Einkaufen in Aalen mit dem 2G-Bändchen – wie funktioniert das?

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Mit dem Bändle des ACA klappt es leichter mit dem Shopping in Aalen.
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Wie das neue Bänderkonzept in der Aalener Innenstadt, das kürzlich für Kritik der Nachbarstadt Schwäbisch Gmünd sorgte, in der Praxis funktioniert.

Aalen. Unkompliziert und spontan in der Innenstadt einzukaufen war zuletzt kaum möglich. Aufgrund der aktuellen Coronamaßnahmen dürfen grundsätzlich nur noch Personen, die ein Impfzertifikat vorlegen und sich ausweisen können, Geschäfte des Einzelhandels – die nicht der Grundversorgung dienen – besuchen. Abhilfe schaffen soll das neue Bänderkonzept, das der Verein Aalen City aktiv (ACA) ins Leben gerufen hat. Die SchwäPo hat sich die Methode in der Praxis angeschaut.

Los geht es bei Dr. Fashion in der Radgasse. Nachdem Impfzertifikat und Ausweis vorgezeigt wurden, nimmt Inhaber Uli Riegel eines der roten Bändchen vom Stapel, schreibt darauf das aktuelle Datum und befestigt es am Handgelenk. "Der Service ist kostenlos und damit kommt man in jedes Geschäft, das mitmacht", so Riegel.

"Es werden alle Kunden ordentlich kontrolliert"

Uli Riegel, Dr. Fashion

Wenige Tage nach der Einführung des Konzepts nutzen etwa ein Drittel bis die Hälfte seiner Kunden das Armband, es werden aber mehr, wie er sagt. Die Gmünder Kritik, nach der das Verfahren nicht genug Sicherheit biete, versteht Uli Riegel nicht. "Es werden alle Kunden ordentlich kontrolliert", betont er. Zudem müsse man auch für den Einzelhandel einen fairen Kompromiss finden.

Bislang scheint das Verfahren bei ihm jedenfalls zu funktionieren. "Es gibt jetzt wieder mehr Leute, die spontan hereinkommen", sagt er. Dazu gehören auch potenzielle Kunden, die einfach nur durch das Geschäft schlendern und am Ende nichts kaufen. "Aber ohne das Bändchen wären sie vielleicht gar nicht erst in den Laden gekommen."

Konzept noch nicht sehr bekannt

Unter den dicken Mänteln und Jacken, die die durch die Stadt schlendernden Menschen tragen, sieht man nicht, wie viele von ihnen eines der Bänder haben. Vielmehr scheinen viele noch gar nichts von dem neuen Angebot zu wissen. Im Modehaus Funk zeigt eine Kundin etwa am Eingang Impfzertifikat und Ausweis vor. Die Verkäuferin bietet ihr eines der roten Armbänder an und erklärt, wie das Konzept funktioniert. Die Kundin nimmt es sichtlich überrascht und dankend an.

Und der Selbstversuch zeigt: Auch in den Aalener Filialen großer Ketten kommt man mit dem Band ohne weiteres rein. Im Kubus nehmen zudem alle Geschäfte an der Aktion teil und verteilen die Bänder. So ist das nicht überall in der Innenstadt.

Alle Geschäfte können mitmachen

Dabei können, wie Aalens Citymanager Reinhard Skusa betont, alle Geschäfte – unabhängig davon, ob sie ACA-Mitglieder sind oder nicht – kostenlos Bänder abholen, um sie an die Kunden zu bringen. Nachdem der ACA bereits offiziell Stellung zu der Kritik aus Gmünd genommen hat, betont zudem: "Es gab bislang, zum Glück, kein negatives Feedback von Kunden." Denn Teil der Kritik war auch, dass das Bänderkonzept die Spaltung zwischen Geimpften und Ungeimpften vorantreiben könnte.

"Wir müssen jetzt so viele Barrieren für den Einzelhandel wie möglich nieder brechen", sagt er. Denn während in der Innenstadt die Kundenfrequenz am Einbrechen sei, verdopple der Onlinehändler Amazon seinen Umsatz. "Außerdem ist es ja schöner, wenn man die Weihnachtsgeschenke mit persönlicher Beratung holt und nicht stundenlang durch Internetseiten blättert."

Das einzige Geschäft, das das Armband an diesem Tag nicht akzeptiert, ist übrigens die Filiale einer schwedischen Modekette. Dort mussten dennoch Impfzertifikat und der Ausweis vorgezeigt werden. Das könne aber auch, so Skusa, tagesabhängig sein. Eine Bekannte habe am Wochenende dort bereits problemlos mit dem Bändchen eingekauft. Er hofft, dass sich Unklarheiten in den kommenden Tagen ergeben. Zeit genug dürfte dafür bleiben – das Konzept gilt, bis die 2G-Regel aufgehoben wird.

  • Aktuelle Regeln im Einzelhandel
  • Strengere Coronaregeln gelten in Baden-Württemberg seit dem 4. Dezember. Für den Einzelhandel bedeutet das, dass grundsätzlich die 2G-Regel gilt. Demnach müssen Kundinnen und Kunden genesen oder geimpft sein. Ausgenommen sind Einzelhändler, die zur Grundversorgung dienen. Dazu gehören neben Lebensmittelgeschäften auch etwa Apotheken, Babyfachmärkte, Banken oder Tierbedarfsmärkte.

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