Fahrräder werden in Aalen für Verkehrssicherheit geopfert

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Bei der Verkehrssicherheitsaktion „Achtung! Toter Winkel“ lernen Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse, wie gefährlich der tote Winkel ist.
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Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 6 verschiedener Schulen im Raum Aalen lernen, wie gefährlich der tote Winkel sein kann.

Aalen

Total zerstört ist das alte Fahrrad. Kein Wunder! Schließlich ist gerade erst ein 40 Tonnen schwerer Lkw drüber gerollt. Und das hat der Fahrer nicht einmal mit Absicht gemacht. Das Rad war im toten Winkel - und das kann ganz schön gefährlich werden. Wie gefährlich, das lernen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 6 verschiedener Schulen in Aalen und Umgebung auf dem Greutplatz. 

„Achtung! Toter Winkel“ nennt sich die Verkehrssicherheitsaktion, die 2003 nach einem tödlichen Unfall ins Leben gerufen wurde. Damit Schülerinnen und Schüler verstehen, wie schnell sie in den toten Winkel von Lkw und Bussen geraten können, dürfen sie sich selbst ein Bild machen. Für beide Fahrzeugtypen herrscht für die Aktion Tag der offenen Tür. Zur Demonstration wird ein Kleinwagen direkt an die Front eines Lasters angebracht. „Ich dachte, man sieht das Dach noch“, erzählt eine Schülerin der 6a des Jakobus-Gymnasiums, „aber man sieht es nicht“. Klar, wissen die Schülerinnen und Schüler, dass es den toten Winkel gibt, erklären sie. Aber, dass ganze Autos darin verschwinden können? „Ich konnte den Aha-Effekt erkennen“, sagt Klassenlehrerin Sylvia Bolsinger. 

Ein Bild der Fahrersicht

An einer anderen der insgesamt sieben Stationen geht's für die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler erneut auf den Fahrersitz eines Lasters- dieses Mal mit den Profis. Roland Röhrer ist einer von mehreren Kraftfahrern, die sich speziell für den Aktionstag frei genommen haben. „Jeder, der drin saß, kann sich ein Bild davon machen, was der Fahrer sieht“, ist er überzeugt. So könnten auch die Jugendlichen einschätzen, wie die Sicht am Steuer ist. „Wenn der Fahrer dich sieht, passiert dir nichts. Aber wenn er dich nicht sieht?“

Nicht nur Lastwagen, auch Busse haben tote Winkel, lernen die Sechser. Dass ihre ganze Klasse im Rückspiegel verschwinden kann? „Das hat mich überrascht“, gibt einer der Schüler zu. Auch hier nehmen sie auf dem Fahrersitz platz, dieses Mal bei einem Linienbus, wie er sie täglich zur Schule bringt. Denken die Schülerinnen und Schüler im Alltag an den toten Winkel? Die Gruppe schüttelt den Kopf. 

Das Fahrrad muss dran glauben

Weitere Stationen sind etwa eine digitale Präsentation über die Gefahr im toten Winkel oder ein Stop beim Allgemeinen Deutscher Fahrrad-Club, dem ADFC. Denn wenn ein Auto im toten Winkel verschwinden kann, dann sicher auch ein Fahrrad. Das sehen die Jugendlichen selbst: Zum Abschluss geht's einem alten Fahrrad an den Kragen. Regelrecht zermalmt wird der ausgediente Drahtesel unter dem Gewicht des Sattelzugs - zur Begeisterung der Jugendlichen. Nach dem Spektakel verschaffen sie sich ein Bild des alten Fahrrads.

Dennoch geht es bei „Achtung! Toter Winkel“ nicht darum, Fahrräder zum Spaß zu überfahren. „Wir wollen den Kindern einen Eindruck verschaffen, wie gefährlich es wirklich ist“, erklärt Polizist Hans Heidingsfelder vom Referat Prävention bei der Polizei Aalen. Rund 12.000 Kinder habe man in den 19 Jahren, die es die Aktion gibt, so aufklären können. Der Arbeitskreis entstand 2003 als Reaktion auf einen tödlichen Unfall.

„Achtung! Toter Winkel“ - ein Partnerprogramm

Die Verkehrssicherheitsaktion „Achtung! Toter Winkel“ soll Theorie und Praxis vereinen und erklären, „wie gefährlich der tote Winkel sein kann und dass es in manchen Situationen kein Entrinnen mehr gibt“ heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. In diesem Jahr sind 694 Schülerinnen und Schüler angemeldet.

Partner und Unterstützer der Aktion sind das Polizeipräsidium Aalen, die Verkehrswacht Ostalbkreis, DEKRA, der ADFC, der BDBK, die Firma Brucker, die Firma Traub, die Stadt Aalen, die OVA Aalen, die Stadtwerke Aalen, Gib Acht im Verkehr, die Firma Rieger+Ludwig Aalen, die Kreissparkasse Aalen, der Kinopark Aalen und Mercedes Widmann. 

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