„Es soll nicht alles digital werden“

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Ein Blick in die Projektwerkstatt „Teilhabe“ im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses.
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Projektwerkstatt „Teilhabe“: Wie gelingt es, alle mitzunehmen auf Aalens Weg zur Smart City?

Aalen. Die Kocherstadt ist auf dem Weg zur „Smart City“. Bürgerinnen und Bürger waren auch in der zweiten von insgesamt acht Projektwerkstätten zur konkreten Beteiligung, zur Diskussion, aufgerufen. Im Fokus die Frage: Wo und wie kann Digitalisierung helfen, die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am öffentlichen Leben zu ermöglichen?

So war's organisiert: Stefanie Benz, Projektleiterin „Smart City“ in der Stadtverwaltung, stellte zum Auftakt der rund dreistündigen Veranstaltung im Rathaus das Thema vor. Im Publikum: Stadt- und Ortschaftsräte, Mitglieder des Stadtseniorenrats, der Lebenshilfe, des Beirats für Menschen mit Behinderung und des Integrationsausschusses sowie Engagierte aus dem Treffpunkt Rötenberg, dem Nachbarschaftszentrum und des Jugendtreffs im Weststadtzentrum. Impulse zum Thema gab Georg Würffel vom Zentrum für Digitale Entwicklung Westhausen.

Nach einer Vorstellungsrunde der Teilnehmenden ging es in Kleingruppen darum, Herausforderungen und Bedürfnisse im täglichen Leben aufzulisten. Die können sehr unterschiedlich sein: Flüchtlinge etwa, die ihr Leben in Aalen neu organisieren, sind auf Informationen und Übersetzungshilfen angewiesen. Ältere und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen dagegen brauchen digitale, aber auch analoge Helfer, um medizinische Versorgung oder Lebensmittel zu bekommen. Personen, die keinen oder wenig Zugang zu digitalen Hilfsmitteln haben, brauchen „Starthilfe“.

Das Spektrum der Ideen: Stark ist das Bedürfnis nach einem breiten und leicht zugänglichen Angebot an Informationen aus allen öffentlichen Bereichen. Immer wieder ein Thema: digitale (Fort)Bildung, und zwar möglichst niederschwellig. Mobilität: Ein Dorfshuttle zum Beispiel sollte nicht nur digital, sondern auch telefonisch zu buchen sein, so die Forderung. „Immer wieder wurde in den Gruppen thematisiert, was man tun kann, damit die, die digital nicht so affin sind, nicht abgehängt und ausgegrenzt werden“, schildert Stefanie Benz.

Was die Teilnehmenden favorisieren: mehrere Anlaufstellen mit identischen Angeboten, eine Art Teilhabebüro. Digital könnten die Angebote in einer App gebündelt werden. Digitale Unterstützung bei Gesundheitsfragen, ebenso beim Wohnen im Alter. Gewünscht sind auch digitale Schulungen, physisch, durch Multiplikatoren oder einen Quartiersmanager, der nach Hause kommt und konkrete Anwendungen erklärt.

Überraschung des Abends: „Dass so viele der Teilnehmenden die Befürchtung hegen, alles würde jetzt nur noch digital“, schildert Stefanie Benz. Dabei gehe es in dem Projekt ausdrücklich darum, das „Zusammenspiel zwischen dem Analogen und dem Digitalen zu stärken. Unser Ziel ist es, alle mitzunehmen.“

Wie geht's weiter? Am Mittwoch, 11. Mai, ist ab 14 Uhr „Fachtag Smart City“ im Kulturbahnhof. Nächste Projektwerkstatt: „Klimaschutz/Nachhaltigkeit“, am 18. Mai, 18 Uhr, im Schubart-Gymnasium. Anmeldung unter www.aalen.de/smartcity, Rubrik Veranstaltungen oder per Mail smartcity@aalen.de oder telefonisch (07361) 52-1129.

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