Endlich wieder schwimmen im „Bädle“

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Endlich hat das Bad offen: Silas (l.) und Julian gehören zu den ersten Gästen im Freibad Unterrombach. Das hat zunächst noch eingeschränkte Öffnungszeiten von 11 bis 18.30 Uhr.
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Das Unterrombacher Freibad hat wieder geöffnet. Wie der erste Badetag ablief, was es Neues gibt und
warum auch Neulinge von dem Angebot begeistert sind.

Aalen. Sigrid Hollmann steht als erste vor dem Eingang zum Unterrombacher „Bädle“. Und ist trotzdem spät dran. Zumindest für ihre Begriffe. Seit mindestens 20 Jahren schwimmt die heute 82-Jährige fast jeden Tag eine Stunde. Fast immer Punkt 9 Uhr stand sie bisher vor dem Bad. . „Heute muss ich das Essen eben verschieben“, sagt sie und lacht. „Es ist ja schon ein Luxus, dass wir das Bad haben dürfen“, freut sie sich trotzdem. Dann darf sie endlich durch den Kassenbereich. Es dauert nur ein paar Minuten, dann ist die Vielschwimmerin mit zehn anderen Badegästen im Becken und zieht lang sam, aber stetig Bahn um Bahn.

Wolken und warmes Wasser

Punkt elf Uhr hat an diesem Montagvormittag das Unterrombacher Freibad seine Tore geöffnet. So wird es auch vorläufig bleiben, wie der Pressesprecher der Stadtwerke Igor Dimitrijoski erklärt. Zusammen mit Kollegin Nicole Stillhammer ist er vor Ort und empfängt die Badegäste an ihrem ersten lang ersehnten Badetag mit Sekt, Orangensaft und Kaffee. Die meisten winken zunächst ab. Das kühle Nass ist zu verlockend, auch wenn der Himmel ein wenig wolkenverhangen ist. Die Wassertemperatur aber beträgt 23,5 Grad, wie auf einer Tafel zu lesen ist. Das Freibad wird mit Sonnenenergie beheizt.

Dass das „Bädle“ nun erst Ende Juni öffnet, erklärt Dimitrijoski mit dem Mangel an Personal. Deshalb starte man mit verkürzten Öffnungszeiten täglich von 11 bis 18.30 Uhr. Spätestens mit Beginn der Sommerferien sollen dann wieder die alten Öffnungszeiten gelten. Doch auch für den eingeschränkten Badebetrieb haben nun drei Aufsichtskräfte das Becken fest im Blick - Schülerinnen und Schüler zweier Grundschulklassen tummeln sich mittlerweile ebenfalls juchzend und plantschend im Nichtschwimmerbereich.

Die Badegäste strahlen

Jung und alt, fast alle Gesichter strahlen. Auch Gisela Schmied und ihr Mann wollen es mit dem „Bädle“ nochmal versuchen. „Wir sind drei Wochen lang fremdgegangen nach Niederalfingen“, erklärt die 71-Jährige. Sie wohne im Greut und sei schon mit ihren Kindern nach Unterrombach zum Baden gegangen.

Das Paar besitzt Dauerkarten und ist mit dem späten Start des Badebetriebes immer noch nicht versöhnt. „Manchmal haben wir gedacht, es macht gar nicht mehr auf“, sagt Gisela Schmied. Nun würden sie und ihr Mann erst mal schauen, wie alles klappt.

Völlig zufrieden dagegen ist Silas Hueber, als er aus dem Wasser steigt. Der 24-jährige Student wohnt im Burren und schwärmt nach seinem ersten Freibadbesuch vom Bädle: „Das ist alles sauber und gepflegt. Und ich brauche ja auch nur eine Schwimmbahn“, sagt er. Gerade mal 1,70 Euro Eintritt habe er mit allen Vergünstigungen gezahlt.

„Das ist ein Schnäppchen“, sagt er. Vom Burren aus gesehen liege das Bad zudem fast um die Ecke.

Ebenfalls um die Ecke wohnt der neue Pächter des Kiosk Reinhard Köchl. „Das ist mein Hausbad. Da war ich schon als Kind“, sagt er und schiebt erst eine Portion Pommes und dann ein paar saure Schlangen für die Grundschüler über die Theke. Sigrid Hollmann hat mittlerweile eine Stunde Schwimmen hinter sich. Bevor sie geht, gönnt sie sich noch ein Glas Sekt-Orange auf die neue Saison in ihrem „Bädle“.

Genießen den ersten Badetag im Unterrombacher Freibad sichtlich: die Viertklässler der Greutschule.

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