Energiekosten: Sparfuchs werden im Haushalt - aber wie?

+
Sparfuchs im Haushalt werden
  • schließen

Kochen, Waschen, Heizen und anderes: Manchmal genügt schon ein kleiner Dreh, um den Geldbeutel nachhaltig zu entlasten.

Ist der Kühlschrank oder der Herd in die Jahre gekommen?

Ingrid Janas, DHB-Netzwerk Haushalt

Energie sparen - Ansprechpartner finden

  • Gute Ansprechpartner bei Fragen zum Energieverbrauch im Haushalt sind die örtlichen Energieversorger. Beratung rund um Einsparungen bieten auch die Verbraucherzentralen. Eine umfangreiche Sammlung mit produktunabhängigen Tipps zum Thema gibt es online auf der Homepage des Umweltbundesamts: www.umweltbundesamt.de

Aalen

Strom, Gas, Heizöl, Wasser – die Preise für Energie schießen in die Höhe. Besonders deutlich wird das bei den Betriebskosten für Haus oder Wohnung. Vier von fünf Deutschen machen sich Sorgen, dass hohe Nachzahlungen auf sie zukommen, haben Meinungsforscher herausgefunden. Richtig durchschlagen werden die stark steigenden Energiekosten aber erst mit der Abrechnung für 2022. Bis dahin geht noch Zeit ins Land – Gelegenheit, zum Sparfuchs zu werden und bewusst Energie einzusparen. Welche Möglichkeiten gibt es im Haushalt? Was bringt das? Und was lässt sich ohne große Investitionen oder Komfortverzicht im Alltag umsetzen? 

Gestiegene Energiekosten - das sind die Tipps zum Sparen

Kochen : „Für jeden Topf die passende Herdplatte wählen. Auf jeden Topf einen Deckel. Und beim Kochen fünf bis zehn Minuten vorher abschalten, Restwärme nutzen.“ Ingrid Janas, Vorsitzende des DHB-Netzwerks Haushalt, Ortsverband Aalen, muss nicht lange überlegen, wenn sie Tipps geben soll zum energiesparenden Kochen. „Die Tipps sind alt, aber bewährt.“ In der Tat: 1,5 Liter Wasser kochen beispielsweise im Topf mit Deckel dreimal schneller als ohne. Das spart bis zu 65 Prozent an Strom oder Gas, hat der World Wildlife Fund (WWF) errechnet. Wer beim Backen auf Umluft setze statt auf Ober- und Unterhitze, verbraucht bis zu 40 Prozent weniger Strom.

Waschen : Wäsche sammeln. Erst dann waschen, wenn eine Waschmaschinentrommel voll ist. Waschtemperatur reduzieren, zum Beispiel von 60 auf 40 Grad. „Die modernen Waschmittel sind so ausgelegt, dass die Wäsche im Normalfall trotzdem sauber wird“, sagt Ingrid Janas. Einzige Ausnahme: stark verschmutzte Kleidung oder solche mit Krankheitskeimen. Die Stadtwerke Aalen machen die Rechnung auf: Eine Waschmaschine verbraucht bei einer Waschtemperatur von 40 Grad rund doppelt so viel Strom wie bei 30 Grad. Bei 60 Grad fließt etwa fünfmal so viel Strom.

Geschirr spülen : rote Karte für den Handbetrieb! Es fällt schwer zu glauben, aber es stimmt: Spülmaschinen verbrauchen weniger Wasser und Heizenergie als das Spülen mit der Hand – sofern die Spülmaschine voll ist. Hinweis der Stadtwerke: „Wenn man das Geschirr von Hand spült, benötigt man für die gleiche Menge etwa zweimal so viel Strom und viermal so viel Wasser.“

Heizen : Der „mit Abstand größte Energieverbraucher im Haushalt ist die Heizung“, heißt es aus dem Umweltbundesamt. Entsprechend hoch ist das Einsparpotenzial. Experten der Behörde empfehlen deshalb: Raumtemperatur checken. Ideal seien 20 Grad für den Wohnbereich, in der Küche 18 °C, im Schlafzimmer 17 °C. Bei Abwesenheit die Heizung runterdrehen, aber nicht ganz ausstellen. Eine dauerhafte Absenkung um ein Grad bringt etwa sechs Prozent Ersparnis. Die Stadtwerke raten: sogenannte smarte Thermostate anschaffen. Mit ihnen lassen sich Heizzeiten programmieren.

Türen zwischen unterschiedlich warm beheizten Räumen sollte man schließen, weil der Heizkörper im Raum mit der höheren Temperatur sonst zu viel Energie aufwendet, um den anderen, kälteren Raum mit zu heizen. Wärmeverluste lassen sich um 20 Prozent verringern, indem man nachts die Rollläden herunterlässt und Vorhänge zuzieht.

Lüften : „Stoßlüften“ heißt das Zauberwort. Das bedeutet: am besten die Fenster nur für wenige Minuten öffnen, idealerweise gegenüberliegend. Mit Durchzug wird die Luft schnell ausgetauscht. Empfehlung der Stadtwerke: „Lüften mit gekippten Fenstern ist nicht effektiv und kühlt nur den Raum aus.“

Elektrogeräte : „Ist der Kühlschrank oder der Herd in die Jahre gekommen? Dann sollte man gerade in der jetzigen Situation über eine Neuanschaffung nachdenken und dabei auf ein sehr sparsames Modell achten“, rät Hauswirtschafterin Ingrid Janas. Beim Kauf von Elektrogeräten lohne es sich, ein besonders sparsames Gerät zu kaufen. Je höher die Klassifizierung eines Gerätes, desto sparsamer ist es - angeraten wird A+ bis A+++. „Rein nach den Namenbeurteilt, ist erst einmal kein großer Unterschied zwischen Klasse A und A+. Tatsächlich bezeichnet A+ aber ein Elektrogerät, das 20 Prozent weniger als ein Gerät der Klasse A verbraucht. Bei A++ ist der Energiebedarf sogar 40 Prozent weniger“, beziffern die Stadtwerke die Ersparnis.

Und sonst noch: Radio, Fernseher, Computer – es lohnt sich, diese komplett auszuschalten und nicht auf Stand-by zu halten. Das Einsparpotenzial summiert sich. „Heimliche Energieverbraucher“ sind Steckernetzteile. Deshalb: Raus damit aus der Steckdose, wenn das angeschlossene Gerät nicht benutzt wird. Wasser kocht man am stromsparendsten nicht im Topf, sondern im elektrischen Wasserkocher.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare