Ewald Hirschs Rentiere bleiben in der Garage

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Keinen Nikolausbesuch gibt's in diesem Jahr. Was macht der Mann mit Rauschebart während der Pandemie?

Aalen

Mit 108 Rentierstärken wäre er über die Ostalb gedüst. Mit Rauschebart. Rotem Gewand. Mitra. Und Bischofsstab. "Von drauß‘ vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!", hätte er mit tiefer Stimme bei seinem Besuch gesagt. Doch Corona wegen lässt SchwäPo-Nikolaus Ewald Hirsch seinen 108 Rentierstarken Ford in diesem Jahr in der Garage stehen. Genauso wie Nikolauskollege Rudi Wagner.

Doch was macht so ein Nikolaus, wenn er nicht von Haus zu Haus ziehen und keine Geschenke verteilen kann? Wir haben ihn besucht und nachgefragt.

Ewald Hirsch empfängt seinen Besuch in Zivil. Im weißen Pulli. Nur der Bart erinnert daran, dass der Nikolaus die Türe geöffnet hat. Im Haus duftet es nach Lebkuchen, nach leckeren Bredla und auch die erste Kerze auf dem Adventskranz brennt. Auf dem Tisch stehen zwei Lebkuchenhäuser im Rohbau. Ganz schön weihnachtlich hier.

Nun, da er Zeit habe, schaue er, was in der Welt so los ist, sagt Ewald Hirsch, der eine Hüft-Operation hinter sich hat. Dazu gehören Spaziergänge, Weihnachtslieder hören, Weihnachtsgeschichten lesen und: Lebkuchenhäusle bauen. "Die hab ich selbst konstruiert", sagt der Mann mit Rauschebart und grauem Haar, nimmt sich eine vorbereitete Lebkuchentür en miniature und befestigt diese mit einer Zuckerlösung am Haus. "Da muss alles genau sein", murmelt er konzentriert.

Dass er dieses Jahr nicht als Nikolaus mit seinen Rentieren unterwegs ist, dass er keine Geschenke verteilen kann, dass er nichts für die Aktion Advent der guten Tat machen kann, das stimmt den sonst so frohen Nikolaus nachdenklich. "Es ist sehr traurig", sagt er und legt für einen Moment seine Utensilien für den Lebkuchenbau zur Seite. "Aber Rudi Wagner und mir ist es wichtig, dass alle gesund bleiben."

Rudi Wagner und mir ist es wichtig, dass alle gesund bleiben.

Ewald Hirsch Nikolaus

Sein Gewand, die Mitra und den Bischofsstab werde er in diesem Jahr bis auf eine klitzekleine Ausnahme nicht mehr überwerfen – aber dazu später mehr. Ewald Hirsch, der im "richtigen" Leben Gärtner ist, widmet sich wieder seinem Häusle. "Das dürfen die Enkel verschönern", sagt er stolz. Die Adventszeit ist für den Katzenbesitzer eine wichtige Zeit. Da kommen Natur und Mensch zur Ruhe, wie er sagt. Na gut, der Mensch kommt im Falle von Ewald Hirsch in einem Jahr ohne Pandemie eher nicht zur Ruhe. 60 Arbeitseinsätze als Nikolaus haben er und sein Kollege Rudi Wagner eigentlich in der Vorweihnachtszeit. "Um den Nikolaus ist so viel los, dass ich acht Nikoläuse losschicken könnte", sagt der Unterkochener.

Ein Gutes hat der Arbeitsausfall für den Nikolaus dann doch: Er kann seine Hüfte schonen, zu Ruhe kommen, Zeit mit Frau Nikolaus verbringen und die ambulante Reha in Aalen besuchen. "Dem Team möchte ich meinen Dank aussprechen", betont er.

Auch für Sie, liebe Leserinnen und Leser, hat der Nikolaus eine Botschaft. Für diese hat sich Ewald Hirsch dann doch noch sein rotes Gewand übergezogen, seine Mitra aufgesetzt. Nur Schlitten, Rentiere und Geschenkesack sind nicht dabei. Sie wollen wissen, was wir gemeinsam mit dem Nikolaus ausgeheckt haben? Dann lohnt sich ein Blick auf unsere Internetseite: www.schwaepo.de/nikolaus0612

Liebe Leserinnen und Leser, auch wenn die beiden SchwäPo-Nikoläuse in diesem Jahr nicht auf Tour sind, freuen wir uns über eine Spende für die Aktion Advent der guten Tat. Denn nur mit Ihrer Hilfe kann Menschen im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung geholfen werden. Stichwort: "Advent der guten Tat": Konto KSK-Ostalb, IBAN: DE 41614500500110050500 oder Konto VR-Bank Ostalb, IBAN: DE 05614901500101010001

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL