Fliegerbombe: Evakuierungszone vergrößert

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Das neue Quartier „Wohnen am Tannenwäldle“ wird erschlossen. Unter dem Gelände wird eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Der Blindgänger wurde wahrscheinlich beim Angriff am 17. April 1945 abgeworfen.
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Rund 5000 Menschen müssen ihre Wohnungen am Samstag, 5. März, verlassen. Mehr als zunächst gedacht. Was die Betroffenen jetzt wissen müssen.

Aalen

Wer ist betroffen? Bis wann müssen die Betroffenen ihre Wohnungen verlassen? Wohin können sie sich im Zweifel wenden? Viele Fragen waren noch offen, als die Stadtverwaltung vor rund drei Wochen bekannt gegeben hat, dass eine Fliegerbombe, ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, im neuen Baugebiet „Wohnen am Tannenwäldle“ vermutet wird. In einem Pressegespräch am Mittwoch im Rathaus haben Stadtverwaltung und Blaulichtorganisationen nun weitere Details bekannt gegeben.

Mehr Menschen betroffen: Ordnungsamtschefin Ulrike Ebert erläutert, dass die Stelle, an der die Bombe vermutet wird, exponiert sei, mit vielen freien Flächen um sie herum „Das ist nicht so wie in der Karlsruher Innenstadt mit vielen hohen Häusern, die eine gewisse Abschirmung bieten“, sagt sie. Das Tiefbauamt sorge nun für Gräben und Erdwälle. Im „Fall der Fälle“, sagt Ebert, würde die Explosion in die freien Flächen gestreut.

Laut Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann sorgen die Gräben und Wälle auch dafür, dass sich die Evakuierungszone nun eher in die Länge zieht. Insgesamt ist die Zone auch größer. Jetzt sind laut Ordnungsamtschefin rund 5000 Menschen aus 2600 Haushalten betroffen. Vor drei Wochen war man noch von 3400 Menschen ausgegangen.

Information für die Betroffenen: Ebert zufolge erhalten nun alle Betroffenen einzeln einen Brief mit Informationen und der Bitte um Rückmeldung. Das Rathaus fragt ab, ob jemand Hilfe braucht oder nicht. Wer am Samstag, 5. März, nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann, kann ein Angebot der Stadt annehmen. Unterkünfte werden in Schulen eingerichtet.

Wer nicht mobil oder sogar bettlägerig ist, bekommt Hilfe.  Auch für Menschen, die Corona positiv sind, oder sich als Kontaktperson in Quarantäne befinden, wird ein Konzept erarbeitet. Ehrmann und Ebert bitten eindringlich, in jedem Fall Rückmeldung zu geben, ob Hilfe benötigt wird oder nicht.

Bei Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger an die Telefonnummer (07361) 52-1025 richten, die ab Donnerstag, 10. Februar, geschaltet ist oder ein E-Mail schreiben an die Adresse evakuierung@aalen.de

Beginn und Ende der Evakuierung: Laut Bürgermeister Ehrmann muss die Zone bis 8 Uhr am Samstag, 5. März, menschenleer sein. Die Polizei wird das laut Polizeisprecher Holger Bienert kontrollieren, dabei Streifen, berittene Kolleginnen und Kollegen und Drohnen einsetzen. Ehrmann betont, dass die Entschärfung nur beginnen kann, wenn sich niemand mehr in der Zone aufhält. Straßen und Wege werden abgesperrt sein.

Sobald der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Signal „Sicherheit hergestellt“ gegeben habe, könnten die Menschen in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Ehrmann geht davon aus, dass das in den Abendstunden der Fall ist. „Wenn's früher möglich ist, umso schöner“, sagt er.

Wenn die Gefahr vorbei ist, sollen das Lautsprecherwagen im gesamten Stadtgebiet bekannt geben. Ebenso will die Stadtverwaltung das auf ihren Kanälen melden, also auf der Internetseite und den sozialen Medien. Natürlich berichtet auch die SchwäPo auf all ihren Kanälen über die aktuellen Entwicklungen am Samstag, 5. März.

Einsatzkräfte: Mindestens 500 Helferinnen und Helfer werden laut Ehrmann am 5. März im Einsatz sein. Polizei, Feuerwehr, THW, DRK, Malteser, Johanniter, Stadtverwaltung, Kreisverwaltung und Regierungspräsidium sind beteiligt.

Baugebiet Am Tannenwäldle: Die Fliegerbombe war im Zuge der Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet „Wohnen am Tannenwäldle“ gefunden worden. Laut Tiefbauamtschef Stefan Pommerenke können die Arbeiten zwar nicht unmittelbar dort, wo die Bombe vermutet wird, weitergehen. An anderer Stelle könnten die Arbeiten aber unbehelligt fortgesetzt werden.

Die Bombe: Die Verwaltung geht davon aus, dass es sich bei dem Blindgänger um eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelt.

Was für Betroffene wichtig ist

Brief: Alle Betroffenen werden einzeln angeschrieben und werden gebeten, der Stadtverwaltung zurückzumelden, ob sie bei der Evakuierung Hilfe brauchen oder nicht.

Evakuierung: Das Gebiet muss bis spätestens 8 Uhr am Samstag, 5. März, geräumt sein. Die Verwaltung geht davon aus, dass Betroffene in den Abendstunden desselben Tages in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Unterkunft: Wer an dem Tag nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann, kann den Tag in einer Unterkunft verbringen, die die Stadt vorbereitet.

Fragen können per E-Mail an die Stadtverwaltung gestellt werden an: evakuierung@aalen.de oder per Anruf im Rathaus unter Tel. (07361) 52-1025. Die Nummer ist von Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr besetzt, Montag bis Mittwoch dazu von 14 bis 16 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.

Am Samstag, 5. März, müssen alle in der rotmarkierten Zone ihre Wohnungen verlassen. Die Karte zeigt das Gebiet nur ungefähr. Wer betroffen ist, bekommt einen Brief von der Stadtverwaltung. Grafik: ca
Entlang der Ziegelstraße entsteht ein lang erstrecktes Neubaugebiet zwischen Galgenberg Ost und dem Tannenwäldle.
Evakuierungszone

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