Eventbranche: Sorge wächst

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Messen, große Konzerte, Festivals und Stadtfeste – all das ist seit Corona nicht mehr möglich. Alexander Fischer, Geschäftsführer der Aalener Veranstaltungsfirma UBS bangt wie viele andere Firmen der Veranstaltungsbranche um seine Existenz.
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Obwohl er von der Coronakrise hart getroffen ist, spendet Alexander Fischer von UBS Geld für Obdachlose. Seine Beweggründe und Sorgen.

Aalen

Null Komma null Einnahmen" – Alexander Fischer, Geschäftsführer der Aalener Veranstaltungsfirma UBS, zieht in der aktuellen Coronakrise eine Bilanz, die wohl für die ganze Veranstaltungsbranche spricht. Und das schon seit Beginn der Pandemie. Großveranstaltungen, von denen diese Branche lebt, wurden als erstes untersagt. Das ist nun fast ein Jahr her. Lockerungen sind nicht mal annähernd in Sicht.

Es war ein Jahr, in dem UBS nur ein paar kleine Aufträge hatte: Die beleuchtete Stadtkirche bei der bundesweiten Aktion "Night of light" im Juni, den Pilgerweg zum Aalbäumle, den Tag des Denkmals an der Stadtkirche und den Heiligabendgottesdienst im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde. All das auf Initiative von Pfarrer Bernhard Richter, der das Aalener Unternehmen laut Fischer mit all seinen Möglichkeiten unterstützt hat. Für diesen Einsatz wollte Fischer trotz ausgefallenen Einnahmen etwas zurückgeben. "Wenn er uns unterstützt, unterstützen wir ihn auch", sagt Fischer. Von der Gage der Gottesdienste an Heiligabend hat UBS 300 Euro an den Freundeskreis für Wohnsitzlose gespendet.

Düstere Prognose

Auch fürs laufende Jahr sieht Alexander Fischer eher schwarz. "Die Planungen für 2021 laufen spärlich bis null", sagt er. Verständlich, findet der Veranstaltungsmacher, wenn man bedenke, wie sich die Situation gestaltet: keine klaren Aussagen über Lockerungen, die ständige Verlängerung der Maßnahmen und das immer nur für maximal weitere vier Wochen. "Da plant niemand eine Veranstaltung", sagt Fischer. Die Absagen für 2021 flattern jetzt schon rein, Anfragen gebe es eigentlich gar keine. An größere Stadtfeste, Konzerte und Festivals glaubt Fischer für dieses Jahr nicht mehr.

Ein weiteres Problem für Alexander Fischer sind seine jüngsten Investitionen, die sich nur rechnen, wenn sie zum Einsatz kommen. Für jeweils rund 25 000 Euro hat er sich noch vor Corona zwei neue Mischpulte angeschafft. "Die stehen nun schon ein Jahr rum", sagt er. Bis ein neues Modell rauskommt, müsse das bezahlt sein. Denn die Technik werde weiterentwickelt und müsse auch teils erneuert werden, um den Markt bedienen zu können.

Die Kulturbranche wird ein Riesenproblem bekommen.

Alexander Fischer Geschäftsführer UBS

Auch die Attraktivität der Branche am Arbeitsmarkt sieht Fischer immer mehr schwinden. Das Personal werde abwandern, beispielsweise in die Industrie. Wenn es dann wieder losgehe, fehlen die Leute. "Die Kulturbranche wird ein Riesenproblem bekommen", meint Fischer.

Plan B

Um überhaupt etwas zu tun zu haben, konzentriert sich die Firma UBS derzeit auf Elektroinstallation und Elektrobau. "Gut, dass ich das mal gelernt habe", sagt der Geschäftsführer. Das sei aber nur Mittel zum Zweck. "Ich glaube nicht, dass es zum Überleben reicht."

Benefiz: Von der Gage der Gottesdienste an Heiligabend hat UBS 300 Euro an den Freundeskreis für Wohnsitzlose gespendet.

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