Enkeltrick: Betrüger haben neue Maschen

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Telefonbetrug ist nicht neu – dafür aber einige Tricks der Betrüger. Bei ihren Anrufen setzen sie auf die Gefühle der potenziellen Opfer.

Aalen

Telefonbetrüger treiben schon lange ihr Unwesen, umso verwunderlich ist es für viele Menschen, dass die Verbrecher trotz zahlreicher Kampagnen immer noch Erfolg haben. Aber: Viele Betrüger setzen auf Emotionen und den Schockmoment. Zwei SchwäPo-Leser, die Anrufe von solchen Betrügern erhielten und glücklicherweise nicht auf sie hereingefallen sind, erzählen von ihren Erfahrungen.

Einer davon ist Kurt Gramlich. Der pensionierte Polizist erhielt einen Anruf, eine weinerliche Stimme meldete sich. "Papa, es ist was ganz Schlimmes passiert", sagte die Frau am Telefon. Sie, die vermeintliche Tochter, habe aus Unachtsamkeit eine Frau überfahren. "Die Stimme war so verzerrt, das konnte ich nicht unterscheiden", erzählt Gramlich.

Er habe sofort alle Register gezogen und auch einen Anwalt kontaktiert. Nachdem er aber den angeblich zuständigen Polizeibeamten hinzuzog, wurde er stutzig – dieser schilderte, dass die Staatsanwaltschaft eine Kaution in Höhe von mehreren Tausend Euro verlange. "Da klingelte bei mir alles", so Gramlich. Daraufhin beendete er das Gespräch und kontaktierte die echte Polizei. "Ich möchte andere warnen", erläutert er. "Man ist unter Schock, aber sobald Geld gefordert wird, sollte man cool werden." Zumal der sogenannte Enkeltrick auch nicht nur am Finanziellen, sondern auch den Nerven zehrt. "Ich werde bald 80, damit ist nicht zu spaßen", betont er.

Auch Richard Burger aus Oberkochen erhielt einen dubiosen Anruf. Ein vermeintlicher Arzt aus dem Ostalbklinikum erzählte, dass Burgers Tochter am Coronavirus erkrankt sein soll. "Ich sollte Geld zahlen, weil das Medikament, das hilft, nicht von der Kasse bezahlt wird", schildert er. Aber auch Burger durchschaute die Betrüger.

Betrüger immer an einem Ort

Bernd Märkle, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen, kennt die Tricks der Betrüger. Für die gefühlte Häufung der Anrufe hat er eine Erklärung: "Die Betrüger suchen immer andere Orte auf, vermutlich wegen den Geldabholern." Die Betrüger bewegen sich demnach "in Wellen" von Ort zu Ort, sodass es lokale Häufungen gibt. Eine Zunahme von Telefonbetrügern beobachtet die Polizei derzeit aber nicht.

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