Es waren Fruchtfliegen: Aalener Zentral-OP geschlossen

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Die zentralen Operationsräume am Ostalb-Klinikum werden modernisiert.
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Seit Samstag können die Operationssäle am Ostalb-Klinikum in Aalen wegen eines Hygieneproblems nicht genutzt werden. Spezialisten sollen die Ursache beseitigen.

Aalen

Die Zentral-OP-Säle im Ostalb-Klinikum sind seit Samstag geschlossen. Dies haben die Kliniken Ostalb am Montag mitgeteilt. Als Grund wird zunächst ein „reinlufttechnisches Problems“ angegeben. Im Lauf des Nachmittags wird die Nachrichtenlage etwas konkreter: Im Aufenthaltsraum und im Flur des Zentral-OPs waren am Samstagabend offenbar Fruchtfliegen entdeckt worden. Dies hat die Verantwortlichen dazu veranlasst, den Bereich sofort zu schließen. Hintergrund: Die OP-Räume unterliegen ganz besonders strengen Anforderungen in Bezug auf die Sterilität.

Externe Spezialisten

Die Verantwortlichen haben in der Folge ein externes Unternehmen zur Problembeseitigung beauftragt. Am Dienstag sollen von diesen Spezialisten „alle betroffenen und angrenzenden Räume aufwendig gereinigt und desinfiziert“ werden. Die Schließung sei also „vorübergehend“.

In andere Kliniken

Dennoch hat das Auswirkungen auf den Klinikbetrieb. zum einen aufs Notfallmanagement: Das Klinikum habe „umgehend reagiert“ und sich bei der Rettungsleitstelle des DRK abgemeldet. Das bedeute, dass auftretende Notfälle, die voraussichtlich operiert werden müssen, aktuell in die umliegenden Kliniken verbracht werden. Dringliche Fälle werden, soweit möglich, in der Virngrund-Klinik in Ellwangen oder im Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd versorgt. Allerdings werden die Aalener OP-Säle ja jenseits der Notfälle überwiegend auch für geplante Operationen genutzt: die neue Hüfte, eine Knie- oder Leistenoperation - solche Dinge. Zwischen 20 und 25 solcher Operationen gibt es im Durchschnitt am Tag am Ostalbklinikum, berichtet Klinik-Sprecher Ralf Mergenthaler. „Diese müssen verschoben werden“, sagt Mergenthaler weiter.

Notaufnahme weiter geöffnet

Wichtig zu wissen für den Betrieb: Die zentrale Notaufnahme am Ostalb-Klinikum sei weiterhin „uneingeschränkt geöffnet“, so Mergenthaler weiter.

Wie es nun weitergeht: Ein Krisenstab des Klinikums arbeitet zusammen mit der Krankenhaushygiene und der Haustechnik an einer schnellstmöglichen Problemlösung. „Die Qualität der Patientenversorgung und deren Sicherheit stehen an erster Stelle und haben oberste Priorität“, erklärt die Klinikleitung weiter. Die OP-Säle würden erst wieder geöffnet und genutzt, „wenn jedes mögliche Sicherheitsrisiko für die Patienten zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann“. Aktuell müsse mit einer Schließung bis zur Wochenmitte gerechnet werden.

Perspektive: Mittwochabend

Voraussichtlich könne - eine erfolgreiche Arbeit des externen Unternehmens an der Fruchtfliegenfront vorausgesetzt - der Zentral-OP am Mittwochabend wieder für Notfall-OP genutzt werden. Ab Donnerstag könnte dann wieder im Normalbetrieb operiert werden.

Wie es zu den Fruchtfliegen im OP-Bereich kommen konnte, dazu gebe es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse, sagt Mergenthaler. Ob es ein allgemeines Problem etwa im Lüftungsbereich gebe - oder ob jemand irgendwo in einem Spind einen Apfel vergessen habe: Man weiß es nicht. Rückschlüsse auf die Qualität der OP-Säle im Ostalb-Klinikum könne man aus dem Vorfall jedoch nicht ziehen. „Da bewegen wir uns dann im Bereich der Spekulation“, sagt Mergenthaler.

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