Energieautarkes Wohnen in Aalen

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Zwei neue Wohnhäuser der VR-Bank in Unterrombach eröffnet. Warum die Stadt Aalen damit die Messlatte höher legt.

Aalen

Zwei neue Wohnhäuser der VR-Bank Ostalb in Unterrombach wurden am Montag eröffnet. Sechs Mietparteien finden Platz in ihnen. Das Besondere daran? Beide Gebäude sind energieautark. Für Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) ist die Aktion ein Leuchtturmprojekt.

"Das Projekt hat sich die Kraft der Sonne zunutze gemacht", freut sich Minister Untersteller. Denn sowohl für die Wärme, als auch für den Strom in den beiden Häusern ist die Sonne zuständig. "Beide Häuser haben einen zwölf Kubikmeter großen Wasserspeicher", erklärt VR-Bank-Chef Kurt Abele. Durch den Wassertank können die beiden Gebäude die Sonnenenergie zum Heizen nutzen und speichern. Bis zu sechs Monate könne die Wärmeenergie dort gespeichert werden. Den Strom gewinnen die beiden Gebäude über Fotovoltaikanlagen auf den Dächern.

Bei der Einweihung ist auch Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler vor Ort. "Wenn es gilt, das Klima zu retten, dann jetzt." Er begrüßt das "außerordentliche Engagement" der VR-Bank Ostalb. Sowohl in Sachen Wohnungsraum schaffen, als auch wenn es darum geht, Vorreiter bei nachhaltigem Bauen zu sein. Denn die Standards der beiden Häuser seien hoch.

"Es gibt kaum etwas besseres", freut sich Minister Franz Untersteller. Die Anforderungen, die die Häuser erfüllen, seien ihrer Zeit voraus. Doch darum geht es dem Umweltminister. Viele Neubauten und Sanierungen seien heutzutage nicht nachhaltig. "Diese Bauten stehen aber auch 2050 noch", kritisiert er. Umso größer ist daher seine Freude über die Häuser der VR-Bank. Häuser, "bei denen man sehen kann: Die Energiewende wird nicht nur diskutiert, sondern auch gelebt." Damit man das auf den ersten Blick sieht, hat der Minister eine Plakette für die Häuser im Gepäck.

Die Energiewende wird nicht nur diskutiert, sondern auch gelebt.

Franz Untersteller Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Gerade in Sachen nachhaltigem Bau setzt er auf die kommende Legislaturperiode. "Und zwar egal, wer die Bundesregierung stellt." Die höheren Kosten, die mit nachhaltigem Bau einhergehen, könne er nicht abstreiten. "Klimaschutz gibt's aber nicht zum Nulltarif." Ihm zufolge muss man die Chance nutzen, solange die Mittel noch verfügbar sind. Denn "die Betriebskosten bei solchen Gebäuden sind fast vernachlässigbar." Er hofft, dass das "Leuchtturmprojekt" viele Nachahmer findet.

Pro Haus gibt es drei Wohneinheiten mit Wohnflächen von 72 bis 83 Quadratmetern. "Wir freuen uns, dass alle Wohnungen vermietet sind", sagt VR-Chef Abele. Auch die Mieter dürften sich freuen. Denn durch das Energiekonzept könne ihnen die VR-Bank eine "Pauschalmiete" inklusive Strom- und Heizkosten bieten.

Conny Zoller ist Teil des Gebäudemanagements der zwei Häuser. Sie ist gespannt, was die Zukunft bringt. "Das ist ein Pilotprojekt. Auch wir müssen zusammen mit den Mietern lernen." Währenddessen gibt Untersteller einen möglichen Ausblick für die Zukunft der Häuser. "Irgendwann werden wir hier noch eine Ladesäule sehen."

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