Evangelische Kirchengemeinde gibt Kindergarten Sonnenhaus auf

+
Kinderbetreuung
  • schließen

Überraschend hat die Kirchengemeinde den Vertrag gekündigt. Die Stadt will nun mit einem eigenen Konzept einspringen.

Aalen

Die Kinderbetreuung im Hüttfeld soll weiter gewährleistet bleiben. Daher springt nun die Stadt ein und betreibt den Kindergarten Sonnenhaus weiter, nachdem die evangelische Kirchengemeinde den Vertrag mit der Stadt Aalen gekündigt hat. Das war Thema in der vergangenen Gemeinderatssitzung.

In der Sitzungsvorlage heißt es: „Die Kündigung begründete die evangelische Kirchengemeinde mit Auswirkungen aufgrund der Folgen des Ukrainekriegs sowie aufgrund stärker rückläufiger Mitgliederzahlen wie angenommen und damit geringerer Kirchensteuereinnahmen.“ Die Kirchengemeinde könne eine Finanzierung auf Grundlage des geltenden Kita-Vertrags nicht sicherstellen. „Mit den verfügbaren Ressourcen möchte sich die Kirchengemeinde auf die verbleibenden vier Kita-Standorte konzentrieren und diese langfristig qualitativ gut erhalten“, ist da weiter zu lesen. So investiere die evangelische Kirchengemeinde aktuell in die Kita Liliput.

„Für uns kam das sehr überraschend“, sagte Katja Stark, die Leiterin des Amts für Soziales, Jugend und Familie. Die Kinder wollen ihr zufolge zusammenbleiben, die Mitarbeiterinnen wollen weitermachen und in der Stadt gebe es einen großen Bedarf an Kita-Plätzen. „Wir wollen die Kita nicht schließen“, fasste sie zusammen. Der Plan sieht nun vor, dass die Stadt die Kita weiterbetreibt, alle Kinder weiterbetreut und alle Mitarbeiterinnen übernimmt. Die Kindertagesstätte soll am bisherigen Standort auf dem Markuskirchenareal weiterbestehen, bis die neue Kita auf dem Waldcampus an der Hochschule fertiggestellt ist. Dann soll die Kita dorthin umziehen. Solange wird sie als „Starter-Kita“ für die Kita auf dem Waldcampus laufen. Die Stadtverwaltung schlägt als Namen „Kita Marie Curie“ vor.

Das sagen die Fraktionen und Gruppen

Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) sagte, ihre Fraktion bedauere den Schritt, denn kirchliche Kitas würden den Kindern „abendländische Werte“ vermitteln.

Thomas Wagenblast (CDU) nannte die Begründung der Kirchengemeinde „spannend“. Wenn die Einnahmen an Kirchensteuer sinken, bezweifle er, dass das der richtige Weg sei.

Timo Lorenz (SPD) sagte: „Wir können froh sein, dass wir eine Verwaltung haben, die innerhalb eines Monats eine Lösung findet, die tragfähig ist.“

Bernhard Ritter (Freie Wähler) sagte, seine Fraktion sei sehr überrascht gewesen, „weil es unseres Wissens nach eine solche Situation noch nie gegeben hat.“

Dr. Frank Gläser (AfD) sagte zum Vorschlag der Stadt: „Es gibt keine Alternative.“

Inge Birkhold (Zählgemeinschaft) nannte es „dramatisch, wenn sich Kirchen aus der frühkindlichen Bildung zurückziehen.“

Roland Hamm ( Linke) lobte die „schnelle, zielführende Reaktion der Verwaltung“.

Der Gemeinderat war einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare