteil dieser 1800 Verstöße bezieht sich auf verbotene Ansammlungen, nämlich rund 1440.

An welchen Orten treten die meisten Verstöße auf?

Wir begeben uns nicht gezielt zur Kontrolle in die Ladengeschäfte oder in den ÖPNV, eine Aussage ist daher nur schwer möglich. Kontrollen hinsichtlich der Maskenpflicht integrieren wir allgemein in unsere ohnehin bestehenden Corona-Überwachungsmaßnahmen. Es sind aber auch die Betreiber und Verantwortlichen gefordert. Diese kommen ihrer Verantwortung in überwiegender Mehrheit nach und bemühen sich um die Einhaltung der Vorschriften. Meine persönliche Wahrnehmung ist auch, dass durch die vorhandene soziale Kontrolle sich ohnehin die allermeisten an die Maskenpflicht halten. Wenn es irgendwo doch Probleme gibt und die Polizei benötigt wird, sind wir selbstverständlich zur Stelle.

Sind die Personen, die gegen die Pflicht verstoßen haben, in der Regel einsichtig, sobald sie auf den Verstoß hingewiesen werden?

In der Bevölkerung nehmen wir überwiegend Verständnis für die angeordneten Einschränkungen wahr. Mit Augenmaß sorgt die Polizei gemeinsam mit den Ordnungsbehörden wie bisher dafür, dass die Regeln der Corona-Verordnung eingehalten werden. Wir setzen dabei grundsätzlich auf Kommunikation und die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger. Wer allerdings unverbesserlich und uneinsichtig ist oder die Vorschriften gravierend missachtet, muss mit einer konsequenten Sanktionierung seines Fehlverhaltens rechnen.

Man liest vermehrt von Aufrufen zum Widerstand gegen die Maskenpflicht. Sind Ihnen Fälle bekannt, in denen sich Personen ausdrücklich weigerten, Masken zu trägen?

Solche Fälle sind mir persönlich nicht bekannt. Die polizeilichen Maßnahmen orientieren sich immer an der konkreten Situation. Ein Verweis aus einem Ladengeschäft, Bus oder Bahn kommen da natürlich in Betracht. Zudem würde eine Person, die sich vehement verweigert, seit dieser Woche natürlich eine entsprechende Anzeige erwarten.

Holger Bienert
Obwohl im Freien keine Maskenpflicht herrscht, tragen viele Aalener auf dem Wochenmarkt einen Mundschutz.

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