Eintauchen in den Bonatz-Bau

+
Auch perspektivisch wurde gearbeitet.
  • schließen

Ein klassenstufenübergreifendes Schulprojekt befasst sich am Schubart-Gymnasium mit der Geschichte und Architektur des Gebäudes.

Aalen

Es ist ein Gebäude, das besonders wertvoll ist. Der Bonatzbau, in dem auch heute noch Aalener Schülerinnen und Schülern lernen, steht unter Denkmalschutz. Das Schubart-Gymnasium ist dort mit Unterbrechungen seit 1912 untergebracht. Entworfen wurde der Bau 1909 von dem Stuttgarter Professor Paul Bonatz. Zwischendurch diente das Gebäude während des Ersten Weltkrieges als Lazarett, ebenso noch einmal in den letzten Kriegsmonaten des Zweiten Weltkrieges.

Warum dieser Bau auch heute noch schützenswert ist, dass es in Stuttgart sogar eine Art „Zwilling“ des SG gibt, darum und mehr ging es im vergangenen Schuljahr an der Schule bei dem fächerübergreifenden Projekt „denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule“. Ein Projekt, das gefördert wurde vom Landesdenkmalamt, wie die federführende Kunstlehrerin Eva Gold erklärt. „Wir waren das erste Mal dabei“, sagt sie. Sozusagen als Juniorschule im Schlepptau der Ellwanger Partnerschule, dem Peutinger Gymnasium, das schon einmal dabei war.

Besuch weiterer Bonatz-Gebäude

Um mehr als hundert Jahre Schulgeschichte ging es dabei. Aufgearbeitet wurde diese sowohl historisch als auch künstlerisch auf ganz verschiedene Art und Weise. Beteiligt waren Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse, wie Eva Gold erzählt. „In verschiedenen Gruppen ging es beispielsweise um den Denkmalschutz und die Frage, was ist ein Kulturdenkmal“, sagt sie. Anfangs seien die Schülerinnen und Schüler noch skeptisch gewesen, aber dann fingen sie Feuer. „Als wir dann nach Stuttgart gefahren sind, den Bonatzbau am Bahnhof und dann im Feuerbach das Leibnitz-Gymnasium, ebenfalls ein Bonatzbau, besucht und da eine tolle Führung bekommen haben, stieg das Interesse.“ Denn dort zeigten sich viele Parallelen in den beiden Gebäuden. Etwa bei den Treppen oder der Aufteilung der Etagen oder der Farbgebung. „Das funktioniert auch heute noch, obwohl es natürlich viele Neuerungen gibt“, sagt Eva Gold. Klar sei auch geworden, wie viel man erhalten habe.

Wertschätzung für den Bau

Ein Besuch im Stadtarchiv, bei dem Dr. Georg Wendt alte Briefe und Zeitungsartikel zum Thema vorstellte, ein Besuch im Schulmuseum in Heubach stand ebenfalls im Projektplan. „Dort ging es dann um die Schule gestern und heute. Inklusive dem Zeigen von Stockhieben und dem Kratzen der Griffel auf den Schiefertafeln“, erzählt die Kunstlehrerin . Nicht zu vergessen die Vorort-Erforschung des Aalener Bonatz-Baus vom Untergeschoss bis zum Dach. Sogar mit der Drohne wurde über die Schule geflogen. Ein Geschichtszeitstahl, verlorene Schnitte nach Foto, Radierungen, perspektivische Auseinandersetzungen mit dem Raum - all das gehörte zu den praktischen Arbeiten der Schüler im Unterricht.

„Für mich war besonders die Wertschätzung für das Gebäude an diesem Projekt wichtig. Dass die Schülerinnen und Schüler nun die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes kennen“, sagt Eva Gold.

„Es hat uns sehr viel Spaß gemacht“, sagt dazu die Schülerin Leonie Baum, die zur Zeit des Projektes in der neunten Klasse war. „Es war interessant die Geschichte der eigenen Schule und den historischen Hintergrund kennenzulernen.“ Die Exkursionen seien spannend gewesen, die Lehrer hätten jederzeit Hilfe geleistet. Solche Projekte sollte man immer mal wieder mit den Schülerinnen und Schülern machen, sagt sie.

Unter der Leitung von Eva Gold näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Bau auch künstlerisch an.
Unter der Leitung von Eva Gold näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Bau auch künstlerisch an.
Unter der Leitung von Eva Gold näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Bau auch künstlerisch an.
Das Schubart-Gymnasium in Aalen wurde nach einem Entwurf von Paul Bonatz gebaut.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare