Festival im Stadtgarten?

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"Der Pavillon im Stadtgarten ist geradezu prädestiniert als Bühne", meint Michael "Flex" Flechsler, Vereinsvorsitzender der Kulturfreunde Galgenberg.
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In Corona-Zeiten wollen die Kulturinitiative "Kunterbunt" und die Kulturfreunde Galgenberg Aalener Künstlern Auftritte ermöglichen.

Aalen

Es könnte ein Lichtblick sein in diesen veranstaltungsarmen Coronazeiten – vor allem auch für die coronabedingt arbeitslosen Aalener Künstler: ein zweitägiges Musikfestival im Aalener Stadtgarten, gut kontrolliert und auf die Corona-Vorgaben gebürstet; mit höchstens 499 Besucherinnen und Besuchern, gemäß der derzeit geltenden Corona-Veranstaltungsregel.

"Aalen Live – We Will Survive" wäre das Motto, wenn das kleine und feine, am letzten Augustwochenende beabsichtigte Festival denn stattfinden kann.

Voraussetzung dafür ist ein Landeszuschuss aus dem Impulsprogramm "Kultur Sommer 2020". Damit macht das Land Baden-Württemberg Kulturschaffenden wieder kleinere Veranstaltungen möglich. Dafür wurden vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst aktuell Fördermittel von 1 Million Euro auf 2,5 Millionen Euro aufgestockt. Die maximale Fördersumme pro Antrag kann bis zu 50 000 Euro betragen, die Mindestsumme 5000 Euro.

Die zwei Festival erprobten Aalener Vereine, die Kulturinitiative "Kunterbunt" und die Kulturfreunde Galgenberg haben gemeinschaftlich ihr gemeinsam erarbeitetes Konzept für ein zweitägiges Festival am Freitag und Samstag, 28. und 29. August, beim Land eingereicht und einen Förderantrag gestellt. "Den Bescheid vom Land erwarten wir Anfang nächster Woche", sagt Michael "Flex" Flechsler, Vereinsvorsitzende der Kulturfreunde Galgenberg. Zusage? Absage? Noch ist alles offen.

Künstlerauftritte ermöglichen

Fest steht: "Ohne Förderung, ohne Sponsoring ist so eine Veranstaltung bei normalen Gagen und mit nur 200 bis 400 Besuchern finanziell nicht darstellbar", sagt Flex Flechsler. Aber gerade das sei ja Ziel dieser Veranstaltung: Möglichst vielen Künstlerinnen und Künstlern aus Aalen und Umgebung eine Auftrittsmöglichkeit mit Gage zu bieten.

Ohne Förderung ist so eine Veranstaltung nicht möglich.

"Flex" Flechsler Vereinsvorsitzender Kulturfreunde Galgenberg

Anfang Juli haben die beiden Vereine die Aalener Stadtverwaltung über ihre Pläne informiert und sich dann mithilfe der Stadt auf die Suche nach einem geeigneten und "coronatauglichen" Veranstaltungsort gemacht. "Am besten geeignet ist der Stadtgarten", meint Flex. Durch die Einzäunung sind Einlasskontrollen gut machbar, Zu- und Ausgänge ließen sich leicht trennen. Die Fläche von rund 3000 Quadratmetern sei ausreichend für 499 Besucherinnen und Besucher, und der vorhandene Pavillon geradezu prädestiniert als Bühne. Zudem könnte man noch eine zweite, kleinere aufstellen. Das Musikfestival würde, so Flex sinngemäß, an eine frühere Veranstaltungstradition im Stadtgarten anknüpfen. Er erinnert an die Wandelkonzerte der Stadtkapelle und an das äußerst beliebte "Behinderten-Feschtle".

Aber er stellt auch klar: Das Musikfestival wäre kein Ersatz fürs Galgenbergfestival, sondern ein familiäres Festival mit familiären Veranstaltungszeiten – maximal bis 22 Uhr abends.

Falls eine Förderzusage des Landes kommt, würde auch die Stadt Aalen das zweitägige Musikfestival unterstützen. Der Gemeinderat hat in jüngster Sitzung einstimmig seine Zusage erteilt, dass die Veranstalter den Stadtgarten und die fahrbare städtische Bühne kostenlos nutzen, und mit der kostenlosen Unterstützung des städtischen Bauhofs rechnen können. Zu diesen Leistungen im Wert von rund 3800 Euro käme eine städtische Finanzspritze von maximal 5000 Euro.

Die Fraktionen von Grünen, CDU und SPD unterstützen ausdrücklich diese Initiative. "Die Künstler haben eine harte Zeit hinter sich. Ich bin froh, dass so eine Veranstaltung auch in Corona-Zeiten ausgerichtet werden kann", sagt Dr. Thomas Battran (Grüne). CDU-Fraktionschef Thomas Wagenblast schließt sich an: "Das sind Dinge, die die Stadtgesellschaft bereichern und die Innenstadt beleben." Und auch die SPD-Fraktion meint: "Wir müssen den Künstlern eine Chance geben, wieder auftreten zu können."

Allein Ilse Schmelzle (FDI) findet das Vorhaben der beiden Aalener Kulturvereine zwar gut, ist aber der Ansicht, dass die Stadt lieber alle Aalener Vereine finanziell unterstützen sollte, die durch die Absage der Reichsstädter Tage einen großen Einnahmeverlust hinnehmen müssen.

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