Erste Hilfe für die Seele - die Notfallseelsorger im Ostalbkreis

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Jetzt gibt es 50 Helferinnen und Helfer im Ostalbkreis: Während des Festgottesdienstes wurden zehn neue Notfallseelsorger und Notfallseelsorgerinnen in ihr Aufgaben eingeführt
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Da sein und helfen, wenn es besonders notwendig ist: Seit 20 Jahren gibt es die Notfallseelsorge im Ostalbkreis.

Aalen

Einen feierlichen Festakt und davor einen ebenso feierlichen ökumenischen Gottesdienst, gehalten von den Dekanen Robert Kloker und Ralf Drescher, gab es am Samstagabend in der Salvatorkirche zu einem besonderen Anlass. Denn vor genau 20 Jahren wurde im Ostalbkreis von der katholischen und evangelischen Kirche zusammen mit dem Landkreis die Notfallseelsorge ins Leben gerufen.

Eine ehrenamtliche Aufgabe

42 Frauen und Männer waren es damals, die ehrenamtlich eine Aufgabe erfüllten, die an Schwere mit Worten kaum zu beschreiben ist. Sie unterstützen und unterstützen mit ihrer Hilfe am Mitmenschen Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr im Einsatz und sind da, wenn sie gebraucht werden.

„Notfallseelsorge steht in keinem Gesetz, ist aber notwendiger Eckpfeiler unseres Krisenszenarios. Dieses Ehrenamt ist unerlässlich und unersetzbar. Danke, dass Sie 20 Jahre die Notfallseelsorge aufrechterhalten haben“, sagte Landrat Dr. Joachim Bläse. An diesem Abend war es Zeit, einmal Danke zu den Menschen zu sagen, die bereit sind, bei Unfällen, Krisen, Katastrophen und anderen Härtefällen für Betroffene und Angehörige da zu sein. Trost zu spenden, zuzuhören, zu schweigen und zu reden oder auch einfach mal einen Menschen in den Arm zu nehmen. „Wenn Sie alarmiert werden, wissen Sie, da kommt nichts Schönes. Es sind schreckliche Situationen bis hin zum Tod, auf die man sich einlassen muss“, sagte Bläse. „Für uns wäre der Spagat zwischen den Maßnahmen am Einsatzort und der Hilfe für die Angehörigen und Betroffenen nicht machbar. In diesen Momenten können wir auf Sie zählen. Es ist eine Arbeit Hand in Hand, egal zu welcher Uhrzeit“, sagte der leitende Kriminaldirektor Wolfgang Daub.

Großen Dank und viel Anerkennung gab es auch von Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher und Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann aus Aalen.

Auf die Bedürfnisse achten

Pfarrer Mathias Böttcher, Mann der ersten Stunde der Notfallseelsorge in Aalen, meldete sich zu Wort. Er hatte von 2001 bis 2007 die Leitung und gab den Helfern mit auf den Weg: „Oft habe ich gespürt, wie der Boden unter mir wegbröckelt. Achten Sie vor allem auch auf sich selbst.“

50 Helfer im Ostalbkreis

Während des Festgottesdienstes wurden zehn neue Notfallseelsorger und Notfallseelsorgerinnen in ihr Amt eingeführt: Rudolf Drasch, Ellwangen; Artur Demirchanow, Ellwangen; Katharina Enßle-Dittrich, Hüttlingen; Pascal Herbst, Hüttlingen; Brigitte Hiesinger, Kirchheim; Torsten Krasser, Riesbürg; Sibylle Maier, Essingen; Manon Martin, Aalen; Bettina Strempel, Aalen; Carolin Stütz, Abtsgmünd; Kerstin Münster, Brainkofen.

Was motiviert sie? „Ich finde es toll, was sie machen und habe mir gedacht, das ist genau das richtige für mich“, sagte Sibylle Maier. „Meine Mutter ist gestorben und ich fand es schön, die Unterstützung zu bekommen. Das möchte ich an andere weitergeben“, beschrieb Katharina Enßle-Dittrich ihre Motivation.

Geehrt wurden auch langjährige Helferinnen und Helfer: für20 Jahre: Gerhart Kuhn, Heubach; Erika Megerle, Rosenberg; Peter Müller, Ellwangen; Bernhard Richter, Aalen/GD; Jürgen Schnotz, Essingen; Für 10 Jahre und mehr: Wolfgang Fimpel, Hofherrnweiler; Angelika Keßler, Wasseralfingen; Martin Keßler, Wasseralfingen; Lucia Ledl, Ellwangen.

Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst von Gesangs- und Instrumentalsolisten unter Leitung von Chordirektor Hans-Peter Haas und mit Konrad Bader an der Orgel.

„Ich ziehe den Hut vor Ihnen.“

Dr . Joachim Bläse Landrat
  • Notfallseelsorge im Kirchenbezirk Aalen
  • Leiter sind Pfarrer Bernhard Richter, Diakon Jürgen Schloz und Martin Kessler. Die Notfallseelsorge ist da für in Not Geratene (Unfallopfer, Sterbende, Ersthelfer, Augenzeugen, Verursacher). Angehörige (Begleitung in der ersten / schwierigsten Phase). Verstorbene (Wahrung ihrer Würde und Aussegnung) und für die Einsatzkräfte (Prävention, Unterstützung, Gesprächspartner und Nachsorge). Die Alarmierung erfolgt durch die Einsatzkräfte/Einsatzleiter der Rettungsdienste, Feuerwehren oder Polizei über die Integrierte Regionalleitstelle Ostwürttemberg.
Sie werden geehrt: Gerhart Kuhn, Erika Megerle, Peter Müller, Bernhard Richter, Jürgen Schnotz, Wolfgang Fimpel, Angelika Keßler, Martin Keßler und Lucia Ledl.

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