Finanztipps für junge Frauen

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Lisa Breloer, Autorin, Finanzexpertin und Mutter
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Autorin und Betriebswirtin Lisa Breloer erklärt, wie junge Mütter und Frauen sich ein Vermögen aufbauen und fürs Alter vorsorgen können.

Aalen

Sie ist Finanzexpertin, leidenschaftliche Betriebswirtin, Autorin und Mutter: Lisa Breloer hat jetzt im Rahmen des Internationalen Frauentags über das Thema Frauen und Finanzen referiert. Unter dem Titel Lieber früh als nie“, hat sie in zwei kurzweiligen Stunden online mehr als 40 Frauen und jungen Müttern aufgezeigt, wie finanzielle Unabhängigkeit gelingen kann und wie wirtschaftliche Ängste und Herausforderungen gemeistert werden können.

„Jeder Tag zählt beim Sparen“, mit diesen Worten führt an diesem Abend Anna-Lena Mutscheller, Leiterin der städtischen Stabsstelle für Chancengleichheit, demografischen Wandel und Integration, hin zum Vortrag von Lisa Breloer. Mutscheller betont aber auch, dass zu viele junge Frauen und Mütter Finanzen als „leidiges Thema“ betrachten. Dabei sei es wichtig, für die eigene finanzielle Situation frühzeitig Weichen richtig zu stellen.

Wie das geht, zeigt dann Lisa Breloer in ihrem klar strukturieren Referat auf. Sie macht deutlich, wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit ist und geordnete Finanzen für das eigene Wohlbefinden seien.

Finanzielle Lücke: Die Autorin und Finanzexpertin, dass Frauen häufig „unbezahlte Care-Arbeit“ leisten, die Kinder erziehen, Eltern pflegen.

Aber auch die Berufswahl der Frauen spiele eine große Rolle. „Frauen arbeiten häufiger als Männer in sozialen Berufen“, stellt sie fest und spricht auch in dem Zusammenhang von der „Gender Pay Gap, der Lohnlücke, wegen des Geschlechts. Dazu trage auch die Teilzeitarbeit bei, für die sich Frauen der Kinder wegen oft entscheiden. „Ich habe Betriebswirtschaft studiert, weil ich dachte, ich kann damit später besser Teilzeit arbeiten“, erzählt sie von der eigenen frauenspezifischen Berufswahl.

Als weiteres Manko wertet Lisa Breloer, dass das Väter ihr Wissen über Finanzen in der Regel an Söhne weitergeben.

All dies wirke sich auch auf die Rente aus. „Alterseinkünfte von Männern sind durchschnittlich 46 Prozent höher als die von Frauen“, sagt die Referentin und betont, wie abhängig Frauen von ihren Partnern seien und welche Gefahr bei Trennungen oder bei Schicksalsschlägen wie Tod drohe. „Es gibt Frauen, die verlassen ihren Mann nicht, weil ihnen einfach das Geld dafür fehlt.“

Schritte gegen die Abhängigkeit

Der Blick auf die eigenen Finanzen: „Was sind Ihre Einnahmen, welche Ausgaben haben sie“, fordert Breloer auf zu rechnen. Dabei gehe es auch darum, das eigene Vermögen und die Höhe des Sparpotenzials zu ermitteln.

Welche Versicherungen brauche ich? Die Referentin betont, es reichten eine Haftpflicht-, eine Berufsunfähigkeits- und eine Lebensversicherung. „Sparen und überlegen Sie, welche Risiken Sie selbst tragen können.“

Notgroschen aufbauen: Der Notgroschen, so Breloer, liege bei zwei bis sechs Nettomonatsgehältern. Die sollten auf ein Konto, an das man stets komme. „Das gibt einem den Puffer, wenn die Waschmaschine oder das Auto eine Reparatur benötigt.“

Ausgleich der Lücken: Wer unbezahlte Care-Arbeit leiste oder Teilzeit arbeite, brauche einen finanziellen Ausgleich. „Reden Sie mit Ihrem Partner darüber“, sagt die Expertin. Es gebe immer eine Lösung. Die fehlende Arbeitszeit fehle auch bei der Rente. Deshalb sollten Frauen die eigene jährliche Renteninformation beachten. Sie gebe Auskunft darüber, mit wie viel man im Alter auskommen muss.

Privat Vorsorge treffen: Teilzeitarbeit wirke sich stark auf die Rentenhöhe aus. Deshalb gelte es vorzusorgen. Lisa Breloer rät mithilfe von sogenannte ETFs (Exchange-Traded Fund) ein Vermögen aufzubauen. Dabei werde Geld langfristig an der Börse angelegt. Die Vorteile seien unter anderem „der große Korb an Aktien, ein gestreutes Risiko und niedrige Kosten“. „Der Erfolgsfaktor ist die Zeit“, sagt Breloer und spricht von zehn bis 13 Jahre, die die ETFs mindestens nicht angetastet werden sollten.

Ein Rechenbeispiel: Wer 170 Euro monatlich investiere, erhalte nach 25 Jahren bei einer Rendite von 5 Prozent 100 000 Euro, verspricht die Autorin des Buchs „Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen“.

Im Schnelldurchgang erläutert sie zudem wie eine solche Investition funktioniert: Depot eröffnen, ETF auswählen, sich für einen Wertpapiersparplan entscheiden. Für tiefergehende Infos rät sie zu ihrem Kurs „ETF-Reise“, zu dem man sich im Internet auf ihrer Homepage anmelden könne.

Alterseinkünfte von Männern sind durchschnittlich 46 Prozent höher als die von Frauen.“

Lisa Breloer, Finanzexpertin und Autorin
Frauen und Finanzen – zu diesem Thema hat Lisa Breloer jetzt informiert. Bei ihrem Online-Vortrag spielten börsengehandelte Fonds eine wichtige Rolle.

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