Fokus auf schärfen und schleifen

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Karl Rödter in seiner neu gestalteten Werkstatt. Hochwertige und langlebige Messer, teils selbst gefertigt und nachhaltig: Der Inhaber hat sein Profil buchstäblich geschärft.
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Wie mit Messer Rödter ein Traditionsgeschäft in der dritten Generation neuen Schwung und so etwas wie Aufbruchstimmung erfährt.

Aalen

Ein Ast ist garniert mit Messern, ein massiver Tisch steht im Einkaufsbereich, hinter ihm weitere Messer, die dank Magnet an der Wand schweben. Karl Rödter steht inmitten seines Ladengeschäfts, das neu erstrahlt.

Einen frischen Anstrich hat nicht nur der vordere Bereich des Messer Rödters in Aalen bekommen, auch im hinteren Teil hat sich in dem Traditionsgeschäft, das bereits in der dritten Generation betrieben wird, einiges getan.

Waren dort vormals noch Schreckschusspistolen und Dartzubehör zu finden, rotieren dort nun Schleifmaschinen & Co.

Teil der Umgestaltung war es auch, die Werkstatt aus der Friedrichstraße in die Spitalstraße zu verlegen. Eigentlich eine Rückbesinnung, denn bis ins Jahr 1975 waren Laden und Werkstatt schon einmal vereint. Eigentlich, denn durch den Umbau hat sich vieles verändert und Karl Rödter löste sich schrittweise von der Tradition seines Vaters und Großvaters. Kein einfacher Prozess.

Neben Karl Rödter steht seine Frau Margit Kreuzer-Rödter. Sie hat ihn während der Umbauphase unterstützt und wird in Zukunft im Laden mitarbeiten. „Sie ist die gute Seele des Geschäfts“, betont Carlo.

„Sie hat Ideen mit eingebracht und darauf geachtet, dass alles aufs Wesentliche reduziert wird“, sagt der 60-Jährige schmunzelnd. Denn war zuvor noch ein volles Schaufenster Programm, sind die Waren nun zielsicher nach dem Motto „weniger ist mehr“ in Szene gesetzt und selektiert.

Das letzt mal gab es im Jahr 2003 eine Umgestaltung, damals wurde renoviert und gestrichen, dieses Mal hat das Duo weit mehr gemacht. Neue Möbel, ein offenes Schaufenster, Lichtinstallationen, eine neue Decke und die Zwischenwand zur Werkstatt sind nur einige Punkte. Andere Objekte, wie eine alte Vitrine oder ein schwerer Amboss, wurden aus dem Schatzkämmerchen geholt, aufpoliert und dienen nun als Erinnerung an die 112-jährigen Tradition des Messer Rödters.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Rödter, während er sich umschaut. Seinen Fokus möchte er mehr auf die Nachhaltigkeit legen. Messer mit Holzgriff, selbst gemachte Taschenmesser und Produkte, die lange haltbar sind und immer wieder neu geschliffen werden können – natürlich beim Messer Rödter, der weiterhin von Gartengeräten über Scheren und Küchenmesser alles wieder scharfmacht.

„Ich fühle mich freier, auch wenn es mir schwergefallen ist, mich von der Tradition zu lösen“, gibt der Aalener zu. Dass er wahrscheinlich der letzte seiner Familie sein wird, der hier im Laden steht, darüber denkt er gerade nicht nach, denn für einen Nachfolger hat er mit der Neugestaltung optimale Bedingungen geschaffen.

Öffnungszeiten Montag, Dienstag, Mittwoch arbeitet Rödter in der Werkstatt und von Donnerstag bis Samstag ist der Laden geöffnet: 9.30 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Absprache.

Ich fühle mich freier, auch wenn es mir schwer gefallen ist, mich von der Tradition zu lösen.“

Karl Rödter, Inhaber

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