Ex-Fußballer Koray Garbi aus Aalen gründet Modelabel

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Sabine Schäfer und der Aalener Koray Garbi haben das Modelabel Ruesgar gegründet.
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Gemeinsam mit der Betriebswirtin und Modedesignerin Sabine Schäfer bringt der 24-Jährige die erste Kollektion der Marke „Ruesgar“ auf den Markt.

Aalen

Er lebt in Aalen, sie in Bad Waldsee. Sie hat in Aalen Internationale Betriebswirtschaft studiert, er hat hier gekickt. Gemeinsam wollen sie in Zukunft die Laufstege der Modemetropolen Mailand, Paris und London erobern. Nicht etwa als Models. Sabine Schäfer (25) und Koray Garbi (24) wollen als Modedesigner durchstarten.

Der Anfang ist gemacht, das eigene Modelabel mit Firmensitz in Aalen ist gegründet. Der Name - „Ruesgar“ - ist eine Wortschöpfung. „Es wird französisch ausgesprochen. Inspiriert hat uns das türkische Wort rüzgâr - auf deutsch: der Wind“, erläutert Koray Garbi. Wobei die Buchstaben „gar“ für „Garbi“ stehen und das „S“ für Sabine, die Koray liebevoll „Sabi“ nennt. Denn die beiden sind inzwischen auch privat ein Paar.

Keine Mode ohne Models: Das Model ist in diesem Falle Koray, der nach seinem Abi am Theodor-Heuss-Gymnasium zunächst von einer Karriere als Profifußballer träumte. Von der Jugend des VfR Aalen wechselte er für ein Jahr in die U23 des SV Waldhof Mannheim, danach unterschrieb er in der Türkei seinen ersten Profivertrag. Doch kurz darauf ließ eine langwierige Knochenhautentzündung am Schienbein seinen Traum platzen. Während Koray noch auf eine neue Chance hoffte, wurde er von heute auf morgen auf Frankfurts Straßen für eine Modelagentur gescoutet.

Alles aus Denim

„Dann ging alles ganz schnell“, erinnert er sich. Magazine-Shootings in London, Laufsteg-Jobs in Paris. „Ja, ja, das hab ich alles gelernt und es hat echt Spaß gemacht. Immer auf Reisen, ständig andere Länder und neue Leute kennenlernen.“ Und irgendwann dazwischen kam die Anfrage eines Freundes für ein Editorial-Shooting in Düsseldorf. Dort geriet Koray sprichwörtlich in den Fokus von „Sabi“ Schäfer, die nach dem IBW-Studium in Aalen nun am Fashion Design Institut (FDI), einer privaten Modeschule, endlich ihren Jugendtraum verwirklicht und Modedesign studiert. Mit Koray vor der Kamera bildete sie ihre ersten Modeschöpfungen ab.

Inzwischen haben die beiden ihre erste gemeinsame Streetwear-Kollektion entworfen, und in einem Modedesigner-Atelier in Istanbul hergestellt: Cargo-Jeans und ärmellose Weste, breite Jeans mit lockerem Schritt und Langarmjacke. Alles aus robustem Denim-Stoff mit Logo - zwei R - eins normal und eins auf dem Kopf. Ergänzt wird die Kollektion durch schwarze Tank Tops mit glitzernden Glaskristall-Tropfen, durch Ledercaps und selbst designte Sonnenbrillen - alles in Unisex-Größen. Auch an flache Lederhandtaschen ist gedacht - sogenannte Clutches in den Farben braun, grün und rot.

Produziert wurden im ersten Anlauf 100 Exemplare von jedem Artikel. „Im Kopf haben wir zudem schon den Plan für eine Schuhkollektion und eine eigene Parfümmarke“, sagt Sabine, die sich neben ihrem Studium her ganz auf ihren Traum von einer eigenen Mode-Marke zu konzentriert. „Die Arbeit macht wirklich Spaß. Wir stecken unser ganzes Herz, unsere komplette Liebe da hinein.“, sagt Sabine.

Videodreh im Kulturbahnhof

Aber das alles braucht nicht nur Zeit, sondern kostet auch. Zumal das Promoting. Die beiden erzählen von der aufwendigen Video-Kampagne im Aalener Kulturbahnhof, mit mehreren Stylisten, Foto- und Videografen. Auch Statisten und zwei Bodyguards seien engagiert gewesen. Demnächst, sagt Koray, werde das Ergebnis im Internet auf youtube und im sozialen Netz zu sehen sein. Parallel sei gerade ein eigener Online-Shop in Arbeit. „Wir wollen erst einmal exklusiv bleiben.“ Dieser Anspruch spiegelt sich an den Verkaufspreisen: ein Denim-Anzug liegt bei etwa 300 Euro, eine Sonnenbrille bei 190 Euro.

Der Verkauf soll erst noch anrollen, einige Teile sind aber schon reserviert. Der Plan der beiden ist es, so viele Menschen wie möglich mit ihrer Mode anzusprechen und Ruesgar zu einer nicht mehr wegdenkbaren Größe in der Modewelt zu etablieren. Auch einen Businessplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre hat die studierte Betriebswirtschaftlerin bereits geschrieben. Darüber, wo es sie in Zukunft hinziehen wird, sind sich die beiden im Klaren: „Nach Mailand oder Paris“, sagen sie unisono. „Wir glauben an Ruesgar, wissen aber auch, dass noch ein langer Weg vor uns liegt und dass wir noch viel Disziplin, Ausdauer und Geduld beweisen werden müssen.“

"Ruesgar" der Name des neuen Labels ist mit roten Perlen aufgestickt.
Das rote Perlen-Emblem steht für das Label "Ruesgar".
Sabine Schäfer und der Aalener Koray Garbi haben das Modelabel „Ruesgar“ gegründet. Foto: UW

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