Erneut kein Stadtfest – was dann?

  • Weitere
    schließen
+
Ein Bild der Reichsstädter Tage aus einer Zeit, in der Corona noch kein Thema war. Damals durften unzählige Festbesucher noch eng an eng vor der Bühne stehen, wie hier auf dem Gmünder Torplatz. Das Bild zeigt die flying acrobats. Archivfoto: opo
  • schließen

Die Hoffnung auf Reichsstädter Tage wie vor Corona-Zeiten ist geplatzt. Warum die Stadt Aalen zum zweiten Mal in Folge eine Absage treffen muss. Und welche Alternativen sie in Aussicht stellt.

Aalen

Jetzt ist es amtlich. Trotz sinkender Inzidenzzahlen und weiteren Lockerungen kommt die Stadt Aalen zu dem Schluss: „Die Reichsstädter Tage als großes dreitägiges Stadtfest, so wie man es aus den Zeiten vor Corona kennt, wird es auch in diesem Jahr nicht geben können.“

Diese bittere Erkenntnis hatte OB Thilo Rentschler bereits am 9. Juni bei der Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses anklingeln lassen. Am Montag wurde sie offiziell bestätigt von Dr. Roland Schurig, Leiter des städtischen Amtes für Kultur und Tourismus und gleichzeitig Festorganisator. Im Klartext: Bereits im zweiten Jahr in Folge muss das traditionelle Stadtfest am zweiten Wochenende im September coronabedingt abgesagt werden.

Schurig nennt mehrere Gründe: Für ein Stadtfest in der gewohnten Größenordnung brauche es Planungssicherheit. Die monatelange Organisation beginne gewöhnlich bereits im Frühjahr – inklusive Proben und Training der vielen beteiligten Aalener Vereine. Weil dies aber aufgrund des langen Lockdowns nicht möglich war, konnten auch keine Bühnenauftritte vorbereitet werden.

Zudem erlaube die Coronaverordnung aktuell immer noch keine Großveranstaltungen. „Und mit einer aktuell zugelassenen Anzahl von 750 Personen für Freiluftveranstaltungen lässt sich so ein Stadtfest mit über 20 000 Besucherinnen und Besuchern nicht organisieren“, betont Schurig, der allerdings Hoffnung auf ein kleines Alternativprogramm macht. Einzelne kleinere Veranstaltungen mit begrenzter Besucherzahl, verteilt auf mehrere Wochenenden. „Etwa im Stadtgarten ließe sich das organisieren, oder vor dem Kulturbahnhof. Mit den Aalener Vereinen sei man im Gespräch, um auszuloten, was möglich und was machbar wäre. Denn – auch das ist ein wichtiger Punkt: Mit der wiederholten Absage des traditionellen Stadtfestes müssen die sonst mit dem Verkauf von Kässpätzle, Schaschlik, Bier und Fanta beteiligten Vereine bereits zum zweiten Mal in Folge einen finanziellen Einnahmeverlust einstecken.

Bereits im April hatte die Aalener Stadtverwaltung in Absprache mit den mitwirkenden Vereinen, den Ortschaftsverwaltungen und den Veranstaltern über die Absage aller Veranstaltungen bis Anfang Juli informiert. Von der Absage betroffen ist also auch das Internationale Festival, das bis vor Corona jährlich am ersten Juli-Wochenende stattfand.

„Aber wir werden uns nach der Decke strecken und schauen, was bis Herbst möglich ist“, verspricht der städtische Festorganisator. „Wir haben die Hoffnung, dass mit einer räumlichen und zeitlichen Entzerrung attraktive Aktionen auf einzelnen Plätzen der Innenstadt oder rund um den Kulturbahnhof möglich sein werden.“

In den nächsten Wochen wolle man mit den Vereinen, dem ACA-Innenstadtmarketingverein und der Gastronomie weitere Gespräche führen.

Die Reichsstädter Tage hatten ihren Auftakt 1975 und finden traditionell am zweiten Wochenende im September statt. Das dreitägige Stadtfest mit verkaufsoffenem Sonntag ist das Größte in der Region und lockt gewöhnlich über 20 000 Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt.

Wir werden uns nach der Decke strecken.“

Roland Schurig, städtischer Festorganisator

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL