Förderung für Fassaden: wenig Interesse

  • Weitere
    schließen
+
Der Auftakt des Fassadensanierungsprogramms war 2015 am Spritzenhausplatz. Ofen Strässle hatte für Anstrich und Sanierung seiner Hauswand den ersten Zuschussantrag gestellt.
  • schließen

Seit 2015 wurden nur 170 300 Euro abgerufen. Folgende Änderungen sind geplant.

Aalen. Stadtverwaltung und Gemeinderäte hatten sich mehr erhofft vom städtischen Fassadensanierungsprogramm, das im Jahr 2015 aufgelegt wurde: Die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel von jährlich 100 000 Euro wurden bislang bei Weitem nicht ausgenutzt.

Das Förderprogramm „100 Fassaden für Aalen“ hat das Ziel, das Ortsbild zu verschönern. Nicht nur in Aalen, sondern auch in den Teilorten.

Doch die Anträge kommen eher zögerlich: Und so konnten seit Beginn des Förderprogramms 2015 bislang erst 54 Maßnahmen umgesetzt werden. „Die innerhalb der vergangenen fünf Jahre insgesamt ausbezahlten Zuschüsse belaufen sich auf 138 000 Euro, hinzukommen weitere rund 32 300 Euro für bewilligte, aber noch nicht abgerechnete Vorhaben“, informierte Baubürgermeister Wolfgang Steidle die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST).

100 000 Euro Fördermittel werden jährlich in das Programm eingespeist, das Eigentümer motivieren soll, die Außenseite ihres Häusles zu sanieren. Dabei geht es beispielsweise um einen neuen Farbanstrich oder um die Sanierung von Architekturdetails, um die Aufwertung von Haustüren oder von Fenstern.

Gefördert werden maximal 25 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch höchstens 5000 Euro pro Gebäude. Was bedeutet: Es könnten viel mehr Maßnahmen gefördert werden – sofern mehr Anträge eingingen. Um den Antragstellern entgegenzukommen, will die Stadtverwaltung das Programm folgendermaßen anpassen:

Verlängerung der Frist: Die Umsetzung und Abrechnung der Maßnahmen soll nicht mehr wie bisher, auf das Kalenderjahr der Antragstellung begrenzt sein. Künftig soll eine Frist von zwölf Monaten zur Umsetzung und Abrechnung der Maßnahme gelten.

Antragsberechtigt sollen künftig neben den Eigentümern, Erbbauberechtigten und Mietern auch Dritte mit Einverständnis des Eigentümers ein.

Kein Förderkriterium mehr sein soll die Einhaltung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Beim Fassadenprogramm stehe ausschließlich die äußere Gestaltung im Vordergrund. Zusätzliche Energiesparmaßnahmen, so teilt die Stadtverwaltung mit, würden mit diesem Programm nicht gefördert, da es dafür andere Förderprogramme gebe und eine Doppelförderung nicht mehr möglich sei.

Die Stadtverwaltung, so meinte Inge Birkhold (CDU), solle auf Handwerksbetriebe oder gezielt auf Gebäudeeigentümer zugehen, um das Programm mehr bekannt zu machen.

Sigrun Huber-Ronecker wollte nicht verstehen, warum gerade energetische Sanierungsmaßnahmen aus dem Förderprogramm herausgenommen werden sollen. „Gerade Energieschutzmaßnahmen sollten ein entscheidendes Kriterium sein.“ Dominik Sorg, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes, betonte wiederholt, dass es für energetische Maßnahmen separate Förderprogramme gebe und eine Doppelförderung ausgeschlossen sei. Josef A. Fuchs (CDU) bestätigte, dass es für energetische Maßnahmen ausreichend Fördertöpfe gebe.

Claus Albrecht (FW) gab zu bedenken, dass dieses Förderprogramm ohnehin zu klein sei für große energetische Investitionen. Um noch mehr Nutzen aus dem Förderprogramm zu ziehen, sollte man die Gebäudeeigentümer der Innenstadt direkt ansprechen. Andrea Hatam (SPD) regte an, Bürgerinnen und Bürger direkt anzuschreiben und auf die Fördermöglichkeit hinzuweisen. Ulrike Wilpert

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL