Erbsensuppe: frisch in der Dose

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Muskelkraft, große Kochlöffel und Geduld sind gefragt: Die DRK-Feldköche Damian Imöhl (links) und René Burmeister rühren die Suppe um. Bis die über 200 Liter Suppe wirklich kochen, dauert es fast zwei Stunden.

Traditionelle Benefizaktion: Das DRK-Feldköche-Team hat gekocht. Nun warten 200 Liter leckere Suppe samt Würstchen in Büchsen auf Abnehmer für den guten Zweck.

Aalen

Seit vielen Jahren beteiligt sich der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes mit seinem Erbsensuppenessen an der SchwäPo-Aktion "Advent der Guten Tat". In diesem Jahr läuft die Aktion wegen der Corona-Pandemie anders als gewohnt. "Absagen war für uns keine Alternative", sagt Lars Lächele vom Roten Kreuz Essingen. Die Erbsensuppe wird diesmal – corona-konform – gekocht, in Dosen abgefüllt und am kommenden Samstag auf dem Aalener Wochenmarkt verkauft.

Und so ging es am Samstag in der Küche der Metzgerei Adolf Widmann in Lautern um 7.30 Uhr ans Werk. Die DRK-Feldköche Florian Lächele, René Burmeister und Damian Imöhl, Chefredakteur der SchwäPo, sowie Lars Lächele beginnen, die Zutaten für über 200 Liter Suppe in den beiden großen Kesseln zu vermischen – zwei Männer befüllen, zwei rühren – natürlich mit Corona-Abstand. Schon am Mittwoch waren 80 Kilo getrocknete Erbsen in Wasser gelegt worden, um sie quellen zu lassen. Jetzt werden 12,5 Kilo Knollensellerie, 12,5 Kilo Karotten, 125 Stangen Porree, 250 Zwiebeln mit rund 200 Litern Wasser verrührt. Dazu kommen dann noch 12,5 Kilo Bauchspeck aus der Metzgerei.

Das Gemüse wurde vom Obst- und Gemüsehandel bereits maschinell geschnitten geliefert, und ist eine Spende. "Sonst wäre es etwas mühsamer geworden", lacht Florian Lächele. Alle verwendeten Zutaten kommen also frisch aus der Region.

Eine solche Menge umzurühren, erfordert Kraft – und große Rührwerkzeuge. Sowie eine kleine Stärkung an Kaltgetränken. Bis so eine Menge heiß ist, das dauert. "Und zuletzt kommen dann die Gewürze dazu", erläutert Damian Imöhl. Traditionell werden weißer Pfeffer, Salz und Majoran verwendet. "Zum ersten Mal kommen jetzt Piment, Nelken und Lorbeer dazu", ergänzt Lars Lächele. Letztere eingepackt in Tüchern, die auf der Oberfläche schwimmen.

500 Paar Würstchen

Ich glaube, das wird unsere bisher beste Suppe.

Damian Imöhl Feldkoch und Chefredakteur

In der Zwischenzeit hat Daniel Widmann 500 Paar Saitenwürstchen aus der Räucherung geholt und schneidet sie zusammen mit seinem Vater Adolf, Inhaber des Familienbetriebs, in Paare. Auch sie sind eine Spende der Metzgerei. "Für uns war es sofort klar, dass wir diese tolle Aktion unterstützen und auch unsere Küche in dieser außergewöhnlichen Zeit zur Verfügung stellen", sagt Daniel Widmann. "Hier ist alles Erforderliche an einem Platz, die großen Kessel, die Abfüllmöglichkeit und das Abkochbad für die Dosen."

Nach fast zwei Stunden kocht die Suppe, jetzt heißt es kräftig und durchgehend rühren. Etwa 45 bis 60 Minuten muss die Menge köcheln. Inzwischen befüllen Lars und Florian Lächele die ersten Dosen mit je einem Würstchen-Paar. Nach einem gemeinsamen Probieren der Suppe freut sich Damian Imöhl: "Ich glaube, das wird unsere bisher beste Suppe. Und alles eigenhändig und frisch hergestellt." Die drei Feldköche hatten beim DRK alle eine kurze Ausbildung über zwei Wochenenden. Dazu gehörten unter anderem die Technik der Küche, Mengenbestimmungen, ein Kochgrundkurs für große Mengen und natürlich Hygieneregeln. Normalerweise versorgen sie DRK-Mitarbeiter bei großen Treffen und Übungen oder die Bevölkerung im Katastrophenfall.

Dann werden die ersten Dosen endlich befüllt und in einem Gerät der Metzgerei gleich dicht verschlossen. "Hier füllen wir normalerweise unsere Dosen, die in den Verkauf kommen", sagt Adolf Widmann. Die geschlossenen Büchsen kommen dann in einem Behälter und werden unter Druckluft in einem 160 Grad heißen Wasserbad 1,5 Stunden gekocht, damit sie langfristig haltbar sind.

Gegen 13 Uhr sind über 500 Dosen fertig. Jeder nimmt einen Teil davon mit nach Hause, denn es müssen ja noch Etiketten draufgeklebt werden. "Für uns ist das schon eine schöne Tradition. Es macht Spaß und vor allem ist es für einen richtig guten Zweck", sagen die vier DRK-Mitglieder einhellig. Und freuen sich jetzt auf den Verkauf der Dosen, unterstützt vom Kreisverband des DRK.

Jürgen Eschenhorn

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Adolf (links) und Daniel Widmann bereiten gemeinsam 500 Paar Saitenwürstchen vor.
Lars und Florian Lächele (v.li.) vom DRK Essingen füllen die Dosen mit je einem Paar Würstchen, anschließend kommt Suppe dazu.

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