Flanieren und Geschichte erleben

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Das Limesmuseum, die Schillerhöhe oder die Sternwarte sind Anlaufpunkte der Führung.

Stadtarchivar Dr. Georg Wendt hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Stadtspaziergangs unter anderem verraten, warum das Limesmuseum nicht immer beliebt war.

Aalen

Eintauchen in die Vergangenheit kann ganz schön spannend und informativ sein. Das konnten am vergangenen Sonntag Besucherinnen und Besucher erleben, die gemeinsam mit Aalens Stadtarchivar Dr. Georg Wendt einen Spaziergang über das historische Stadtquartier Schillerhöhe machten. Warum das Limesmuseum nicht von allen gewollt war, woher die Schillerhöhe ihren Namen hat und welches Vorbild die Stadthalle hat wurde vom Stadtarchivar erläutert.

Es war eine Zeit des Auf- und Umbruchs, damals in den 1950ern und 1960er Jahren. Der Zweite Weltkrieg war vorbei, Flüchtlinge und Heimatvertriebene mussten ein neues Zuhause finden und auch kulturell hatte man Nachholbedarf. "Die Aalener mögen ihre Stadt sehr gern", stellte Wendt bei seiner Begrüßung im Limesmuseum fest. Dort war der Startpunkt für eine Reise in die Vergangenheit. Doch weniger in die Zeit der Römer. Denn deren Geschichten kennen die Anwesenden, sind doch viele des Aalener Geschichtsvereins zugegen, der diese Führung veranstaltete.

Wendt beleuchtete eine Ära, deren Ausmaß bis heute sichtbar und spürbar ist. Gewiss, ohne die Römer wäre Aalen um ein Stück Geschichte ärmer. Aber nicht alle hätten das in den 50er Jahren so gesehen, erklärte Wendt. Immerhin waren sie eine Besatzungsmacht, wurden damals Stimmen laut. Und auch noch ein Museum bauen? Roland Uhl zeigte dem Publikum unterdessen großformatige Bilder, um einen Eindruck des Geländes zu bekommen. Johann Gottfried Pahl war es unter anderem zu verdanken, dass es eine Aufarbeitung der Geschichte gegeben hat und wir heute vor dem erhaltenswerten Erbe stehen, dass die "Besatzer" hinterlassen haben.

Weiter ging's zur Schillerhöhe. Der Aalener Verkehrsverschönerungsverein, so Wendt zum Thema Namensgebung, wollte den großen Dichter und Denker Friedrich Schiller ehren. Deshalb Schillerhöhe. Ganz einfach. Das die Stadthalle in direkter Nachbarschaft so aussieht wie wir sie kennen, sei einer Besichtigungsfahrt des Gemeinderats 1954 geschuldet. Fündig wurde er in Göppingen, wo das Vorbild für Aalen stehe. Die Halle stehe für den Aufbruch, so Wendt und sei damals auf dem neuesten Stand der Technik gewesen.

Dritter Anlaufpunkt war das Mahnmal auf der Schillerhöhe. Der 1954 eröffnete Turm, erfuhren die Spaziergänger, war allerdings auch nicht von Anfang an so beliebt wie heute. Als Verherrlichung des Krieges sahen es die einen, als zu südländisch im Aussehen die anderen. Doch heute ist die sichtbare Glocke in 30 Meter Höhe mit dem tiefen "C" als Ton nicht mehr wegzudenken. Und warum sie täglich um 19.45 Uhr schlägt? Weil das die Zeit der Ruhe und des Friedens ist. Das Tagwerk ist vollbracht, man genießt den Feierabend. "Und war für viele Kinder früher ein untrügliches Zeichen dafür, dass es Zeit wird heimzugehen", ergänzte eine Besucherin. Um die Ecke des Mahnmals ging es weiter durch den Park ...

Jeden Tag schlägt die Glocke um 19.45 Uhr.

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