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Florian Münzmay, Leiter des neu gegründeten Amtes „aalen.kultur&event“ im oberen Foyer der Stadthalle, der „guten Stube Aalens“. Von Kultur und Events hier und im Kulturbahnhof, kann der 36-Jährige im Moment allerdings vorerst nur träumen.
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Florian Münzmay leitet seit acht Monaten das neu gegründete Amt „aalen.kultur&event“ der Stadt Aalen. Wie der Lockdown ihn ausbremst.

Aalen

Wir brennen alle darauf, dass es endlich wieder losgeht.“ Florian Münzmay steht im oberen Foyer der Stadthalle – der „guten Stube Aalens“ – und hält die Tür auf zum Veranstaltungssaal. Dort werden gerade Tische und Stühle im Corona-Abstand zurechtgerückt für eine Sitzung des Kreistags am Nachmittag.

Vereinzelte Tagungen kommunaler Gremien in der Stadthalle, mal eine Online-Modenschau Aalener Einzelhändler und eine Regionalkonferenz, gestreamt aus dem Kulturbahnhof: Viel mehr läuft derzeit nicht im Veranstaltungskalender der beiden Aalener „Kulturtempel“ Stadthalle und KubAA (Kulturbahnhof). Sein erstes halbes Jahr nach Amtsantritt hatte sich der Leiter der neu gegründeten städtischen Abteilung „aalen.event&kultur“ sicher anders vorgestellt.

Zerstörte Hoffnung: Seit 1. September ist der gebürtige Stuttgarter im Amt. Hat gerade noch die hoffnungsvolle Eröffnung des Kulturbahnhofs im Oktober organisieren dürfen. Dann kam der erneute Lockdown. Seit November liegt das Aalener Kultur- und Veranstaltungsleben auf Eis. „Bei meinem Amtsantritt hatten wir noch die Hoffnung, mit der Eröffnung des KubAA wieder neu durchstarten zu können“, verrät der 36-jährige Veranstaltungskaufmann und Betriebswirt (VWA).

Von Hamburg nach Aalen: Nach seinen Stationen in Stuttgart, wo er zehn Jahre in unterschiedlichen Positionen bei der Landesmesse tätig war und in Hamburg, wo er fünf Jahre als Teamleiter Vertrieb bei der Hamburg Messe und Kongress GmbH für das Vermietgeschäft der Messehallen und die Betreuung der externen Veranstalter zuständig war, hat es Münzmay wieder in den Süden zurückgezogen. „Mit der schönen Natur und Landschaft direkt vor dem Haus hat man hier einfach eine andere Lebensqualität“, schwärmt Florian Münzmay speziell von der Kocherstadt, die er ziemlich genau vor einem Jahr zum ersten Mal besucht hat. „Gemeinsam mit meiner Frau habe ich damals vom Marktplatz hoch zum Rathaus geschaut. Und beide waren wir begeistert von der heimeligen Atmosphäre und uns schnell einig: Ja, hier sind wir richtig.“

Sein Auftrag gilt sowohl für den Kulturbahnhof, als auch für die Stadthalle. Münzmays Aufgabe ist es, die Veranstaltungssäle an beiden Standorten zu vermarkten; sowohl Kultur- als auch Firmenveranstaltungen zu platzieren, die Säle mit Seminaren, Tagungen, Mitarbeiterveranstaltungen, kleinen Kongressen und Workshops zu füllen. Zuden will er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Kongressen und Tagungen mit Aalener Hotels vernetzen, ihnen ein Angebotspaket mit einem Besuch der touristischen Glanzpunkte Aalens zusammenzustellen. „Dass ich gleichzeitig für die städtische Tourist-Information zuständig bin, kommt da meinem Auftrag sehr entgegen“, sagt Münzmay, dessen übergeordnetes Ziel es ist, durch Mehrtagesveranstaltungen mehr Kaufkraft in Aalen binden zu können. „Denn durch Tagungsgäste könnten auch Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel vom städtischen Veranstaltungsmarketing profitieren.“

Hinter den Kulissen: Seit November ist ein hoher Anteil der Mitarbeiter von aalen.kultur&event in Kurzarbeit. Das kaufmännische Team aber arbeitet weiter in Volllast; zwei Mitarbeiter, die für Kundenberatung, Organisation, Akquise und Marketing zuständig sind. Münzmay: „Der Lockdown ist für uns eine sehr beratungsintensive Phase. Der Kunde möchte von uns wissen, wie es in zwei Monaten weitergeht. Ständig müssen Veranstaltungen geplant, verschoben, und wieder verschoben werden.“ Die weitest vorausgehende Buchung, so Münzmay, sei eine Firmenjubiläumsfeier für das Jahr 2025. „Bei der Messeplanung sind wir schon im Jahr 2022.“

Ein eigenes Hygienekonzept hat „aalen.kultur&event“ in den vergangenen Monaten gemeinsam mit einer externen Expertin erarbeitet. „Jetzt liegt das Konzept in der berühmten Schublade, um es sofort hervorziehen zu können, sobald wieder Veranstaltungen unter bestimmten Bedingungen möglich sein können.“ Damit könne man auf neue Verordnungen flexibel reagieren.

Seine Hoffnung für den Sommer hält der städtische Eventmanager aufrecht: Der Kulturbahnhof – zumindest dessen Freigelände – soll dann endlich mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken können. Durch verschiedene Aktionen unter Federführung des Theaters, eingebaut in die Veranstaltungsreihe „Planet der Herzen“. Dabei spiele auch Urban Gardening eine Rolle, also das gemeinschaftliche „Beackern“ der städtischen Fläche am Kulturbahnhof. Florian Münzmay: „Das wird etwas ganz Neues. Etwas, von dem wir stark glauben, dass wir unter Anwendung unseres Hygienekonzeptes stattfinden lassen können.“

Auch Hotels, Gastronomen und Einzelhändler in Aalen sollen von unseren Events

Floria Münzmay, Leiter „aalen.kultur&event“

Neues Amt mit zwei Abteilungen und 25 Mitarbeitern

aalen.kultur&event ist kein Eigenbetrieb, sondern ein neues Amt der Stadt Aalen.

Zum Mitarbeiterstab von aalen.kultur&event zählen 25 Personen, nicht alle sind Vollzeitmitarbeiter. Das Amt unter Leitung von Florian Münzmay steht auf zwei „Beinen“: Die technische Abteilung wird angeführt von Betriebsleiter Christian Mathéus; Leiterin der kaufmännischen Abteilung samt Marketing ist Stephanie Bestle.

Der Umsatzverlust durch nicht stattgefundene Veranstaltungen im ersten Coronajahr 2020 liegt laut Florian Münzmay gegenüber dem Vorjahr bei etwa einem Drittel. Dass er nicht noch höher ausgefallen ist, liege daran, dass kommunale Veranstaltungen wie Gemeinderats- und Kreistagssitzungen coronabedingt in die Stadthalle verlegt wurden. Münzmay: „Jede Veranstaltung, die hier stattfindet, muss auch bezahlt werden.“

Große wissenschaftliche Kongresse in Aalen: An diesem Ziel arbeitet „aalen.kultur&event“ gemeinsam mit der Hochschule Aalen. Münzmay „Wir wollen mit der Hochschule gemeinsam aktiv werden und neue Themen für Aalen entdecken.“

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