FAMA 2022: zwei Konzerte in einer Performance

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Festlich geschmückt ist der Garten der Villa Stützel.
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Ein Konzert mit Jan Nigges und Julie Grutzka startet im Garten der Villa Stützel in Aalen.

Aalen. Schickes Ambiente im Garten der Villa Stützel: festlich gedeckte Tische, eine Bar, ein Zelt mit der aufwändigen Tonsteuerung, eine große Bühne mit Platz für drei Ensembles und allerlei Bewegung, davor spektakuläre Videotechnik. Und reichlich Publikum, angetan mit sommerlich legerer Kleidung oder großer Abendgarderobe. In Abendkleid und Frack begrüßten Sandra Röddiger und Ralf Kurek das Publikum; sie sind die Initiatoren des Festivals für Alte Musik Aalen (FAMA) und Wegbereiter der Villa Stützel an der Ulmer Straße in Aalen zu einer kultigen Eventstätte.

Es folgte anderthalb Stunden Kurzweil. Titel der Bemühungen: Baroque My Way – Barock meets Jazz. The dirty Thirties. Im Mittelpunkt Jan Nigges als Conférencier, Sänger, Flötist und künstlerischer Leiter. Die Performance war eine Melange aus zwei Konzerten: Barocke Arien und Instrumentalsätze, andererseits Evergreens vom Schlage The Lady ist a Tramp und Fly me to the Moon, dargebracht von Jan Nigges und der Sopranistin Julie Grutzka. Nigges und Grutzka traten in beiden Konzerten auf, was dem Conférencier für die Überschrift „Crossover“ reichte.

Im Barockpart wurde Julie Grutzka von einem kleinen Streicherensemble begleitet und musizierte Arien von Porpora, Traetta, Händel mit starker, gut geführter Stimme und viel Leidenschaft. In mehreren Konzertsätzen (Telemann, Vivaldi) präsentierte Jan Nigges seine Flötenkunst, die ihn zum „Shootingstar“ der Barockszene gemacht hat.

Solide Unterhaltung, dezenter Applaus

Nicht ganz so überzeugend wirkten Nigges Interpretationen aus dem amerikanischen Evergreenschatz. Auch Julie Grutzka versuchte ihrer Opernstimme die Lässigkeit der Showbühne zu geben. Beide lieferten mit der Christoph Spendel Group solide Bigband-Unterhaltung. Das Publikum dankte mit dezentem Applaus, der die Zugabe nicht mehr erreichte. 

Angereichert wurde die Szene einerseits durch die spektakuläre Technik mit zwei Kameras mit für heutige Verhältnisse schon fast demonstrativer Größe, die die Sicht auf die schlecht ausgeleuchtete Bühne behinderten. Und als Dancing Gag windete und schmachtete sich ein Paar bei den Evergreens aus dem Publikum auf die Bühne, fand sich und verschwand beim Barock in den schweren Sofas, die direkt vor der Bühne auf den Rasen gestellt waren.

Nach dieser Performance gab es Disko bis in die Nacht, eine DJane aus der Ukraine legte zur Aftershow-Party auf.

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