Einschulung in Corona-Zeiten: großer Tag, aber kleine Besetzung

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Einschulung während Corona
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Wie die Pandemie auch diesen Meilenstein für Kinder beeinflusst und warum die Meinungen darüber auseinandergehen.

Aalen. Das Kind kommt in die Schule. Ein besonderer Tag für viele Familien. Zur Einschulungsfeier werden die Abc-Schützinnen und -schützen gerne begleitet von Mama und Papa, von Geschwistern, oft noch von Oma und Opa oder Patinnen und Paten. Corona hat die Welt verändert: Jetzt sind oft nur noch Eltern zugelassen, vielleicht noch ein Geschwisterkind. Der Rest muss draußen bleiben.

Das stößt in vielen Familien auf Unverständnis. Denn gleichzeitig finden in diesen Tagen Konzerte - am vergangenen Wochenende beispielsweise auf dem Sparkassenplatz -, am nächsten Wochenende das Landesmusikfest in Neresheim, statt mit Hunderten von Menschen. "Da wird mit zweierlei Maß gemessen", schimpft Aalens Gesamtelternbeiratsvorsitzender Wolfgang Schmidt. Das sei nicht akzeptabel.

Vorschriften? Für den Unterrichtsbetrieb nach den Sommerferien gibt es klare Corona-Vorschriften des Kultusministeriums. Für Einschulungsfeiern sei das nicht der Fall, sagt der geschäftsführende Schulleiter der Aalener Schulen, Karl Frank. Das bedeutet: Jede Schule entscheidet individuell, wie viele Personen die kleinen Erstklässler an ihrem großen Tag jeweils begleiten dürfen. Frank: "Das hängt von der Größe der Schule und von den Räumlichkeiten ab." Er appelliere an die Schulleiterinnen und Schulleiter, "auf die Einhaltung der 3-G-Regeln zu achten und darauf, dass nicht zu viele Personen dabei sind".

Die Einschulungsfeiern: An der Braunenbergschule wird es vier neue erste Klassen geben. Coronabedingt bedeutet das: vier Einschulungsfeiern - am Donnerstag und Freitag dieser Woche, jeweils um 8.30 und 10.30 Uhr. Dabei sein dürfen "zwei Personen pro Kind plus Geschwisterkinder, die noch nicht im Kindergarten oder in der Schule sind", heißt es auf SchwäPo-Nachfrage. Anders in der Waldorfschule: Zur Einschulungsfeier an diesem Mittwoch sind Eltern, Geschwister, Großeltern, notfalls auch Onkel und Tanten zugelassen. Das sei möglich, weil die Einführung im Freien, auf dem Schulgelände, stattfindet, so die Schule.

Eine Freiluftveranstaltung sollte es am Donnerstag auch an der Grauleshofschule werden, wegen der schlechten Wetterprognose weiche man nun aber in die Halle aus, berichtet Konrektorin Bettina Klaus-Einsiedel. 32 Kinder in zwei Klassen werden eingeschult - zwei Termine: 9 und 10.30 Uhr. Bei der Feier sind nur zwei Gäste pro Kind erlaubt. Beschwerden darüber habe es bisher nicht gegeben, so die Konrektorin. Was unter anderem daran liegen könnte, dass man dies coronabedingt schon im vergangenen Jahr so praktizierte. Und es habe sich sogar bewährt: "Der Rahmen war kleiner, überschaubarer, und das einzelne Kind stand mehr im Mittelpunkt."

An der Schillerschule von Rektor Karl Frank gibt es an diesem Mittwoch um 10 Uhr eine Begrüßung der Schulanfänger in Begleitung ihrer Eltern auf dem Schulhof. Dann werden die Kinder von ihren Lehrkräften ins Klassenzimmer geleitet. Das klingt unspektakulär, gibt Karl Frank zu, tue der Feierlichkeit aber keinen Abbruch. In den zurückliegenden Jahren habe er beobachtet, dass Einschulungsfeiern in der Schule, aber auch innerhalb der Familien "immer mehr zur Großveranstaltung wurden". Als Pädagoge findet er: "Das setzt manches Kind unter Druck, denn es bedeutet: Alle Augen schauen auf mich." Dabei sei eine Einschulung doch "eigentlich ein ganz normaler Vorgang: Die Kindergartenzeit ist zu Ende, jetzt beginnt die Schule."

  • "Die Schulen vor Ort müssen das ausbaden"
  • Aalen. Über die neuen Coronaregeln des Kultusministeriums ist Gesamtelternbeiratsvorsitzender Wolfgang Schmidt regelrecht aufgebracht: Präsenzpflicht und durchgängige Maskenpflicht, außer auf dem Schulhof und beim Sportunterricht - das sei eindeutig ein Rückschritt. Von Luftfiltern in Klassenzimmern sei in puncto Virenschutz kaum mehr mehr die Rede. Im Gegenteil: "Auch beim Einsatz von mobilen Luftfiltergeräten bleibt die Verpflichtung, alle 20 Minuten zu lüften." Schmidt: "Diese Logik ist nicht zu verstehen." Er glaubt: "Die Schulen vor Ort müssen das ausbaden." bea

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