Erste Schritte aus der Isolation

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Christoph Rohlik

Seniorenpflegeheime ermöglichen wieder Besuche. Wie das Samariterstift und das DRK in ihren Einrichtungen mit den Regelungen umgehen.

Aalen

In Baden-Württemberg soll das Besuchsverbot in Altenpflegeeinrichtungen ab dem 18. Mai gelockert werden. Wir haben in Aalener Altenheimen gefragt, wie dort die Lockerungen umgesetzt werden und was die Betreiber von den Änderungen halten.

So läuft es am Samariterstift

"Ich hätte durchaus, auch im privaten Umfeld, noch ein bisschen warten können", sagt Regionalleiter Christoph Rohlik vom Samariterstift. "Ich war sehr erstaunt über die hohe Akzeptanz und die Disziplin unserer Bewohner und der Angehörigen. Das hätte ich so nicht erwartet." Zwei weitere Wochen der absoluten Vorsicht wären gut machbar gewesen, fügt Rohlik an, zumal die ärztliche Versorgung vollständig gesichert sei. Er sieht nun die Gefahr einer zweiten Infektionswelle.

Regeln in DRK-Pflegeheimen

"Bleiben wir weiterhin umsichtig und setzen nicht leichtfertig das Erreichte aufs Spiel", mahnt auch Matthias Wagner vom DRK. "Die Lockerungen sind notwendig. Aber alle Beteiligten müssen sich bewusst machen, dass es ein Restrisiko gibt", appelliert Wagner.

Bleiben wir weiterhin umsichtig und setzen nicht leichtfertig das Erreichte aufs Spiel.

Mathias Wagner DRK-Kreisgeschäftsführer

Niemand könne eine Ansteckung sicher ausschließen. Jedem müsse bewusst sein, dass er nicht nur seinen Angehörigen, sondern auch andere Bewohner in Gefahr bringen kann.

Der Umgang mit Lockerungen

"Im Samariterstift beziehen sich die Lockerungen auf die gesetzlichen Bestimmungen", erklärt Christoph Rohlik. Bewohner können das Haus ohne Angabe von Gründen verlassen. Verlassen sie das Gelände, müssen sie bei ihrer Rückkehr Schutzmaßnahmen durchlaufen. Dazu gehört das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für 14 Tage im Gemeinschaftsbereich. Auch Mahlzeiten müssen allein im Zimmer eingenommen werden. "Allein dadurch vergeht vielen die Lust am Verlassen des Hauses", beobachtet Christoph Rohlik.

Anstatt das Gebäude zu verlassen, können Bewohnerinnen und Bewohner Besuch empfangen. Erlaubt ist pro Tag ein Besuch von bis zu zwei Personen mit einer Dauer von einer Stunde. "Vorherige Terminabsprache ist nötig, da wir viele Besuche erwarten", sagt Rohlik. Das Tragen eines Mundschutzes und Händedesinfektion sind Pflicht. Es gibt vier separate Besucherzimmer. Die Zugänge sind für Bewohner und Besucher strikt getrennt. In jedem Raum steht ein Besprechungstisch mit Plexiglasscheibe in der Mitte. Aufgrund dieser Maßnahmen müssen die Bewohner nach einem Besuch keine Masken tragen.

Ähnliches Bild in DRK-Altenheimen. Pro Bewohner ist ein Besuch täglich durch maximal zwei Personen gestattet. Die Einrichtungsleitung legt Zeiten und Dauer fest, die Kontaktdaten der Besucher werden erhoben. Wer Kontakt zu einer infizierten Person hatte, dürfe nicht rein. Gleiches gilt für Besucher mit Fieber oder Atemwegserkrankungen. Besuchswünsche müssen spätestens 24 Stunden zuvor telefonisch angemeldet werden. Vorm Betreten müssen Hände desinfiziert, beim Besuch Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Besucher müssen einen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten. Das Mitbringen von Geschenken ist zuvor mit der Einrichtung abzuklären.

Carina Reichert

Matthias Wagner

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